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  Vb-Wetterlage | 5b-Wetterlage Lexikon

Begriffserklärung
Hintergrund

Vb-Wetterverlauf: kommentierte Bilderfolge / FU-Berlin
kommentierte Bildfolge
[Institut für geografische Wissenschaften, FU-Berlin]


dpa-Grafik
Infografik "sintflutartige Regenfälle durch 5B Wetterabfolge": Großansicht [FR]
Infos/ Großansicht  

Tiefdruckgebiete, die das Wetter in West-, Mittel und z.T. auch Osteuropa bestimmen, ziehen üblicherweise vom Atlantik herkommend von West nach Ost.
Dringt nun eine Kaltfront von Norden weiter als üblich nach Süden vor, wird ein Atlantiktief nach SüdOst abgelenkt. Es zieht dann über Südfrankreich/ Spanien zum Mittelmeer, wo es sich durch das warme Wasser verstärkt und stark mit Feuchtigkeit auflädt. Auf dem weiteren Weg nach Nordost über Italien, Slowenien, Tschechien nach Polen/ Osteuropa müssen die Luftmassen an den Gebirgen aufsteigen, wodurch sie sich abkühlen, was häufig Starkregen verursacht. Treffen die wasserreichen Wolken auf die nach Süden vorgerückte Kaltfront, kommt es meist zu sintflutartigen Niederschlägen.
Durch Langzeit-Beobachtung der Zugbahnen von Tiefdruckgebieten erkannte
der deutsche Meteorologe Wilhelm Jacob van Bebber (*1841 Grieth am Rhein, +1909 Hamburg) in dieser Zugbahn ein wiederkehrendes Muster, das er dann mit der Kurzbezeichnung Vb (V = römische Ziiffer für "5", daher auch "5b-Wetterlage") katalogisierte.
Das Institut für geografische Wissenschaften der FU-Berlin veranschaulicht den Vb-Wetterverlauf in einer animierten kommentierten Bilderfolge Schritt für Schritt .
Die dpa-Grafik 6725 fasst die Schritte im Vb-Wetterverlauf in einer Infografik zusammen.

Die 4 großen Hochwasserkatastrophen in Europa (Oderflut 1997; August 2002 im Oberlauf der Elbe und in Österreich/ Bayern, August 2005 in der Alpenregion und Rumänien; Juni 2013 in Mitteleuropa an Donau und Elbe) liefen nach diesem Vb-Muster ab, wobei allerdings die Orte der stärksten Niederschläge um einige Hunderte bis zu etwa Tausend Kilometer variieren können, je nach dem, welche genaue Zugbahn das Tiefdruckgebiet nimmt. Verläuft die Zugbahn weniger stark östlich, müssen die Luftmassen an den Alpen aufsteigen, was dann zu Starkregen in den Alpen führt, wie beim Alpenhochwasser 2005.
   

Vb-Verlauf 2002
Vb-Wetterlage 2002: Videosequenz bei DLF
Videosequenz [DLF]

Die Rotation der Tiefdruckgebiete verstärkt die Niederschläge:
Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel drehen sich aus physikalischen Gründen grundsätzlich linksherum (gegen den Uhrzeiger). Typischerweise bewegen sich Tiefdruckgebiete auf der Vb-Zugbahn in Südeuropa nur langsam vorwärts. Durch ihre ständige Linksdrehung transportieren sie dann tagelang gewaltige mit Feuchtigkeit angereicherte warme Luftmassen nach Norden und sorgen dadurch für lang anhaltenden Starkregen. Die betroffenen Regionen werden oft doppelt belastet: sie müssen bei den Niederschlägen Spitzenwerte in kurzer Zeit und auch in der Summe über mehrere Tage durchleiden.
In ungünstigen Fällen, wie beim Alpenhochwasser 2005, können die Wassermassen sogar auf zwei unterschiedlichen Wegen über die Orte hereinbrechen: Über die Wasserscheiden in den Alpen fließt ein Teil des dort niedergehenden Starkregens nach Norden in das Flußsystem Österreichs/ Südbayerns ab. Durch die Rotation des Tiefs können die feuchten Luftmassen außerdem z.T. östlich um die Alpen herum geführt werden, wo sie dann auf ihrer Kreisbewegung von Nordosten herkommend auf den Nordrand der Alpen treffen, was noch einmal heftige Niederschläge verursachen kann.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahr [DLF] bietet eine Videosequenz an, die den Vb-Wetterablauf am Beispiel der Hochwasserkatastrophe im August 2002 darstellt.
  
Weitere Infos zur Jahrtausendflut 1342
und andere Wetterextreme


Historische Klimaextreme [RTL]

"Magdalenenhochwasser" 1342
[andreastolz.de]
Elbehochwasser Ende Juli 1342


Schon im 14. Jahrhundert verursachte der Vb-Wetterverlauf die schlimmsten jemals bekannt gewordenen Flutkatastrophen Europas, z.B. die Jahrtausendflut von 1342.
"
Im August 1342 fällt innerhalb von 8 Tagen ungefähr die Hälfte der sonst üblichen Jahresmenge an Niederschlägen. Das Katastrophenwetter terrorisiert in diesem Jahr die Menschen allerorten. Überschwemmungen, wie wir sie bei der Flutkatastrophe im August 2002 erlebt haben, suchen ganz Mitteleuropa heim. Die Fluten schwemmen so viel fruchtbaren Boden fort, wie bei normalen Wetterbedingungen in einem Zeitraum von 2000 Jahren verloren geht. Hungersnöte und Pest raffen in den kommenden Jahren fast die Hälfte der Bevölkerung dahin. Um 1850 kommt diese krisengeschüttelte Epoche, auch unter dem Namen „Kleine Eiszeit“ bekannt, zu ihrem Ende" [Leonardo 2.5.03 ] .
  
 
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Spezials:  Hochwasser  Hochwasser 2005     Hochwasser 2002  
   
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Wikipedia Mittelmeertief   
  
Zugbahnen der Tiefdruckgebiete über Europa  / Großansicht bei ZDF
Großansicht  [ZDF]
Infografik: Zugbahnen der Tiefdruckgebiete über Europa
Das ZDF hat eine Extraseite zur "Vb-Wetterlage" zusammengestellt, die neben Hintergrund-Infos zum Vb-Wetterablauf auch eine Infografik mit typischen Zugbahnen von Tiefdruckgebieten über Europa bereitstellt. In die Grafik sind die Katalog-Kürzel I bis V (römisch: 1 bis 5) des Meteorologen W.J. van Bebber eingetragen:
I     nach Nordschweden
II    über Skandinavien nach Russland
III   über Südskandinavien über das Baltikum nach Süden zum Schwarzen Meer
IV  von den Azoren nach Nordost über Skandinavien nach Nordrussland
V   vom Atlantik nach Südost zum Mittelmeer, dann nach Osten bzw. Nordosten.
Untervarianten der Hauptzugbahnen unterschied van Bebber durch Anhängen der lateinischen Kleinbuchstaben a, b, c, ...
Die Variante der Zugbahn V, die am Ostrand der Alpen entlang nach Nordost bzw. stärker nach Norden führt, bezeichnete van Bebber mit Vb.
   

Stand: 06.06.13/zgh => Hochwasser
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