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Lexikon 2 Grad Celsius Schwelle
 
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Globale Erwärmung:
Die globale Durchschnittstemperatur ist seit Beginn der Industrialisierung ab etwa 1850 infolge des durch menschliche Aktivitäten (vor allem Verbrennen fossiler Energien) verstärkten Treibhauseffekts um etwa 0,8 °C gestiegen. Geht die globale Erwärmung immer weiter, droht ab einer bestimmten Schwelle das globale Klima zu "kippen", d.h. es  werden Prozesse des Klimawandels in Gang gesetzt, die irreversibel sind, also weder gestoppt noch durch menschliches Handeln nennenswert gemildert werden könnten [1]. Zudem sind einige dieser Klimawandel-Prozesse selbstverstärkend, z.B. verringert das Abtauen der Polkappen oder von Gletschern die Albedo der Erde, wodurch sie sich noch mehr erwärmt, was wiederum das Schmelzen beschleunigt usw. ( => Albedo-Rückkopplung)
  

Kipp-Punkte
Kipp-Punkte im Klimasystem: Germanwatch
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Der Wert von 2° C hat sich über die Jahre als unter Klimaforschern (IPCC) weithin akzeptierter Schwellenwert etabliert: Verschiedene Klimasimulationen und Szenarien lassen es als wahrscheinlich erscheinen, dass beim Überschreiten dieser Schwelle Kipp-Punkte im Klimasystem, also irreversible Klimawandel-Prozesse ausgelöst werden [2]. Die kritische Schwelle von  +2 °C ist allerdings nicht unumstritten: Klimaforscher James Hansen  hält + 1°C für angemessener [3].

450 ppm-Schwellenwert für den CO2-Anteil in der Atmosphäre:
Da das Treibhausgas CO2 der Hauptverursacher des anthropogenen Treibhauseffekts ist, haben Wissenschaftler mit Klimasimulationen versucht, eine Schwelle für die CO2-Konzentration in der Atmosphäre festzulegen, die mit dem 2 °C-Ziel noch gerade verträglich ist: Der IPCC schätzt den Wert auf 450 ppm .
Laut GCP-Studie betrug die CO2-Konzentration im Jahr 2007 383 ppm,  2,2 ppm mehr als 2006. Falls der Anstieg gleich bleibt, würden die 450 ppm in rund 30 Jahren erreicht.
Der Anstieg von 2005 bis 2006 betrug aber nur 1,8 ppm. Es ist also eher mit einer weiteren Erhöhung des Anstiegs zu rechnen. Es wächst daher die Gefahr, dass kritische Schwellenwerte im Klimasystem überschritten werden!
   

 

Ein Forscherteam um James Hansen hält die 450 ppm über längere Zeit für viel zu hoch, da schon bei diesem Wert im nächsten Jahrhundert irreversible und sich selbst verstärkende Klimawandel-Prozesse ausgelöst werden, z.B das Abtauen der Permafrost-Böden in Sibirien oder das Schmelzen der Polkappen und Gletscher. Hansen legt den kritischen Schwellenwert deutlich tiefer bei ca. 350 ppm an. Da laut GCP-Studie die CO2-Konzentration im Jahr 2007 auf 383 ppm angestiegen ist und auch die anderen Treibhausgase (Methan, Lachgas) neue Höchststände erreichen (WMO-Bulletin), muss laut Hansen der weltweite Treibhausgas-Ausstoß deutlich stärker und schneller als bisher geplant reduziert werden, um das Klima noch hinreichend zu stabilisieren [4]. Z.B. meint Hansen, dass keine Kohlekraftwerke mehr gebaut werden dürfen, und er plädiert für ein globales Kohlemoratorium [5].

  
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Presse-/ Online-Medien
Datenbank
Der Presse-/Medienspiegel (Tages-, Wochenzeitungen, Monatszeitschriften und Online-Medien sowie Infos aus Newslettern von Umweltverbänden und NGOs) bieten vielfältige aktuelle und Hintergrund-Informationen.
Alle Datenbank-Einträge zum Thema  "2 °C - Schwelle":
Jahrgang:  2007  2008  2009  2010 
   
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Daten/Statistiken/ Infografiken: Aktuelles   (die jüngsten 2 Datensätze)
CO2-Emissionen
CO2-Emissione-Haushalte: ZEIT-Grafik 50-2009
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 [ZEIT]
03.12.09   (145)
ZEIT-Grafik: Klima, hausgemacht
Der aktuelle weltweite CO2-Ausstoß beträgt ca. 30 Mrd. Tonnen (Gt) CO2. Nur rund die Hälfte wären noch mit dem 2 °C-Ziel vereinbar. Bei einer Weltbevölkerung von derzeit 6,8 Mrd. sind das ca. 2,2 t pro Kopf, 5 mal weniger als der durchschnittliche jährliche CO2-Ausstoß pro Kopf  in Deutschland mit rund 11 t. Zwar verursachen die privaten Haushalte direkt nur 15 % der gesamten CO2-Emissionen, weniger als die anderen Sektoren (Energiewirtschaft 46 %, Verkehr 18 %, Industrie/ verarbeitendes Gewerbe 20 %). Diese Sektoren produzieren aber letztendlich Güter (Produkte/ Dienstleistungen), die zum erheblichen Teil von den privaten Haushalten konsumiert werden. Der private Konsum hat also großen Einfluss auf den gesamten CO2-Ausstoß eines Landes. Die Grafik gibt dazu Beispiele, wie sie typsicherweise anfallen (Angaben in t CO2): • Verkehr: Limousine 3,67; Kleinwagen 2,0; Zugfahren 0,9;  • Urlaub: Thailand 5,7; Mittelmeer 1,2; Ostsee: 0,12; •  Ernährung: Fast-Food-Esser 2,4; Gesundheitsbewusste 1,85; Veganer 0,94; •  Wohnen (Heizen+Warmwasser): Altbau 3,7; modernisiert 1,6; Niedrigenergie: 0,12.
  
Die Grafik (pdf, 1,0 MB) ist eingelinkt im Artikel: Klima, hausgemacht [ZEIT 50/2009]

| Treibhausgase | Treibhauseffekt | Klimawandel | Klimaerwärmung | 2 °C - Schwelle |
Klimaschutz-
Finanzierung
Klimaschutz-Finanzierung: iwd-Grafik
12.11.09   (132)
iwd-Grafik: Klimaschutz: Woher das Geld kommen könnte
Der Klimawandel schreitet voran, Maßnahmen zur Treibhausgas-Reduktion wie auch zur Anpassung an die Folgen der globalen Erwärmung werden immer dringlicher. Die EU-Kommission rechnet bis 2020 mit jährlichen Kosten von 175 Mrd. € weltweit, falls die 2 °C-Schwelle nicht überschritten werden soll. Zur Finanzierung werden unterschiedliche Modelle und Bemessungsgrundlagen für jene Staaten diskutiert, die die Kosten tragen sollen, allen voran die Industriestaaten, u.a.: BIP; Treibhausgas-Ausstoß in einem bestimmten Jahr, z.B.2006; kumulierte Treibhausgase-Emissionen z.B. 1950 - 2005; oder eine globale CO2-Steuer, ggf. mit einem Freibetrag von 1,5 bis 2 Tonnen CO2. Je nach Modell variieren die veranschlagten Kosten (in Mrd. €), z.B.: USA: 64 - 88; EU15: 52 - 75; Deutschland: 12 - 19; Japan: 15 - 22; Kanada: 6 - 9; Norwegen: 0,5 - 2. Sollen die erforderlichen 175 Mrd. € alleine über eine CO2-Steuer finanziert werden, fallen Kosten in der Größenordung von 10 € an, z.B. im Jahr 2005: 175 Mrd. € / 15,2 Mrd.tCO2 = 11,51 €/ tCO2.
  
Die iwd-Grafik befindet sich auf S.7 der iwd-Ausgabe 46/2009 (1,7 MB)

| Klimawandel | Treibhausgase | Emissionshandel | Kyoto-Protokoll | 2 °C - Schwelle |
Daten/Statistiken/ Infografiken: Archiv   (jahrgangsweise chronologisch)
Jahrgang:  2008  2009  2010 

  
 
Dokumente: Aktuelles   (die jüngsten 2 Datensätze)
Kopenhagen-Diagnose
Klimabericht: Kopenhagen-Diagnose
24.11.09   (65)
PIK et.al.: The Copenhagen Diagnosis: Updating the World on the Latest Climate Science
Als Warnung an den Weltklimagipfel vom 7.-18.12.2009 in Kopenhagen haben 26 führende Klimawissenschaftler* den aktuellen Stand und die jüngsten Daten der Klimaforschung im neuen Klimareport "Kopenhagen-Diagnose" zusammengestellt. Laut Report geht die globale Erwärmung nahezu ungebremst weiter und daher werden einige Folgen der Klimaerwärmung schneller und intenstiver ausfallen als bisher angenommen. Das Eis der Polkappen und in den Gletschern auf Grönland und in den Gebirgen schmilzt schneller als vorausgesagt, daher steigt der Meeresspiegel stärker als in den Szenarien aus dem letzten Weltklimabericht des IPCC (2007): dort waren etwa 50 cm bis zum Jahr 2100 veranschlagt worden, nach den neuen Daten werden es etwa 100 bis maximal 200 cm sein, mit einem weiteren Anstieg um mehrere Meter in den folgenden Jahrhunderten. Die Gefahr, dass Kipp-Punkte im Klimasystem ausgelöst werden, ist weiter gewachsen. Soll die Klimaerwärmung unterhalb der 2 °C-Schwelle bleiben, müssen die globalen Treibhausgas-Emissionen spätestens 2015 bis 2020 ihren Gipfel überschreiten und danach schnell fallen bis auf nahe Null noch in diesem Jahrhundert. Bereits bis 2050 muss der CO2-Ausstoß pro Kopf im weltweiten Durchschnitt auf weit unter 1 Tonne CO2 reduziert werden.
* Die meisten Wissenschaftler waren Autoren des IPPC-Klimaberichts 2007
  
Kurzdarstellung: die zentralen Fakten im Überblick [deutsch, pdf, 137 KB]
Website zum Report:  Übersicht/ Zusammenfassung Downloads  (engl.)
Download-Report (engl): hohe (23,3 MB)  niedrige (3,3 MB) Auflösung
Daten/ Statistiken im Report: Download (4,4 MB)

| Treibhausgase | Treibhauseffekt | Klimawandel | Klimawandelfolgen | Kyoto-Protokoll | 2 °C - Schwelle | Kipp-Punkte |
WBGU-Budgetansatz
WBGU-Sondergutachten 2009: Budgetansatz
01.09.09   (57)
WBGU: Kassensturz für den Weltklimavertrag: Der Budgetansatz
Mit seinem Sondergutachten 2009 stellt der WBGU einen neuartigen Ansatz zur Eindämmung der Klimaerwärmung vor: Für den Zeitraum bis 2050 werden rund 750 Mrd.Tonnen CO2 als Obergrenze für den noch zulässigen kumulierten Treibhausgasausstoß aller Staaten festgelegt. Dieses Globalbudget wird dann proportional zur Bevölkerungsstärke auf die einzelnen Staaten verteilt. Für die Industrienationen ist das so berechnete jeweilige nationale Emissionsbudget weitaus geringer als ihr derzeitiger Treibhausgasausstoß, viele Entwicklungsländer und manche Schwellenländer können ihren Ausstoß jedoch noch ausweiten bzw. überschüssige Emissionsrechte im Rahmen eines weltweiten Emissionshandels an Industrienationen verkaufen. Setzt sich der gegenwärtige weltweite CO2-Ausstoß von rund 30 Mrd. Tonnen CO2 pro Jahr ungebremst fort, wäre das Globalbudget bereits in 25 Jahren ausgeschöpft. Der weltweite Treibhausgasausstoß muss also schnell und drastisch sinken, wenn die 2 °C-Schwelle bei der globalen Erwärmung nicht überschritten werden soll, damit die Gefahr katastrophaler Folgen der Klimaerwärmung verringert wird.

Sondergutachten 2009:  Presseerklärung   Bestellung   Download [2,4 MB]

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Dokumente: Archiv   (jahrgangsweise chronologisch)
Jahrgang:  2008  2009  2010 

     
zum Seitenanfang interne Links
internes Lexikon  Kipp-Punkte im Klimasystem  Klimawandel  Treibhauseffekt  Treibhausgase
 Klimaforscher Stefan Rahmstorf   
Spezials  Weltklimaberich 2007 (IPCC: 4.Sachstandsbericht) 
Ober-Themen  Klima  Energie  
    
zum Seitenanfang externe Links
PIK  Sieben Kernaussagen zum Klimawandel (Aussagen 5 - 7)  (Stand: 24.6.08)
ETH-Life  Der Stand der Dinge in Sachen Klimawandel    (Stand: 28.10.08)
CEP (Centrum für
Europäische Politik)
Begrenzung des Klimawandels auf  2 Grad Celsius:   Pressemitteilung   
CEP-Analyse zu 2 °C: Kernpunkte, Maßnahmen, Bewertung (pdf, 82 KB)
   
 
zum Seitenanfang Quellen:
  1.  Interview mit H.J. Schellnhuber: "Kipp-Punkte im Klimasystem" [Germanwatch, März 2006]
  2.  Stefan Rahmstorf:  "Kampf um zwei Grad Celsius" [taz 18.11.2005]
  3. Pressearchiv Jg. 2008:  Artikel zur Hansen-Studie 
  4. James Hansen im Interview mit Volker Mrasek: Keine Zeit zum Umsteuern mehr. Klimaforscher fordern sofortige Maßnahmen [1.12.08, 16:40 Uhr]
  5. Interview mit Hansen: "Wir müssen an die Kohle ran". Der Klimaforscher James Hansen über die Unfähigkeit der Klimapolitiker, über die Interessen der Industrie - und seine Angst, dass die Erde bald verloren sein könnte. [ZEIT 48/20.11.08, S.39]
  

Stand: 01.12.08/zgh   Klima > globale Erwärmung | Klimawandel |
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