Homepage: Agenda 21 Treffpunkt
Suchen Themen Lexikon
Register Fächer Datenbank
Medien Links Daten
Projekte Dokumente  
Schule und Agenda 21
Lokale Agenda Globale Agenda
Homepage: Agenda 21 Treffpunkt
Kontakt    Haftungsausschluss

  Atomenergie / Kernenergie/ Atomstrom
 
Hintergrund
Kettenreaktion bei
der Kernspaltung

Großansicht/ Hintergund
[HBS]

Atomenergie kann auf zwei Arten gewonnen werden: durch Kernspaltung oder Kernfusion.
Beide Energiearten wurden zunächst nur militärisch genutzt
Kernspaltung: Atombomben ab 1945; Atombomben auf Hiroshima/ Nagasaki 1945
Kernfusion: Wasserstoffbomben ab 1952.
Ab 1954 gelang es, die in Atombomben explosionsartig ablaufende Kettenreaktion bei der Kernspaltung in Reaktoren so zu verlangsamen, dass die enormen Energiemengen technisch und wirtschaftlich nutzbar wurden.
Bei der Kernfusion dauern die Forschungen an: Experten rechnen frühestens ab etwa 2060 mit kommerziell nutzbaren Reaktoren, wobei unsicher ist, ob die friedliche Nutzung der Kernfusion jemals gelingen wird (s. ITER). Deshalb wird im folgenden nur die Kernenergie, also die Energie aus der Kernspaltung, behandelt.
   

Die Kernenergie wurde vor allem in den 70- und 80-er Jahren ausgebaut. Teils nach der partiellen Kernschmelze im US-Kernkraftwerk Three Mile Island 2 am 28.3.1979, vor allem aber nach dem Super-GAU am 26.4.1986 in Tschernobyl wurden die Risiken der Kernenergie einer breiten Öffentlichkeit bewusst und daher nur noch wenige neue Kernkraftwerke in Betrieb genommen.
Einige Länder beschlossen einen mehr oder weniger vollständigen Atomausstieg, der aber teils wieder rückgängig gemacht wurde (Jahresangabe in eckigen Klammern). Unsicher ist auch das voraussichtliche Endjahr der Kernenergie (ggf. Jahresangabe in runden Klammern), da in einigen Ländern mit Ausstiegsbeschlüssen kontroverse Debatten laufen, ob der Ausstieg nicht storniert oder rausgeschoben werden soll.
Österreich 1978, Schweden 1980 (2050), Italien 1987 (1990), Niederlande 1994 [2005], Belgien 1999 (2025), Deutschland 2000 (2022 bzw. 2036 [31] [1] .
  

Globale Erwärmung: Daten zum IPCC-Bericht

Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung und ihren schwerwiegenden Folgen ist die kontroverse Debatte über die Kernenergie neu entfacht worden, weil ihre Befürworter sie als CO2-arm und daher sehr klimafreundlich propagieren.
Kritiker wollen aber wegen der Risiken der Kernenergie am Atomausstieg festhalten und fordern stattdessen eine "Energiewende": weg von den fossilen Energien und der Kernenergie hin zu den erneuerbaren Energien durch einen grundlegenden Wandel der Energieinfrastruktur und Energiepolitik.
 

Klimabilanz der
Stromerzeugung
Klimabilanz der Stromerzeugung
Großansicht/ Daten
Klimaverträglichkeit:
Für Kernkraftwerke spricht, dass sie im Betrieb keine und auch insgesamt, unter Betrachtung des gesamten Lebenszyklus' (Urangewinnung und -aufbereitung sowie Produktion, Aufbau, Abriss des Kraftwerks) nur Treibhausgase in sehr geringen Umfang (32 g CO2/kWh [2] ) ausstoßen. Bei diesem Wert ist die Entsorgung des Atommülls allerdings nicht einbezogen. Da es bisher weltweit noch kein Endlager gibt und die Erforschung potentieller geologischer Formationen noch andauert, gibt es bisher noch keine halbwegs verlässliche Abschätzung über die Treibhausgas-Emissionen, die bei der Endlagerung anfallen. Vermutlich wird sich die Treibhausgasbilanz so verschlechtern, dass Kernkraftwerke nicht mehr günstiger sind als moderne Erdgas-Blockheizkraftwerk (49 g CO2/kWh [23] ). Im Vergleich zum aktuellen Strommix (600 g CO2/kWh [3] ) sind Kernkraftwerke jedoch extrem CO2-arm, z.B. ein Grund dafür, warum Frankreich mit einen Atomstrom-Anteil von rund 77 % [4] neben Großbritannien das einzige Industrieland ist, das die Ziele des Kyoto-Protokolls vor allem aufgrund seiner Energieinfrastruktur erfüllt und nicht, wie in Ländern Osteuropas und in Deutschland (Ex-DDR), durch einen starken Rückgang der Wirtschaft nach Auflösung des Ostblocks ab 1989.
   
Uran-Reserven
Uran: Vorräte, Erzeugung weltweit 2004. Länder mit den größten Vorräten / Infografik Globus 0449 vom 03.02.06
Großansicht/ Daten
Versorgungssicherheit:
Primärenergieträger bei der Kernspaltung ist der Rohstoff Uran, der in Form von Uranerz weltweit gestreut vorhanden ist. Unter den Ländern mit den größten Lagerstätten befinden sich Staaten wie Australien, USA, Kanada und Brasilien, die längerfristig als verlässliche Lieferanten gelten können. Die bis zu einer Kostengrenze von 130 US-Dollar pro kg Uran förderbaren Vorräte reichen beim derzeitigen Bedarf aller Kernkraftwerke weltweit noch 67 Jahre [5] . Da in den letzten Jahrzehnten jedoch viel Sekundär-Uran vorhanden war, wurden die Uranminen vernachlässigt. Neue Bergwerke zu erschließen, dauert etwa 10 Jahre. Es ist daher in einer Übergangsphase mit Engpässen und in der Folge mit einem starken Anstieg des Uranpreises zu rechnen. Sollten die Marktteilnehmer den Uranpreis dann für dauerhaft hoch genug einschätzen, z.B. vor dem Hintergrund einer geplanten Ausweitung der Kernenergie in Ländern wie Russland, China und Indien [6] , dürfte der Uranpreis nochmals steigen, so dass weitere allerdings minderwertigere Uranvorräte förderwürdig werden, deren Ausbeutung jedoch mit erheblichen Belastungen für die lokale Bevölkerung und die Umwelt verbunden ist [7] .
   
Störfälle in deutschen
Kernkraftwerken
Atomenergie; Atomkraftwerke: Restlaufzeiten, Reststrommengen, Störfälle / Infografik Globus 2215 vom 21.07.2008  
Großansicht/ Daten
Betriebssicherheit:
Als Grundlastkraftwerke arbeiten Kernkraftwerke rund um die Uhr und stellen normalerweise (ohne Störfall) Strom unbeeinträchtigt von Wettereinflüssen jederzeit bereit. Allerdings können Extremwetter wie z.B. die Hitzeperiode 2003, wo das zu warme und teils zu knappe Flusswasser manche Kernkraftwerke nicht mehr hinreichend kühlte, oder auch Stürme (z.B. Tornados in den USA im April 2011) den Betrieb einschränken oder gefährden. Auch Hochwasser - wie z.B. die Elbeflut 2002 oder die Alpenregion 2005, beide verursacht durch enorme Niederschläge nach einer Vb-Wetterlage - kann die Betriebssicherheit in gefährlicher Weise stören, wenn z.B. durch Überschwemmung die Stromversorgung und in der Folge die Kühlung des Reaktorkerns aussetzt. Als Folge der Klimaerwärmung ist künftig mit häufigeren und stärkeren Wetterextremen zu rechnen, was die Verfügbarkeit des Atomstroms phasenweise beeinträchtigen könnte.
Noch nicht hinreichend geklärt ist die Frage, in welchem Ausmaß sich Kernkraftwerke im Lastwechselbetrieb dem wachsenden und schwankenden Ökostrom-Aufkommen und in der Folge möglicherweise vermehrt auftretenden Netzengpässen werden anpassen können und wie dies ihre Betriebssicherheit beeinflusst. Laut einer Statistik von Electricité de France, dem Betreiber der Kernkraftwerke in Frankreich, verdoppeln sich beim Lastwechselbetrieb die Stillstandzeiten durch unvorhergesehene Wartungsarbeiten [25] . Vermutlich wächst die Störanfälligkeit durch den Lastwechselbetrieb beträchtlich. Vor dem Hintergrund der Laufzeitverlängerung in Deutschland stellt sich um so dringlicher die Frage, in welchem Ausmaß die Betriebssicherheit der Kernkraftwerke, insbesondere der älteren, durch die Ausweitung des Lastwechselbetriebs sinkt.
Schon im bisherigen anlagenschonenden Grundlastbetrieb hängt die technische Betriebssicherheit stark vom Alter der Reaktoren ab: Ältere Reaktoren sind häufiger gestört. So standen 2007 zeitweise 7 der insgesamt 17 Reaktoren in Deutschland gleichzeitig still [8] . Neuere Reaktoren zeigen dagegen überwiegend eine deutlich bessere Betriebssicherheit [9] .
  
 
Kernenergie als Hochrisiko-Technologie
 

Jede komplexe Technologie birgt die Gefahr zu versagen, und vielfältige Beispiele zeigen, dass Havarien tatsächlich eingetreten sind, obwohl sie von Experten für hochgradig unwahrscheinlich oder sogar für "praktisch unmöglich" gehalten wurden [33] . Auch wenn das Restrisiko einer Havarie aufgrund von Simulationen und Modellrechnungen als sehr klein bestimmt wird und daher rein rechnerisch im Durchschnitt nur mit einer Katastrophe pro z.B. 1000 Jahre zu rechnen ist, darf daraus nicht geschlossen werden, dass es 1000 Jahre dauert, bis die Katastrophe eintritt. Sie kann zu jedem Zeitpunkt eintreten, wie die Sechs beim Würfel, die beim 1. Wurf genau so wahrscheinlich ist wie bei jedem anderen. Schon allein aus diesem Grund darf keine Technologie verwendet werden, die nicht versagen darf, wie es bei der Kernenergie der Fall ist und wie der Super-GAU in Tschernobyl und die Reaktorhavarien nach der Erdbeben/Tsunami-Katastrophe in Japan am 11.03.2011 bereits gezeigt haben.
Auch sollte immer bedacht werden, dass die Bestimmung des Restrisikos auf Modellannahmen, Simulationen
und Rechenmethoden beruht, die sich als falsch, unvollständig oder nicht problemangemessen erweisen können. Bei den Reaktorhavarien in Japan nach dem Erdbeben/ Tsunami am 11.3.11 z.B. waren die Kernkraftwerke nur auf eine Erdbeben-Magnitude bis maximal 8,25 ausgelegt, tatsächlich war die Magnitude aber 9,0; die Stärke war rund 6 mal und die freigesetzte Energie 14 mal so groß wie bei der Auslegung der Anlagen vorgesehen (s. Rechnungen Bsp.1 und Bsp. 2).
 
Es gibt drei weitere Aspekte, die jeder für sich Grund genug sind dafür, dass die Kernenergie eine Hochrisiko-Technologie mit einem außerordentlich hohen Gefährdungspotenzial darstellt: gezielte Terrorangriffe auf Kernenergie-Anlagen, nukleare Proliferation und die immer noch nicht geklärte und möglicherweise auch nicht mehr lösbare Frage, wie der hochradioaktive Atommüll mindestens 1 Million Jahre [29] lang sicher verwahrt werden kann.
Diese Aspekte werden im Folgenden näher ausgeführt.

     



Störfall-Skala INES

Großansicht [BfS]
Gefahr von Reaktorkatastrophen:
Die partielle Kernschmelze im US-Kernkraftwerk Three Mile Island 2 im Jahr 1979, der Super-GAU in Tschernobyl 1986 und in Fukushima 2011 (beides Katastrophen der gefährlichsten Kategorie 7 auf der Störfall-Sala INES), aber auch ernste Störfälle in den letzten Jahren (z.B. Forsmark Juli 2006 in Schweden) haben gezeigt, dass vor allem fehlerhaftes menschliches Reagieren auf bis dahin unbekannte oder für extrem unwahrscheinlich gehaltene technische Fehler wie auch Nachlässigkeit zu Havarieverläufen führen können, an deren Ende ein Super-GAU nicht prinzipiell ausgeschlossen werden kann. Zwar mag die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU sehr gering sein, die Schäden wären aber z.B. im dichtbesiedelten Deutschland und darüber hinaus unermesslich. Weite Regionen würden radioaktiv verseucht und auf Dauer unbewohnbar [16] . Viele Menschen würden selbst nach Generationen an den Spätfolgen der Verstrahlung (Gen-Schäden) leiden. Allein die Sach- und Vermögensschäden sowie kurzfristigen Kosten im Gesundheitssystem werden auf mindestens 5 Billionen Euro geschätzt, nur 1/2000, also 2,5 Mrd. Euro sind versichert, d.h. bis auf einen winzigen Bruchteil muss der Staat und die Gesellschaft die Kosten tragen. [10] [11] [12] [13]
Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Störfall pro AKW pro Betriebsjahr beziffert das BfS mit 1/33.000 [14] . Bei 17 Reaktoren mit einer Laufzeit von jeweils 32 Jahren (Laufzeit laut Atomkonsens) ergibt sich überschlägig 17 • 32 / 33.000 = 1,65 %.(Zur Berechnung: siehe Hinweise unter dem Stichwort Restrisiko)
  
Terror-Szenario:
Super-GAU in Biblis
Super-GAU in Biblis: Ausbreitung der Radioaktivität
Großansicht/ Dossier
Gefahr von gezielten Terrorangriffen:
Gegen die Kernkraft spricht auch die von vielen Experten befürchtete mangelnde Sicherheit bei gezielten Terrorangriffen auf atomare Anlagen, etwa ein in ein Kernkraftwerk gesteuertes Verkehrsflugzeug - ähnlich wie am 11.September 2001 [32] . Mindestens 7 ältere deutsche Kernkraftwerke würden solch einem Angriff nicht standhalten und es könnte in der Folge zu einem Super-GAU kommen. [15] [16]
Laut einer neuen Studie würden die aktuell noch laufenden Kernkraftwerke auch nicht der neuesten Generation von tragbaren panzerbrechenden Waffen standhalten [24] , woraus ein bisher noch kaum bekanntes ständig wachsendes Gefährdungspotenzial entsteht, da solche Waffen nicht nur für die Streitkräfte vieler Länder von hohem Interesse sind sondern auch für Terroristen.
  
Atomwaffen weltweit
Infografik: Schwefelabgase durch Schiffe / Großanischt in: DIE ZEIT Nr.35/24.8.06, S.28
Großansicht [ZEIT]
Atomwaffen-Daten
Gefahr nuklearer Profliferation:
Eine längerfristige Weiterführung oder gar Ausweitung der Kernkraft erhöht auch die Gefahr nuklearer Proliferation, also der Verbreitung radioaktiver Substanzen, atomarer Anlagen sowie Knowhows und in der Folge von Atomwaffen. Obwohl mit dem Atomwaffensperrvertrag von 1968 Atomwaffen auf die 5 frühen Atommächte (USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China) begrenzt werden sollten, sind inzwischen weitere Staaten hinzugekommen, die Atomwaffen besitzen (Israel, Pakistan, Indien, Nordkorea) oder anstreben (Iran). Diese Proliferation hat schon jetzt zu schwerwiegenden den Weltfrieden gefährdenden Konflikten geführt (z.B. Nordkorea, Iran). Bei längerer Beibehaltung oder gar Ausweitung der Kernenergie wächst das Risiko, dass weitere Staaten - darunter auch instabile und untereinander verfeindete (Nahost-Konflikt) - zu Atomwaffen gelangen mit der wachsenden Gefahr eines Atomkriegs.
Radioaktive Stoffe könnten mit ihrer Verbreitung auch in falsche Hände gelangen, z.B. könnten Terroristen damit "schmutzige Bomben" bauen und diese als Massenvernichtungswaffe einsetzen.
   
Atomüll-Lagerung
in Deutschland
Atommüll: denzentrale Zwischenlager bei AKW; zentrale Zwischenlager, Morsleben, Asse, Konrad, Gorleben / Infografik Globus 2284 vom 15.08.2008
Großansicht/ Daten
Atommüll:
Bei der Bewertung der Atomkraft ist der Atommüll ein schwerwiegendes Gegenargument: Er muss wegen der teils sehr langen Halbwertszeiten radioaktiver Stoffe über Millionen Jahre sicher verwahrt werden, was aus Sicht vieler Wissenschaftler eine außerordentlich schwere Langzeithypothek für künftige Generationen bedeutet und damit einen ganz zentralen Aspekt der Nachhaltigkeit verletzt, nämlich die Generationengerechtigkeit. Um einen kleinen Teil des Stroms für höchstens ca. 100 Jahre, also etwa 3 Generationen, zu erzeugen, werden rund 30.000 künftiger Generationen mit strahlendem und teils hochgiftigem Müll (z.B. Plutonium) belastet [30] . Diese Art von "Energiepolitik" nach dem Prinzip "Nach uns die Sintflut" kann nur als extrem unverantwortlich und unmoralisch bewertet werden. Selbst nach rein ökonomischen Maßstäben (u.a. Ewigkeitskosten) hätte die Stromerzeugung aus Kernenergie wegen des Atommülls unterbleiben müssen, was auch die Stromkonzerne anfangs so einschätzten. Erst die Übernahme von Risiken im laufenden Betrieb der Kernkraftwerke und von Kosten (u.a. Forschung, Entwicklung, Atommüll) durch den Staat sowie politischer Druck, besonders durch den ersten Atomminister Franz Josef Strauß, brachte die Stromkonzerne dazu, in die Kernenergie einzusteigen [27] .
   
Atommüll-Endlager:
Salz oder Ton
Atommülllager: Guter Ton - schlechtes Salz? :  Grafik Großansicht
Großansicht/ Daten
Endlagersuche:
Bisher gibt es nirgends auf der Erde ein ausgewiesenes Atommüllendlager für hochradioaktive Stoffe. In verschiedenen Ländern (u.a. USA, Frankreich, Schweden, Schweiz, Deutschland) werden verschiedene Standorte mit unterschiedlichen geologischen Formationen seit Jahren auf ihre Eignung geprüft, ohne dass bisher die erforderliche Langzeitstabiliät über 1 Millionen Jahre verlässlich nachgewiesen werden konnte. In Deutschland beschränkte sich die Erkundung aus sachfremden Gründen nur auf den Salzstock bei Gorleben, der sich nach aktuellen Recherchen als endgültig nicht geeignet erwiesen hat [28] . Ob die Tonstein-Formationen im Süden Baden-Württembergs geeignet sind, wurde bisher wegen der plitisch motivierten Beschränkung auf Gorleben nicht erkundet. Die Schweiz untersucht allerdings ähnliche Tonstein-Formationen bei Benken am Bodensee. Eine verbindliche Entscheidung über die Endlagerung soll etwa Mitte 2010 erfolgen.
Ob es jemals ein hinreichend verlässliches Endlager geben wird oder ob behelfsweise andere Methoden (z.B. bewehrte oberirdische oder rückholbare unterirdische Lagerung) verwendet werden müssen, ist derzeit nicht absehbar. Theoretisch könnte die Transmutation das Atommüllproblem verringern, ob jedoch jemals eine wirtschafltiche großtechnische Umsetzung realisiert wird, kann derzeit nicht abgeschätzt werden.
Ebenso erfolglos blieben bisher die Forschungen zur Schaffung von Warnzeichen, die über einen Zeitraum von einer Million Jahre [17] verlässlich auf die Gefahren der eingelagerten radioaktiven Stoffe hinweisen könnten (Atomsemiotik)
   
  
 
Atomausstieg
Atomenergie; Atomkraftwerke: Restlaufzeiten, Reststrommengen, Störfälle / Infografik Globus 2215 vom 21.07.2008  
Großansicht/ Daten
Reststrommengen/ Restlaufzeiten:
Da die Kernenergie eine Hochrisiko-Technologie ist, hätte sie nie genutzt werden dürfen und sollte nun möglichst zügig beendet werden. In Deutschland vereinbarte daher im Jahr 2000 die damalige rot-grüne Regierung mit den führenden Stromerzeugern den Atomausstieg. Darin wird die Laufzeit jedes Kernkraftwerks auf maximal 32 Jahr begrenzt, dementsprechend wird seine Reststrommenge festgelegt. Nach diesen Vorgaben würde etwa im Jahr 2021 das letzte AKW abgeschaltet. Da jedoch Reststrommengen von älteren auf jüngere AKW übertragen werden dürfen, könnte sich das Endjahr auch bei Beibehaltung des Atomausstiegs, wie er im Jahr 2000 vereinbart wurde, weiter in die Zukunft verschieben:Tabelle Restlaufzeiten.
  
Laufzeitverlängerung
Atomausstieg, Meinungsumfrage / Infografik Globus 3872 vom 05.11.2010

Laufzeitverlängerung:
Die Bundesregierung hat im Sep.2010 eine Laufzeitverlängerung der 7 älteren bzw. 10 jüngeren Kernkraftwerke um 8 bzw. 14 Jahre beschlossen, der Bundestag hat die entsprechende Gesetzesnovelle am 28.10.10 bestätigt. Die Novelle stößt auf heftigen und breiten Widerstand. Da der Bundesrat nicht beteiligt wurdel, haben die SPD-geführten Bundesländer Klage beim Bundesverfassungsgericht (BVG) eingereicht. Eine weitere BVG-Klage wurde von Greenpeace in Vertretung von betroffenen AKW-Anwohnern erhoben.
=> Details in der Extraseite zum Atomausstieg
  

 

Die Laufzeitverlängerung insbesondere der 7 älteren Reaktoren ist wegen des erhöhten Risikos (veraltete Technik, hohe Störanfälligkeit; völlig unzureichender Schutz gegen Flugzeugabstürze und Terrorangriffe) nicht zu verantworten.
Auch wenn die 10 jüngeren Atomkraftwerke teils mehr Sicherheit (bessere Technik, weniger Störfälle, stabilere Hülle) bieten, ist ihre Laufzeitverlängerung hoch problematisch, vor allem aus drei Gründen:
a) immer mehr Atommüll wird produziert, ohne dass die Endlagerung gelöst ist
b) auch jüngere AKW halten modernen panzerbrechenden Waffen nicht stand.
c) die Energiewende wird durch Billigstrom aus inflexiblen AKW ausgebremst.
  

 

Debatte über den Atomausstieg:
Kaum eine Debatte in Deutschland wird so kontrovers geführt wie der Atomausstieg: Die Kernenergiebefürworter sehen in der Atomenergie eine klimafreundliche, sichere und preiswerte Energieform, zu der es mindestens in den nächsten Dekaden keine bessere Alternative gäbe. Aus ihrer Sicht macht es keinen Sinn, die deutschen AKW mit einem angeblich vergleichsweise hohen Sicherheitsstandard abzuschalten und damit möglicherweise Stromlücken zu riskieren, die dann durch Import z.B. von Atomstrom aus Frankreich gedeckt werden müssten. Sie fordern daher eine Laufzeitverlängerung, manche sogar den Neubau von Reaktoren.
Die Kernenergiekritiker dagegen halten die Argumente der Befürworter für nicht stichhaltig: Kerntechnik sei nicht sicher sondern eine Hochrisiko-Technologie mit einem außerordentlich hohen Gefährdungspotenzial. Atomstrom sei nur scheinbar preiswerter, weil die Einbeziehung von Kosten für den Atommüll und die Schäden im Havariefall völlig unterdimensioniert sei. Außerdem prognostizieren sie Engpässe bei der Uranversorgung und in der Folge einen drastischen Preisanstieg verbunden mit verstärkter Konkurrenz um den Rohstoff Uran, was die Versorgungssicherheit beeinträchtige. Sie plädieren daher für eine schnelle Energiewende, die Atomstrom überflüssig mache.
   

WBGU-Szenario
zur Energiewende

WBGU-Prognose: Energiemix bis 2100

Ausblick:
Eine breite Mehrheit von Energieexperten und -politikern hält die Kernenergie (wie auch fossile Energie) für eine Übergangsenergie: Sie wird noch gebraucht, bis sie durch eine alternative Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien überflüssig wird. Bei der Frage, wie schnell der Atomstrom abgelöst werden kann, gibt es jedoch eine Bandbreite von Einschätzungen: Sie reicht von 2015 bis ins nächste Jahrhundert.
Dass der Atomausstieg in Deutschland wie 2000 vereinbart bis etwa 2021 technisch und wirtschaftlich machbar ist, untermauert die "Leitstudie-2008". Auch weltweit ist eine Energiewende bis 2050 realisierbar, wie z.B. die WBGU-Studie "Energiewende" und die DLR-Studie "Energie(r)evolution" belegen. Ob die Energiewende gewollt wird und wie schnell sie dann tatsächlich gelingt, hängt daher vor allem vom Umsetzungswillen der Entscheidungsträger ab. So schätzt z.B. die Energieexpertin Prof. Claudia Kemfert (DIW), dass der Atomausstieg länger als geplant dauern wird. Sie schlägt daher im Rahmen ihres 10-Punkte-Plans eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke um 10-15 Jahre vor, um Zeit zu gewinnen, die erneuerbarer Energien auszubauen und die CCS-Technologien zur CO2-Abscheidung und Speicherung bei Kohlekraftwerken weiter zu erforschen und zur Praxisreife zu bringen.
  

Energiekonzept-2010:  Grafik Großansicht

Energiekonzept 2010 der Bundesregierung:
Die im Sep.2010 beschlossene Laufzeitverlängerung hat viele Investoren verunsichert. Es ist daher beim jetzigen Stand kaum abschätzbar, wie die Entwicklung weitergeht, zumal die Energiepolitik der Bundesregierung nicht konsistent ist: Sie fordert auf der einen Seite den Ausbau der Erneuerbaren Energien und von modernen Gaskraftwerken wie auch von KWK-Anlagen, die auf der anderen Seite durch den konkurrenzlos billigen Atomstrom aus bilanztechnisch längst abgeschriebenen Reaktoren immer weniger rentabel werden, was Investitionen in die alternative Energieversorgung ausbremst. Dadurch verzögert sich auch der Ausbau und die Integration der Stromnetze hin zu einem Smartgrid und Supergrid. In der Folge wächst die Gefahr, dass die durch das wachsende Ökostrom-Aufkommen immer stärker werdenden Schwankungen im Stromnetz nicht mehr genügend ausbalanciert werden können, zumal die Kernkraftwerke rein technisch nicht so flexibel sind, dass sie in Phasen sehr hohen Stromangebots schnell auf Null runter- und nach kurzer Zeit schon wieder hochgefahren werden könnten. Hinzu kommt, dass auch der in Normalphasen immer häufigere Lastwechselbetrieb ihre Rentabilität und Betriebssicherheit weiter verringert. Insgesamt wächst dadurch der Druck, dass ursprünglich im EEG festgelegte Vorranggebot für Ökostrom weiter als schon bei der letzten EEG-Novellierung Ende 2009 aufzuweichen, was den Ausbau der erneuerbaren Energien stark ausbremsen würde. Die so dringend notwendige Energiewende würde sich in einem Ausmaß verzögern, dass die Klimaschutzziele nicht mehr erreicht werden könnten.
 


Ausstiegsdebatte nach der Atomkatastrophe in Japan:
Die Atomkatastrophe in Fukushima,
ausgelöst durch das sehr schwere Erdbeben und den anschließenden verheerenden Tsunami am 11.03.11, hat die Debatte in Deutschland in eine sehr grundsätzliche und fundamentale Richtung verändert, wo die seit langem bekannten Grundprobleme der Atomenergie wieder in den Vordergrund rücken: Wie klein das Restrisiko statistisch berechnet auch immer sein mag, ein Super-GAU mit weiträumiger radioaktiver Verseuchung ist prinzipiell nicht auszuschließen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für solch eine Atomkatastrophe sehr klein sein mag, kann sie sich tatsächlich ereignen, wie Tschernobyl und Fukushima bereits gezeigt haben.
In einer ersten unerwartet schnellen Reaktion hat die Bundesregierung die Abschaltung der 7 älteren AKW bis zum 15.06.11 beschlossen (Details s.: Atomausstieg > Moratorium). Wie es danach weiter geht, ist aktuell noch offen. Es bleibt zu hoffen, dass nun durch eine intensive Debatte ein gesellschaftlicher Konsens für eine zügige Energiewende
herbeigeführt werden kann.

  
Ergänzende und vertiefende Aspekte
Kernkraftwerke weltweit
Atomkraftwerke, Staaten weltweit, Gesamtleistung der AKW weltweit 1960 bis 2030 / Infografik Globus 2311 vom 29.08.2008
Großansicht/ Daten
Daten zur Kernenergie in Deutschland und weltweit:
Die 17 Kernkraftwerke in Deutschland stellten 2007 rund 50 % der Grundlast und 22,1 % des Stromverbrauchs von 636,5 TWh bereit. Mit rund 80 % hat Frankreich den höchsten Atomstromanteil weltweit. Der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung weltweit beträgt 17 %.
Weltweit laufen derzeit (Stand: Juli 2008) 439 AKW und 35 sind geplant, davon 20 in Asien. In Europa sind 197 AKW in Betrieb und 13 geplant, davon 7 in Russland.
Staaten mit mindestens 10 AKW: USA 104; Frankreich 59, Japan 55, Russland 31, Südkorea 20, Großbritannien 19, Kanada 18, Deutschland 17, Indien 17, Ukraine 15, China 11, Schweden 10.
Weltweit betreiben 31 Länder Kernkraftwerke, darunter auch Indien und Pakistan, die den Atomwaffensperrvertrag (NPT) nicht unterzeichnet haben. Im Iran, das den NPT zwar unterzeichnet aber vielfach missachtet hat, soll das AKW in Buscher Anfang 2011 ans Netz gehen. Iran wird verdächtigt, im Geheimen Atomwaffen zu bauen.    
   =>  umfangreiche Datensammlung zur Kernenergie
   
Stromkostenvergleich
bei Kraftwerken
Kraftwerksvergleich: Klimabilanz, Stromkosten
Großansicht/ Daten
Strompreis:
Der Preis für Kernkraftstrom hängt stark von der Laufzeit des Kraftwerks ab, weil der Anteil der Fixkosten (Kraftwerkserstellung- u. späterer Abriss, Rückstellungen für die Atommüllentsorgung) sehr groß ist im Vergleich zu den laufenden Kosten (Betriebskosten, Uran-Kosten, Haftpflichtversicherung, Zwischenlagerung des Atommülls / Wiederaufbereitung): Je länger die Kernkraftwerke laufen, desto kleiner wird der Anteil der Fixkosten pro kWh. Besonders die alten, bilanztechnisch bereits abgeschriebenen, Kernkraftwerke gelten daher als wahre Goldgruben für ihre Betreiber.
Das BMWi gibt folgende Kosten in Cent/kWh an: Atom 2,65; Braunkohle 2,40; Steinkohle 3,35; Wasserkraft 4,3; Erdgas 4,90; Wind 9, Fotovoltaik 54.
Die dpa-Grafik weist meist höhere Kosten aus, bei Atomkraft 4,5 - 5,5 Cent/kWh.
kernenergie.ch nennt einen Preis von 4 - 5 Rappen/kWh, darunter:  Entsorgung 1; Stilllegung/ Abriss: 0,2; Rohstoff Uran: 0,2. ( 1 Rappe = 0,67 €-Cent beim Kurs 1 € = 1,50 CHF)
Stromerzeugungskosten:  Grafik Großansicht
Großansicht/ Daten
Der Preis hängt außerdem von der Höhe der Haftpflichtversicherung ab. In Deutschland müssen die Betreiber ihre AKW nur bis zu einer Schadenshöhe von 2,5 Mrd. € versichern. Die reinen Sach- und Vermögensschäden infolge eines Super-GAUs werden dagegen auf mindestens das 2000-Fache geschätzt. Würden die Schäden eines Super-GAUs nach üblichen Industriestandards versichert, wäre der Atomstrom mit geschätzten 270 Cents/kWh um ein Vielfaches teurer als die schon mit rund 59 Cents/kWh extrem teure Fotovoltaik [18] . Auch die enorm hohen Subventionen (204 Mrd. € von 1950 bis 2010) sind in den obigen BMWi Zahlen zum Strompreis nicht berücksichtigt [26] .
   
  Halbwertszeiten:

Radioaktive Stoffe zerfallen aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten exponentiell, d.h. in gleich langen Zeitintervallen zerfällt immer der gleiche Prozentsatz der zu Anfang des Zeitintervalls vorhandenen Masse. Es ist üblich geworden, jenen Zeitraum anzugeben, indem jeweils die Hälfte der Ausgangsmasse zerfällt. Dieser Zeitraum wird "Halbwertszeit" genannt.

Beispiel für einen radioaktiven Zerfall mit einer Halbwertszeit von 10 Tagen und einer Anfangsmasse von 1 kg = 1000 g:
Nach 10 Tagen sind noch 500 g vorhanden, nach weiteren 10 Tagen (insgesamt 20 Tage) sind noch 250 g (Hälfte von 500 g) vorhanden. Nach weiteren 10 Tagen (insgesamt 30 Tage) sind noch 125 g (Hälfte von 250 g) vorhanden. Nach z.B. 10 Halbwertszeiten (insgesamt 100 Tage) sind noch (1/2)10 = 1/1024, also etwas weniger als 1/1000 = 1 ‰ = 0,1 % der Ausgangsmasse vorhanden.
Als Faustregel kann also festgehalten werden, dass sich die Ausgangsmasse erst nach 10 Halbwertszeiten auf etwa 1 Promille reduziert hat.

Die Halbwertszeiten der radioaktiven Substanzen im Atommüll von Kernkraftwerken reichen bis zu Millionen von Jahren. Besonders problematisch ist das wegen seiner Strahlung und Giftigkeit gefährliche Schwermetall Plutonium 239 mit einer Halbwertszeit von rund 24.000 Jahren. Bereits die Inkorporation von 1 Millonstel Gramm (1 Mikrogramm (µg)) Plutonium erzeugt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Krebs. Ein typischer Leichtwasserreaktor mit 1300 MW Leistung erzeugt pro Jahr insgesamt 313 kg Plutonium-Isotope, darunter 176 kg Plutonium-239 [19] . Geht man zum überschlägigen Rechnen von 1 t = 1000 kg Plutonium-239 pro Jahr in Deutschland aus, so ergibt sich folgender Zerfallsprozess, bei dem sich die Masse jeweils nach 10 Halbwertszeiten mit dem Faktor 1000 reduziert.
Anzahl n von Halbwertszeiten
0
10
20
30
40
50
Masse Plutonium
1 t
1 kg
 1g
1 mg
1 µg
1 ng
 
Es dauert also rund 1 Million Jahre (40 Halbwertszeiten = 960.000 Jahre),
bis 1 Tonne Plutonium auf  die immer noch tödliche Dosis von 1 Millonstel Gramm (1 µg) zerstrahlt ist.
Es dauert noch einmal 10 Halbwertszeiten, insgesamt also 50 Halbwertszeiten = 1,2 Mio Jahre, bis 1 t Plutonium auf 1 Milliarstel Gramm (1 Nanogramm (ng)) zerstrahlt ist. Mit der Inhalation von 40 ng würde bereits der Grenzwert der Strahlungsdosis pro Jahr bei Arbeitern erreicht.
   
Fusionsreaktor ITER
Kernfusionsreaktor ITER, Querschnitt/ Großansicht bei: FAZ.net
Großansicht [FAZ.net]

Fusionsenergie:
Eine vermutlich weitaus geeignetere Nutzung von Atomenergie wäre die Energie aus der Kernfusion statt aus der bisherigen Kernspaltung: Fusionsenergie gilt als vergleichsweise "sauber", unerschöpflich und klimaneutral und wäre daher im Prinzip geeignet für eine nachhaltige Energieversorgung. Derweil ist aber nicht absehbar, ob Forschung und Entwicklung z.B. mit dem Forschungsreaktor ITER (beteiligte Staaten: EU, USA, Russland, Japan, China, Südkorea; Standort: Cadaracha, Südfrankreich) jemals zum Erfolg führen werden. Selbst optimistische Fusionsexperten rechnen frühestens ab etwa 2060 mit einer nennenswerten Energieausbeute aus der Kernfusion. Wegen des Klimaschutzes (mindestens 80 % weniger Treibhausgase in Industrieländern bis 2050) muss die Energiewende auf Basis von mehr Energieeffizienz, Energiesparen und dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Kombination mit dem Netzausbau und der Stromspeicherung bis dahin längst erfolgt sein. Die Fusionsenergie wird sich daher vermutlich als überflüssig oder auch wegen der hohen Reaktorkosten als unwirtschaftlich erweisen.
  
  
Glossar

 

Daten/ Statistiken
Infografiken zur:
Primärenergie
Endenergie


Grundlegende Energie-Begriffe:
Mit "Primärenergie" werden jene Energiearten bezeichnet, die von der Natur bereitgestellt werden oder mittels Atomtechnik (Kernspaltung, Kernfusion) gewonnen werden. "Primärenergieträger" sind dann jene Stoffe, die Energie in sich binden, also fossile Stoffe (z.B. Kohle, Erdöl, Erdgas, Ölschiefer, Methanhydrat) oder Uranerz (Kernspaltung) und Wasserstoff (Kernfusion). Auch erneuerbare Energieträger wie Wind, Sonne oder Erdwärme werden als Primärenergieträger bezeichnet.
Die jeweilige Primärenergie (z.B. Kohle) wird entlang einer mehr oder weniger langen "Energieumwandlungskette" (z.B. Kohlekraftwerk) in "Endenergie" (z.B. Strom) überführt und diese dann von einem "Endgerät" (z.B. Kaffeemaschine) in die eigentliche "Energiedienstleistung" (z.B. Tasse heißen Kaffees) überführt. Die Wärmeenergie, die in dieser Tasse heißen Kaffees steckt, wird als "Nutzenergie" bezeichnet.
Im Energieversorgungssystem Deutschlands geht bei der Umwandlung von Primärenergie in Endenergie rund 1/3 der Energie als Abwärme verloren, ebenso noch einmal 1/3 bei der Umwandlung von Endenergie in Nutzenergie, insgesamt ergeben sich also 2/3 Energieverluste und 1/3 Nutzenergie
  [20] .
 

 

Grundlast, Spitzenlast, Lastwechselbetrieb:
Die Leistungsaufnahme (physikalische Einheit: Watt (W) ) eines Stromverbrauchers, z.B. eines privaten Haushalts, variiert stark im zeitlichen Verlauf: sie ist nachts gering und schwankt im Vergleich zum Tag sehr wenig, z.B. 0,5 kWh in 5 h = 100 W.  Diese niedrige Leistungsaufnahme wird mit "Grundlast" bezeichnet. Beim Einschalten vieler Stromgeräte (Backofen, Kochplatte, Kaffeemaschine, volle Beleuchtung usw.) kommt es kurzzeitig zu sehr hoher Leistungsaufnahme, die als "Spitzenlast" bezeichnet wird und z.B. in einem durchschnittlichen Haushalt über 4000 W liegen kann.
Bei der Stromerzeugung werden Kraftwerke, die ihre Leistungsabgabe wenig variieren können oder - aus betriebswirtschafltichen Gründen - wollen, wie z.B. Kernkraftwerke, als "Grundlastkraftwerke" bezeichnet, weil sie besonders geeignet sind, die Grundlast in einem Versorgungsgebiet bereitzustellen. Die Leistungsschwankungen und - spitzen werden dagegen durch sehr flexible Gaskraftwerke oder Pumpspeicher- und Druckluftspeicherwerke bedient. Mit steigendem Anteil von fluktuierendem Windstrom und Solarstrom verringert sich die Zeit, wo Kernkraftwerke unter kostengünstiger Volllast gefahren werden können, d.h ihr Betrieb wird weniger rentabel [21] .
Aufgrund des Vorranggebots für Ökostrom müssen sich Kernkraftwerke der volatilen Lücke zwischen der im Stromnetz nachgefragten Last und dem Stromangebot aus Erneuerbaren Energien anpassen (sog. "Lastfolgebetrieb" oder "Lastwechselbetrieb"), wozu sie aber anscheinend zu wenig in der Lage sind, da es immer häufiger zu Phasen sogar negativer Strompreise an der Strombörse EEX kommt.
 


INES:
Das Kürzel INES steht für International Nuclear Event Scale, also internationale Skala für nukleare Ereignisse.




Großansicht
[BfS]

Stufe
Definition Beispiele
7
Katastrophaler Unfall 2011 Fukushima (Japan) ab 11.03.2011
1986 Tschernobyl
6
Schwerer Unfall 1957 Atomanlage Majak (Russland)
5
Ernster Unfall 1957 Windscale/Sellafeld (Großbritannien)
1979 Three Mile Island (USA)
4
Unfall 1977 Bohunice (Slowakei)
3
Ernster Störfall 1975 Greifswald/Lubmin (DDR)
2
Störfall 1998 Unterweser, 2001 Philippsburg,
2006 Forsmark (Schweden)
1
Störung  
0
Ereignis ohne oder mit
geringer sicherheits-
technischer Bedeutung
 
* vorläufige Einstufung vom 16.03.2011

BfS: INES-Skala mit Definitionen
Wikipedia: Infos / Definition der INES Stufen/ Beispiele von schweren Unfällen
 

 

Restrisiko:
Der Begriff "Risiko" stammt aus der Stochastik und entspricht der dort "Erwartungswert" genannten Größe. Danach wird das Risiko einer Havarie berechnet, in dem die prognostizierten Kosten einer Havarie mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert werden. Die Folgekosten eines Super-GAUs z.B. beim Reaktor Biblis B werden auf mindestens 5 Billionen Euro, die Wahrscheinlichkeit vom BfS auf 3/100.000, von Kritikern auf 1/10.000 pro Betriebsjahr veranschlagt [34] . Das Risiko beträgt also 5 Bil.• 3/100.000 = 150 Mio. bzw. 5 Bil./10.000 = 500 Mio. Diese gemessen an anderen Kosten vergleichsweise geringe Summe hat dazu geführt, vom "Restrisiko" zu sprechen. Dieser Begriff ist jedoch umstritten: Die Berechnungsmethode wirkt so, dass ein in der Realität einmalig anfallender extrem hoher Schaden, der Gesellschaften vor enorme kaum zu bewältigende Probleme stellt (wie Tschernobyl 1986 oder Japan 2011), rechnerisch über Zigtausende Jahre verteilt und dadurch im Durchschnitt so klein wird, dass er als tragbar und von einer Gesellschaft hinnehmbar erscheint. Außerdem ist die Berechnung pro Reaktor und Betriebsjahr wenig angemessen. Um das Gefahrenpotenzial für Deutschland halbwegs realistisch einzuschätzen, sollten alle 17 inländischen und wenigstens 15 sehr naheliegende Kernreaktoren im Ausland [35] über eine Generation hinweg (100/3 Jahre [36] ) berechnet werden. Unterstellt man - sehr vereinfachend und verharmlosend - für alle AKW trotz Alterung eine gleichbleibende Wahrscheinlichkeit (W) für einen Super-GAU pro Betriebsjahr, ergibt sich überschlägig: 32 • 100/3 • 3/100.000 = 3,2 %  [37] . Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in Deutschland im Zeitraum einer Generation einen Super-GAU erfahren, ist also etwas größer als die Wahrscheinlichkeit, beim üblichen Skatspiel eine bestimmte Karte, z.B. das Kreuz-Ass, zu ziehen [38] . Wird eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 1/10.000 verwendet, folgt überschlägig: 32 • 100/3 •  1/10.000 = 10,7 %.
  

 

Schmutzige Bombe:
Bomben aus konventionellen Sprengstoff vermischt mit radioaktiven Substanzen werden als "schmutzige Bombe" bezeichnet. Während der Bau einer "echten" (zur Kettenreaktion fähigen) Atombombe Expertenwissen erfordert, könnten z.B. Terroristen Plutonium mit Hilfe konventionellen Sprengstoffs über eine größere Fläche verteilen. Auch ohne atomare Kettenreaktion hätte das verheerende Folgen, da Plutonium hochgiftig ist und eine extrem lange Halbwertszeit besitzt. Neben Plutonium gibt es eine Reihe weiterer langlebiger Radionuklide, die relativ einfach handhabbar und erhältlich sind. Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) hat daher besonders vor der Gefahr durch "schmutzige Bomben" gewarnt.

 

 

Sekundär-Uran:
Uran, das nicht aus einer "Primär-Quelle", also aus Uranerz-Lagerstätten, stammt, wird als "Sekundär-Uran" bezeichnet. Die wichtigsten Sekundär-Quellen sind recyceltes Uran aus abgebrannten Brennelementen oder überschüssigem Waffenuran und aus Lagerbeständen
[22] .
 

 

Super-GAU:
Das Kürzel "GAU" steht für "Größter Anzunehmender Unfall". In einem Kernkraftwerk ist damit die Überhitzung und anschließende Schmelze des Reaktorkerns gemeint, wodurch Radioaktivität zunächst nur in das umgebene Reaktorgehäuse gelangen kann. Laut Atomgesetz müssen Kernkraftwerke technisch, baulich und organisatorisch so ausgelegt sein, dass auch nach einem GAU nicht mehr Radioaktivität in die Umgebung gelangt, als die gesetzlichen Grenzwerte erlauben. Passiert das dennoch, wie z.B. in Tschernobyl 1986 oder Japan nach dem Tsunami am 11.3.11, wird der Havarieverlauf mit "Super-GAU" bezeichnet. Ein Super-GAU entspricht also der Stufe 7 und 6, teilweise auch 5 der INES-Skala.
Abgesehen von dieser technischen Definition hat sich umgangssprachlich eher ein Sprachgebrauch durchgesetzt, der "Super" im Sinne von besonders schwerwiegend oder folgenreich verwendet, wobei meist eine großvolumige, teils auch weiträumige Freisetzung von Radioaktivität gemeint ist. In dieser umgangssprachlichen Verwendung war bisher nur die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 ein Super-GAU.
Nach der ursprünglichen technischen Definition (mehr Radioaktivität außerhalb des Reaktorgebäudes als der gesetztliche Grenzwert nach einem Störfall) sind die Reaktorhavarien in Japan nach dem Tsunami am 11.3.11 als Super-GAU zu kategorisieren, unabhängig davon, ob im weiteren Verlauf (aktueller Stand: 14.3.11, 12:00) noch eine katastrophale Freisetzung und Verbreitung von Radioaktivität passiert.

  
zum Seitenanfang Aktuelles / Archiv
Presse-/ Online-Medien
Datenbank
Der Presse-/Medienspiegel (Tages-, Wochenzeitungen, Monatszeitschriften und Online-Medien sowie Infos aus Newslettern von Umweltverbänden und NGOs) bieten vielfältige aktuelle und Hintergrund-Informationen.
Alle Datenbank-Einträge zum Thema  "Atomenergie":
Jahrgang:  2005  2006  2007  2008  2009  2010  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017 
   
Beliebige Suchbegriffe können recherchiert werden durch direkte Eingabe in die Maske oben auf der Startseite zum Presse-Archiv.  
  
Radio- und Fernseh-
Sendungen
Der Radio- und Fernseh-Sendungen bieten vielfältige vielfältige aktuelle und Hintergrund-Informationen:    =>  Programm-Vorschau
 
Die Sendungen können oft längere Zeit in der jeweiligen Mediathek bzw. auf der Website des Senders online abgerufen werden. Anhand des folgenden Archivs können kontextbezogene Sendungen recherchiert werden
Jahrgang:  2009  2010  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017 
     
Daten/Statistiken/ Infografiken: Aktuelles   (die jüngsten Datensätze)
Strommix
DE 1990-2016
Strommix-DE-1990-2016: Globus Infografik 11708/ 28.04.2017
28.04.17   (911)
dpa-Globus 11708: Strommix - früher und heute
In den Jahren 1990|2016 wurden insgesamt rund 550|648 TWh Strom erzeugt. Der Vergleich des Stommixes der Jahre 1990|2016 zeigt eine deutliche Verschiebung weg von den tradionellen Energiequellen (Anteile in %: Braunkohle 31,1|23,1; Kernenergie 27,7|13,1; Steinkohle 25,6|17,2; Mineralöl 2,0|0,9) hin zu den erneuerbaren Energien 3,6|29,0 und zu Erdgas 6,5|12,4, das als Übergangsenergie zu den erneuerbaren Energien gilt. Diese rangieren inzwischen auf Platz 1, allerdings gefolgt von der besonders klimaschädlichen Braunkohle. Die Atomstrommenge hat sich von 1990 bis 2016 etwas mehr als halbiert auf 84,6 TWh (13,1 % der Bruttostromerzeugung). Tabellenansicht
Ergänzung (zgh): Durch den Atomausstieg werden die aktuell noch betriebenen 8 Atomkraftwerke schrittweise bis 2022 vom Netz genommen. Damit die Versorgungs-sicherheit gewährleistet bleibt und kein Stromausfall im großen Ausmaß (Blackout) entsteht, müssen parallel im Zuge einer forcierten Energiewende a) die Erneuerbaren Energien und b) großvolumige Stromspeicher sowie c) Stromtrassen und d) die intelligente Vernetzung von Stromerzeugern - und verbrauchern (smart grid) ausgebaut werden. Wegen b) kommt noch e) die Umwandlung von Strom in Wasserstoff und/ oder Methan (Power to Gas) hinzu. In allen fünf Bereichen liegt die Entwicklung stark hinter den Erfordernissen zurück. Dadurch wächst das Risiko, dass der Atomausstieg ein 3.Mal revidiert wird (doppelte Merkel-Wende in der Energiepolitik 2010/2011), oder dass vermehrt Kohlestrom den rückgängigen Atomstrom ersetzt, was aktuell in Phasen passiert, wo das Ökostromaufkommen nicht ausreicht (z.B. wg. Dunkelflaute) oder nicht weiträumig genug verteilt werden kann (z.B. wg. unzureichendem Netzausbau). Dies ist mit eine Ursache dafür, dass der CO2-Ausstoß Deutschlands 2016 wieder gestiegen ist.
 
Quelle: AG Energiebilanzen     Infografik-Bezug      Tabelle/ Infos   

| Strom | EW-Strom | Kohle | Erdgas | Erdöl | Atomenergie | Atomausstieg | Erneuerbare Energien |
Energiemix-DE-2016
Energiemix-DE-2016: Globus Infografik 11478/ 06.01.2017
06.01.17   (855)
dpa-Globus 11478: Deutschlands Energiemix 2016
Nach ersten Berechnungen ist der Primärenergieverbrauch (PEV) 2016 um 1, 6% im Vergleich zum Vorjahr auf 13.427 PJ (458,2 MtSKE = 3.729,7 TWh) gestiegen, die sich so auf die Primärenergiearten verteilen (in %): Mineralöl 34,0; Erdgas 22,7; Erneuerbare Energien 12,6; Steinkohle 12,2; Braunkohle 11,4; Kernenergie 6,9;  sonstige (incl. Strom-Außenhandel) 0,3. Tabellenansicht

Quelle: AGEB     Infografik-Bezug      Tabelle/ Infos 

| Primärenergie | Erdöl | Erdgas | Kohle | Atomenergie | Erneuerbare Energien | Strom | Energiemix |
Primärenergie
Welt 2015
Energie_Welt-2015: Globus Infografik 11110/ 08.07.2016
08.07.16   (782)
dpa-Globus 11110: Weltenergie 2015
Der Primärenergieverbrauch weltweit ist 2015 um 1,0 % auf 13,147 Milliarden Tonnen Öleinheiten (Gtoe*) gestiegen, die sich wie folgt auf die Regionen verteilen (%):
Asien u. Australien 41,8; Europa 21,6; USA, Kanada 19,8; Südamerika 6,7; Naher Osten 6,7; Afrika 3,3.
Anteil der Energiearten (%): fossil 85,9; (Öl 32,9; Kohle 29,2; Gas 23,8); erneuerbar 9,6; atomar 4,4. Tabellenansicht
* 13,147 Gtoe = 550,4 EJ = 152,9 PWh  (1 Gtoe = 41,868 EJ;   3,6 EJ = 1 PWh)

Quelle: BP Statistical Review of World Energiy   Infografik-Bezug      Tabelle/ Infos   

| Primärenergie | Erdöl | Erdgas | Kohle | Atomenergie | Erneuerbare Energien |
Daten/Statistiken/ Infografiken: Archiv   (jahrgangsweise chronologisch)
Jahrgang:  2006  2007  2008  2009  2010  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017 
zum Seitenanfang weitere Daten / Statistiken / Infografen
Daten-Extraseite Vielfältige weitere Informationen bietet die Extraseite:
   => Atomenergie: Daten/ Statistiken/ Infografiken
  
Dokumente: Aktuelles   (die jüngsten Datensätze)
WEO-2014
WEO-2014
12.11.14   (114)
IEA: World Energy Outlook 2014
Jährlich im November veröffentlicht die IEA ihren "World Energy Outlook" (WEO), eine umfangreiche Datensammlung zur Entwicklung der Primärenergieträger in der Vergangenheit sowie Prognosen, in diesem Jahr erstmals bis zum Jahr 2040, samt daraus sich ergebender Konsequenzen für die Versorgungssicherheit sowie den Umwelt- und Klimaschutz. Erfasst werden die nicht regenerierbaren Energiequellen (Öl, Kohle, Gas, Atomkraft) und einige der regenerierbaren (Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie, Biomasse) im Hinblick auf Energienachfrage und - angebot sowie Energiehandel und Investitionen in Infrastruktur. 2014 zählen u.a. die Gas- und Ölschwemme, verursacht durch Fracking in den USA, zu den Schwerpunktthemen. Aus diesem Datenpool werden ergänzend diverse Statistitiken zu den energiebedingten CO2-Emissionen abgeleitet. Zunehmend werden auch Aspekte wie Energieverteuerung und Folgen der Klimaerwärmung analysiert. Wie schon in den letzten Jahren sieht die IEA die Risiken wachsen, dass das 2°C-Ziel weit verfehlt wird und schlägt deshalb verschiedene Maßnahmen zum drastischen Reduktion der Treibhausgas-Emissionen vor.
  
Informationen: Überblick/ Inhaltsverzeichnis/ Bestellung / Presse-Präsentation  
Download: Pressepräsentation mit den zentralen Aussagen und Infografiken [pdf]

| Energie | Fossile Energien | Erdöl | Kohle | Erdgas | Atomenergie | Erneuerbare Energien | Windenergie | Solarenergie | Wasserkraft | Biomasse | Fracking | Treibhausgase | Klimaerwärmung | 2 °C - Schwelle |
Fossile Energien
EWG-2013
fossile Energien-Prognosen
26.03.13   (113)
Energy Watch Group: Fossile und nukleare Brennstoffe - die künftige Versorgungssituation
Während die IEA in ihrem WEO 2012 eine weitere Ausweitung der Förderung bei Erdöl und Erdgas aufgrund neuer Fördermethoden wie Fracking für realistisch hält, prognostiziert die Energy Watch Group (EWG) in ihrer neuen Studie das baldige Überschreiten des Fördermaximums (Peak) und danach das schnelle Absinken.
  
Download:  Presseerklärung  Präsentation  Kurzfassung (1,5 MB)  Langfassung (4,2 MB)

| Erdöl | Erdgas | Kohle | Uran | Fossile Energien | Fracking |
WEO-2012
IEA: World Energy Outlook (WEO) 2012
12.11.12   (102)
IEA: World Energy Outlook 2012
Jährlich im November veröffentlicht die IEA ihren "World Energy Outlook" (WEO), eine umfangreiche Datensammlung zur Entwicklung der Primärenergieträger in der Vergangenheit sowie Prognosen bis zum Jahr 2035 samt daraus sich ergebender Konsequenzen für die Versorgungssicherheit und den Umwelt-/Klimaschutz. Erfasst werden die nicht regenerierbaren Energiequellen (Öl, Kohle, Gas, Atomkraft) und einen Teil der regenerierbaren (Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie, Biomasse) im Hinblick auf Energienachfrage und - angebot sowie Energiehandel und Investitionen in Infrastruktur. Aus diesen Daten werden ergänzend diverse Statistitiken zu den energiebedingten CO2-Emissionen abgeleitet. Zunehmend werden auch Aspekte wie Energieverteuerung und Folgen der Klimaerwärmung (u.a. Kühlwassermangel) analysiert. Wie schon im WEO 2011 sieht die IEA die Risiken wachsen, dass das 2°C-Ziel weit verfehlt wird und schlägt deshalb ein umfassendes Maßnahmenbündel zur drastischen Steigerung der Energieeffizienz vor.
  
Informationen: Überblick/ Inhaltsverzeichnis/ Bestellung / Presse-Präsentation  
Download: Pressepräsentation mit den zentralen Aussagen und Infografiken [pdf, 890 KB]

| Energie | Erdöl | Erdgas | Kohle | Atomenergie | Wasserkraft | Windenergie | Solarenergie | Biomasse | Energiesparen | Energieeffizienz |
Dokumente: Archiv   (jahrgangsweise chronologisch)
Jahrgang:  2006  2007  2008  2009  2010  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017 
  
Unterrichtsmaterialien: Aktuelles   (die jüngsten Datensätze)
Super-GAU
Alle 23 Jahre ein Super-GAU:  Grafik Großansicht
Arbeitsblatt / Lösungen
20.04.11   (56)
MUED: Alle 23 Jahre ein Super-GAU
Aus aktuellem Anlass der Atomkatastrophe in Japan und des 25.Jahrestages der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl hat MUED ein Arbeitsblatt (AB) mit Aufgaben (A) zur Berechnung von Wahrscheinlichkeiten eines Super-GAUs erstellt. Ausgangspunkt sind Aussagen aus einer Dissertation von Eva Glawischnig aus dem Jahr 1999, die am 18.3.11 unter womat.at dargestellt und teils falsch interpretiert werden. In A1 ist diese Fehlinterpretation zu erläutern und eine mathematisch korrekte Alternative zu formulieren. Bei den folgenden Aufgaben A2-A4 wird eine Eintrittswahrscheinlichkeiten von 1/10.000 für eine Kernschmelze aus der "Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke – Phase A" als Basis für weitere Wahrscheinlichkeitsberechnungen (W) im Kontext der Binomialverteilung gewählt: W. für mindestens 1 Super-GAU in Deutschland, in Japan, in Europa, weltweit, wobei die Aussage "Im Durchschnitt alle 23 Jahre ein Super-GAU" bestätigt wird. Die vorgestellten Lösungen verwenden nur elementare Rechenmethoden der W.-Theorie und sind daher geeignet ab Jahrgang 9.
  
Download: Arbeitsblatt/ Lösungen: "Alle 23 Jahre ein Super-GAU" (pdf, 69 KB)

| Tschernobyl | Fukushima | Atomenergie | Atomausstieg |
Energie-Klima-EU
Energie-Klima-EU:  Grafik Großansicht
Zeitschrift
April 11   (57)
LpB: Energie-und Klimapolitik in der EU
Reihe "Deutschland und Europa", ISSN 1864-2942
Heft Nr 61-2011 der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) aus der Reihe "Deutschland & Europa" bietet vielfältige Informationen (Texte, Tabellen, Statistiken, Infografiken) rund um den Themenkomplex Energie und Klima, wobei auch aktuelle Ereignisse (Fukushima, Umbrüche in arabischen Staaten) einbezogen werden. Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen (Klimaerwärmung, nachhaltige Energieversorgung) liegt der Schwerpunkt des Heftes auf Lösungsstrategien in der EU, vor allem dem Emissionshandel. Weitere Kapitel behandeln die Geschichte der Energiepolitik seit 1945 und speziell die Energie- und Klimapolitik Russlands. Die beiden letzten Kapitel widmen sich der Zukunft der Atomenergie und der Erneuerbaren Energien. Das Heft eignet
sich für den Unterricht ab etwa Jahrgangsstufe 10.
  
Infos/Bestellung   Inhaltsverzeichnis/didaktische Hinweise  Download (pdf, 6,3 MB)

| Energie | Klima | Klimaerwärmung | Treibhausgase | Atomenergie | Fossile Energien | Erneuerbare Energien | Emissionshandel |
Kernenergie-Folien
Kernenergie-Folien:  Grafik Großansicht
Foliensatz
24.03.11   (54)
Cornelsen: Nutzung der Kernenergie
Aus Anlass der Atomkatastrophe in Japan, ausgelöst durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 mit Tsunami am 11.03.11, bietet Cornelsen einen Foliensatz zur Nutzung der Kernenergie zum kostenlosen Download (für registrierte LehrerInnen) an: (1) Kernspaltung  (2) Kettenreaktion  (3) Druckwasserreaktor  (4) Siedewasserreaktor .
  
Download: Foliensatz zur Nutzung der Kernenergie 

| Atomenergie | Atomausstieg | Fukushima |
Unterrichtsmaterialien: Archiv   (jahrgangsweise chronologisch)
Jahrgang:  2007  2008  2009  2010  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017    Alle  
 
 
zum Seitenanfang interne Links
internes Lexikon   Erneuerbare Energien    fossile Energien     Klimawandel   Treibhauseffekt   
 
 Solarenergie   Windenergie   Wasserkraft    Biomasse   Geothermie  
Dossier  Nachhaltige Energieversorgung / Energiemix    Energieabhängigkeit
 Ressourcenkonflikte
Ober-Themen  Energie   Klima
    
zum Seitenanfang externe Links
   
Wikipedia   Kernenergie  Kernkraftwerk  Atomausstieg  Kernfusionsreaktor 

Informationskreis Kernenergie
www.kernenergie.de
 
Portal zur Atomenergie

Der 1975 gegründete "Informationskreis Kernenergie" (IK) vereinigt Vertreter der Energiewirtschaft und Repräsentanten aus verschiedenen industrienahen Institutionen und Gremien, darunter Wissenschaftler und Experten. Im Rahmen aktueller Mitteilungen sowie Hintergrund-Infos stellt der IK auch Daten und Statistiken zur Atomenerige und zu Atomkraftwerken bereit.
  

www.bmu.de
Das Umweltministerium bietet auf seiner Spezialsite zur Atomenergie auch vielfältige Daten zur Atomenergie, u.a. in aktuellen Pressemitteilungen und Dokumentationen, wobei sich viele Beiträge auf den Atomausstieg beziehen.
www.bmu.de/atomenergie/
  
   
zum Seitenanfang Anmerkungen
Anmerkungen werden im obigen Text durch [n] markiert, wobei n eine interne Nummer ist, die der zeitlichen Reihenfolge der Einführung der Anmerkungen [1], [2], [3], ..., folgt, die im Zuge von Ergänzungen abweichen kann von der Reihenfolge im Text. Durch einen Klick auf   [n]  gelangt man an die Textstelle der Anmerkung.
  
Bei sich möglicherweise verändernden Quellen (Websites) wird das Datum des Zugriffs (Z TT.MM.JJ) notiert, ansonsten das interne Datum [TT.MM.JJ] der jeweiligen Quelle, sofern vorhanden.
  
[1] Wikipedia: Atomausstieg (Z 10.10.08)
[2] dpa-Grafik 3731: Stromerzeugung und Klimabilanz [04.02.08]
[3] GEMIS-Datenbank: CO2-Bilanz der Stromerzeugung  [01.12.05]
[4] dpa-Globus Grafik 2630: Europas Strom aus Atom [12.02.09]
[5] dpa-Globus Grafik 0449: Uran - Kein Brennstoffmangel in Sicht [03.02.05]
[6] dpa-Globus Grafik 2311: Atomare Welt: Länder, die Atomenergie erzeugen  [29.8.08]
[7] Hrsg. Heinrich Böll Stiftung, Koordinator Felix Matthes: Mythos Atomkraft. Ein Wegweiser. Berlin 2006, Kapitel 3.2.: Uranabbau, S.128-156,   Hinweise/ Bezug/ Teil-Downloads     Gesamt-Download (28,5 MB)
[8] taz: Der Atomanstieg erreicht bald die Halbzeit [17.04.08]
[9] a) dpa-Globus Grafik 2215: Auslaufmodell Atomkraft: Restlaufzeiten, Reststrommengen, Störfälle  [29.07.08]
b)
Anzahl sicherheitsrelevanter Defekte von 1993 bis 2008: alte Reaktoren: Krümmel 82, Brunsbüttel 80, Biblis-B 78, Biblis-A 66. Neue Reaktoren: Neckarwestheim II 19, Isar II 20. Quelle: Quellennachweis 
c) DUH: Neckarwestheim birgt "unverantwortliches Risiko", bezieht sich auf folgende Kurzstudie
d) W. Renneberg: Sicherheitstechnische Bewertung des Kernkraftwerks Neckarwestheim I  [21.01.11]
[10] Billiger Atomstrom. Welchen Preis zahlt der Verbraucher
in: HR-Infomagazin "Alles Wissen",  Sendung 22.10.08
[11] Wikipedia: Sicherheit von Kernkraftwerken,  (Z 10.10.08)
[12] atomhaftpflicht.de: Atomhaftpflicht  (Z 22.10.08)
[13] a) Tagesanzeiger: "AKW sollen für 500 Milliarden haften", [24.2.07]
b) Yvonne Elfriede Hein: Keine Haftung bei einem GAU [taz, 25.4.17]
[14] Wikipedia: Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls, (Z 10.10.08)
[15] Odenwald-Geschichten: Alptraumszenario Terrorangriff   [26.11.07]
basiert auf Studie des Öko-Instituts, 20.11.07, siehe [16]
[16] a) Dr. Chr. Pistner/ Dipl.Phys.Chr.Küppers: Analyse des Bedrohungspotenzials „gezielter Flugzeugabsturz“ am Beispiel der Anlage Biblis-A (pdf, 1,4 MB), Darmstadt, 20.11.07. Studie des Öko-Institut e.V. im Auftrag von EUROSOLAR.
b) Spiegel: Terroranschlag auf AKW Biblis würde Berlin bedrohen [26.11.07]
[17] Eine Dauer von 1 Millionen Jahre ist laut Wikipedia (Atomsemiotik) Vorgabe des AkEnd (Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte)
[18] a) Prof. Dr.Hans-Jürgen Ewers, Klaus Rennings (Uni Münster): Abschätzung der Schäden durch einen sogenannten Super-GAU. Prognos-Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Basel, April 1992.[Die Studie ist dokumentiert bei www.zukunftslobby.de]
b) taz-Grafik: Die wahren Kosten der Atomkraft [taz 6.11.10], nach Daten der Uni Stuttgart und der Agentur für erneuerbare Energien.
c) Wolfgang Emke (Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg): Atomstrom ist nicht billig  [taz 19.08.08]
[19] Hamburger-Bildungsserver (HBS): Kernspaltung und Kettenreaktion  (pdf, 360 KB)
[20] Abbildung 1: Die Energieverluste im Energienutzungssystem in Deutschland 2000, auf S.9 des RNE-Berichts: "Perspektiven der Kohle in einer nachhaltigen Energiewirtschaft" vom 30.9.2003 (ursprüngliche Version online nicht mehr verfügbar; ersatzweise: BINE-Dokumentation
[21] Kraftwerke mit hohen Fixkosten und geringen laufenden Kosten, wie z.B. Kernkraftwerke, müssen möglichst rund um die Uhr das ganze Jahr (8760 h) über unter Volllast laufen, um rentabel zu sein. Als Schwellenwert für Rentabilität von Kernkraftwerken gelten 8000 Volllaststunden pro Jahr. Im Jahr 2008 kamen die Kernkraftwerke in Deutschland durch den wachsenden Ökostrom im Schnitt auf nur noch 6820 Volllaststunden, für 2009 werden weniger als 6000 Stunden prognostiziert.
Daten aus: Bernward Janzing: Eine klare Rechnung  [taz 02.05.09]
[22] siehe [7]
[23] siehe [2]
[24] Oda Becker: Terrorangriffe mit einer panzerbrechenden Waffe (AT-14-Kornet-E) auf (ältere) deutsche Atomkraftwerke (pdf, 69 KB, Sep.2010)
[25] Max Rauner, Jens Ueblecke: Sind unsere Atomkraftwerke fit für die Zukunft ? Die Atomkraftwerke sollen länger laufen - aber passen sie von 2020 an noch ins Energiesystem? Die grüne Zukunft steht auf dem Spiel [Zeit Wissen Nr.6 (Okt./Nov.) 2010, S.86/87]
[26] Im Zeitraum 1950 bis 2010 betrugen die Subventionen für die Stromkonzerne 204 Mrd. Euro (in aktuelle Preise umgerechnet), weitere 100 Mrd. Euro kämen hinzu, wenn die Laufzeitverlängerung wie am 28.10.10 vom Bundestag beschlossen tatsächlich umgesetzt wird. Quelle: Greenpeace-Gutachten 13.10.10
[27] a) Manfred Kriener: Aufbruch ins Wunderland. Deutschlands Stromkonzerne wollten ursprünglich gar keine Atomenergie. Doch die Politik drängte - und zahlte alles. [ZEIT 40/30.09.10, S.24]
b) Peter Becker: Aufstieg und Krise der deutschen Stromkonzerne, Kap.8, S.186 ff
[28] Bei Durchsicht von Gorleben-Akten der BGR hat Greenpeace Berichte gefunden, dass im Bereich des Salzstocks bei Gorleben brennbare Gase vorhanden sind. Gase - wie auch Wasser - im Salzstock sind aber unvereinbar mit der erforderlichen Langzeitstabilität. Quelle: Greenpeace 2.11.10
[29] Aufgrund der teils sehr langen Halbwertszeiten der radioaktiven Stoffe hat der Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) vereinbart, eine sichere Lagerung des Atommülls über mindestens 1 Million Jahre zu verlangen (siehe [17]). In diesem Zeitraum würde z.B. 1 Tonne Plutonium-239 auf  1 Millionstel Gramm (µg) zerstrahlen (siehe: Berechnungsbeispiel zu Halbwertszeit). Auch diese Dosis von 1 µg wäre aber bei z.B. Inkorporation immer noch tödlich. Die Festlegung von 1 Million Jahre heißt also keineswegs, dass nach 1 Mio Jahre von dem radioaktiven Atommüll keine Gefahr mehr ausgeht. Bis z.B. die Strahlung eines Brennelements auf das natürliche Niveau abgeklungen ist, dauert es 3 Mrd. Jahre (s. Zeit-Grafik 4.11.10)
[30] Werden pro 100 Jahre 3 Generation angesetzt, so folgt mit [29]: 1 Mio / 100 • 3 = 30.000
[31] Die schwarzgelbe Regierung beschloss im Rahmen ihres neuen Energiekonzepts (Sep.2010) eine Laufzeitverlängerung der 7 älteren Atomkraftwerke (Inbetriebnahme vor 1981) um 8 Jahre und der 10 jüngeren Atomkraftwerke um 14 Jahre. Gegen die Laufzeitverlängerung sind eine Reihe von Klagen angekündigt. Behält sie dennoch Bestand, würde das jüngste AKW erst 2036 abgeschaltet (s. Abschnitt: Laufzeitverlängerung)
[32] Die Alkaida-Terroristen hatten ursprünglich geplant, mit 10 entführten Passagierflugzeugen nicht nur das WTC und Pentagon zu zerstören, sondern auch das CIA- und FBI-Hauptquartier sowie Atomkraftwerke. Nur aus taktischen Erwägungen wurde dieser umfassende Plan aufgegeben, so der Bericht der "9/11 Commission".(s.Becker S.220)
[33] Auch sehr unwahrscheinliche Ereignisse können nicht nur rein theroteisch sondern auch in der Realität eintreten, wie die Tsunami-Katastrophe in Japan am 11.03.11 mit einer selten hohen Stärke von 9,0 zeigt. Erdbeben schon ab Stärke 8 wurden als so extrem unwahrscheinlich dargestellt, dass selbst im stark erdbebengefährdeten Japan Kernkraftwerke nur gegen Stärken bis maximal 8,25 ausgelegt wurden. Das Restrisiko einer Katastrophenabfolge wie am 11.03.11 wurde von Experten als extrem klein und daher "hinzunehmen" eingeschätzt, so dass dagegen keine hinreichenden Vorkehrungen getroffen wurden.
[34]

Kosten von 5 Billionen: siehe [12], [13].
Die Eintrittswahrscheinlichkeit 3/100.000 wird statt 1/33.000 (siehe [14] ) zum vereinfachten überschlägigen Rechnen verwendet. Dieser Wert wird von vielen Atomenergie-Kritikern als viel zu klein kritisiert. Stattdessen wird ein 3 mal so großer Wert, also eine Größenordnung von 1/10.000, als angemessener angesehen.

[35]

Nach den Erfahrungen der Atomkatastrophe in Japan ab dem 11.03.2011 ist auch unter günstigen Umständen mindestens ein Umkreis mit 100 km Radius um ein Atomkraftwerk so stark gefährdet, dass er ggf. wegen Verstrahlung evakuiert werden sollte. Im Ausland gibt es insgesamt 15 Reaktorblöcke an 7 Standorten, in deren 100 km-Umkreis mindestens eine Großstadt in Deutschland liegt
siehe: Daten/Statistiken zur Atomenergie >
Kernreaktoren in Europa

[36] Der Generationenabstand variiert zwischen 30 und 36,5 Jahre. Zum überschlägigen Rechnen setzen wir pro 100 Jahre 3 Generationen an, also einen Generationenabstand von 100/3 = 33,3 Jahre
[37] Bezeichnet p die Eintrittswahrscheinlichkeit für einen Super-GAU pro Betriebsjahr, z.B. p = 3/100.000, und n die Anzahl der Betriebsjahre, dann ist die Wahrscheinlichkeit (W) für mindestens 1 Super-GAU in n Betriebsjahren ungefähr gleich n • p, wie folgende Herleitung zeigt, bei der elementare Regeln aus der W.Rechnung als bekannt vorausgesetzt werden: (1 - p)n ist die W. dafür, dass es in n Betriebsjahren keinen Super-GAU gibt, also ist 1 - (1 - p)n die W., dass es in n Betriebsjahren mindestens 1 Super-GAU gibt. Bei kleinem p gilt: (1 - p)n 1 - n • p,   also 1 - (1 - p)n   1 - (1 - n • p)   = n • p
[38] Das übliche Skatspiel hat 32 Karten. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Karte (z.B. das Kreuz-Ass) aus einem gut gemischten Stapel gezogen wird, ist also 1/32 = 3,1 %.
 

Stand: 16.03.11/zgh Thema Energie & Ressourcen  
zur Themenübersicht zum Oberthema: Energie/ Ressourcen zum Seitenanfang

Homepage: Agenda 21 Treffpunkt
Suchen Lexikon
Register Fächer Datenbank
Medien Links Daten  
Projekte Dokumente  
Schule und Agenda 21
Lokale Agenda Globale Agenda
Homepage: Agenda 21 Treffpunkt

Kontakt über uns Impressum Haftungsausschluss Copyright   © 1999 - 2017  Agenda 21 Treffpunkt