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| Elektroauto / Elektromobilität | ||
Einführung/ Überblick |
Ziel dieser Seite ist zu prüfen, ob massenhaft eingesetzte Elektroautos eine Mobilität ermöglichen, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit genügt, insbesondere also möglichst wenig Treibhausgase und sonstige Schadstoffe erzeugt und nur im geringen Umfang nicht regenerierbare Rohstoffe verbraucht - und all dies zu Preisen, die Mobilität künftig nicht zu einem Privileg von Reichen werden lässt. |
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Spätestens seit der "Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität" am 25./26.11.08 gilt das Elektroauto als Hoffnungsträger in Politik und Wirtschaft. Bis 2020 bzw. 2030 sollen mindestens 1 bzw. 5 Millionen Elektroautos in Deutschland zum Einsatz kommen. Sie sollen dazu beitragen, den Treibhausgasausstoß und die Abhängigkeit von fossilen Energien zu verringern. Außerdem könnten die Vielzahl der Akkus in den Elektroauots in ihrer Gesamtheit wie ein flexibles Speicherkraftwerk wirken und künftig dazu beitragen, das stark schwankende Ökostrom-Angebot auszugleichen. |
Kritik aus Forschung |
Kritik an diesem Konzept kommt einerseits von Experten aus Forschung und Industrie: Nach ihrer Einschätzung wird das Elektroauto noch viele Jahre ungeeignet für den Massenmarkt sein, weil die Akkus noch viel zu schwer und teuer sind und bisher nur rund 1000 Ladezyklen schaffen mit entsprechend hohen Verschleißkosten. Außerdem bieten sie pro Akkuladung nur eine
Reichweite von 50 bis 200 km, je nach Umfang des Akku-Pakets und Gewicht des Fahrzeugs. Größere Reichweiten werden aktuell nur von extrem teuren und für den massenmarkt ungeeigneten Spezialautos erzielt, z.B. vom Tesla Roaster (Preis: ca. 100.000 €, Reichweite 350 km bei 55 kWh, für die 6831 Lithium-Ionen-Akkuzellen (450 kg) benötigt werden) oder der Sportwagen Audi e-tron (Preis: bisher unbekannt, 150 kW, Reichweite bis zu 250 km bei 45 kWh; Gewicht: 1350 kg), der ab 2012 ausgeliefert werden soll. |
Kritik von |
Andererseits kritisieren Umweltschutzgruppen wie z.B. Greenpeace den Hype um die Elektroautos. Weniger Treibhausgase als herkömmliche Autos erzeugen Elektroautos nur dann, wenn sie nicht mit dem bisherigen Strommix sondern mit Ökostrom aus Wind-, Solar- und Biokraftwerken sowie KWK-Anlagen betankt werden. Zwar sind die Ökostromkapazitäten in den vergangenen Jahren stark ausgebaut worden, sie reichen aber bisher noch lange nicht, um im Zuge einer Energiewende den Ausstieg aus der Atom- und Kohlekraft umzusetzen. Umweltschützer befürchten daher, dass die jetzigen großen Stromanbieter nur deshalb Elektroautos so stark propagieren, weil sie neue Absatzchancen für ihren Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken suchen. So fordert die Atomlobby inzwischen immer stärker die Aussetzung des beschlossenen Atomausstiegs u.a. auch mit dem Argument, die Kernkraftwerke könnten preiswerten und klimafreundlichen Strom für die künftigen Millionen von Elektroautos erzeugen. Mit dem gleichen Argument propagiert die Kohlelobby den Ausbau von Kohlekraftwerken mit CCS-Technologie. Solche eine Energiepolitik würde jedoch die jetzige stark zentralisierte Struktur der Stromversorgung zementieren und die Energiewende verhindern, die aus Sicht von Umwelt- und Klimaschützern notwendig ist, um zu einer nachhaltigen Energieversorgung zu gelangen. |
Nachhaltigkeitsbilanz |
Aufgrund von hohem Preis und geringer Reichweite werden Elektroautos noch viele Jahre ein Nischenprodukt bleiben, ihr Beitrag zur CO2-Reduktion wird daher bis auf Weiteres marginal sein. Die jetzt noch extrem teuren Elektroautos etwa durch hohe Subventionen in den Markt zu drücken, ist nicht nachhaltig, da andere Methoden (s. Abschnitt Klimabilanz) weitaus wirksamer, deutlich preiswerter und vor allem schneller umsetzbar sind. Das Zeitargument wird um so wichtiger, je mehr die neuesten Ergebnisse der Klimaforschung die Befürchtung untermauern, dass die Klimaerwärmung schneller abläuft als bisher - etwa vom IPCC - prognostiziert wurde. So fordert der WBGU in seinem Sondergutachten 2009, dass Deutschland seine CO2-Emissionen bereits bis 2020 halbieren muss. Gemessen an diesem engen Zeithorizont kommen Elektroautos nach jetzigem Stand von Forschung und Entwicklung viel zu spät: Es ist unrealistisch, dass die Akku-Technik so schnelle Fortschritte macht, dass Elektroautos bis 2020 nennenswerte Marktanteile erreichen. Langfristig werden Elektroautos und andere elektrisch angetriebene Fahrzeuge einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leisten können, kurz- und mittelfristig sind jedoch alternative Methoden (s. Abschnitt Klimabilanz) weitaus effizienter. |
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Begriffe / |
Schon seit einigen Jahren marktgängig sind sog. "Hybrid"-Autos: Sie werden angetrieben von einem herkömmlichen Sprit-Motor und ergänzend von einem Elektromotor mit Strom aus einer Batterie, die beim Bremsen aufgeladen wird. Je nach Ausmaß der Elektrounterstützung werden "mild hybrid" und "full hybrid" unterschieden. Falls die Batterie nicht nur beim Bremsen sondern auch aus einer Steckdose aufgeladen werden kann, spricht man vom "plug-in hybrid". |
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Stromquelle |
Der Strom für den Elektromotor kann prinzipiell auf zwei verschiedene Weise bereitgestellt werden: Durch einen Stromspeicher oder durch einen Stromgenerator, der aus einem Brennstofftank gespeist wird. |
Stromgenerator |
Bisher in Forschung und Erprobung ist vor allem die Brennstoffzelle, die Strom meist aus Erdgas oder Wasserstoff erzeugt. Vor einigen Jahren wurde noch der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur propagiert. Bei der Erprobung in der Praxis erwies sich jedoch der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb als zu teuer und vor allem als zu wenig energieeffizient, wenn die gesamte Infrastruktur, inbesondere die Erzeugung des Wasserstoffs, einbezogen wird. Immerhin ermöglicht diese Technik deutlich größere Reichweiten als die Stromspeicherung. |
Stromspeicher: |
Der Brennstoffzellenantrieb wird zwar noch weiter erforscht, die Hoffnungen gehen aber inzwischen mehr in Richtung Stromspeicherung in Akkus. Eingesetzt werden bisher die auch in Laptops verwendeten Lithium-Ionen-Akkus, die jedoch noch sehr schwer und teuer sind. Ein Akku mit einer Stromspeicherkapazität von 10 kWh (Energiegehalt von 1 Liter Sprit) wiegt mit erforderlichen Zusatzkomponenten rund 100 kg und bringt je nach Fahrzeuggröße eine Reichweite von etwa 50 bis 100 km. Soll eine Reichweite bis zu 200 km erreicht werden, entstehen Mehrkosten von derzeit noch bis zu rund 30000 € im Vergleich zu einem Auto mit herkömmlichen Antrieb. |
Da der Elektromotor mit einem Wirkungsgrad von über 80 % weitaus effizienter ist als ein normaler Benzin- oder Dieselmotor und die Bremsenergie teils zurückgewonnen wird, verbraucht ein durchschnittliches Elektroauto pro 100 km nur rund 20 kWh (= 2 Liter Benzin), also 0,2 kWh/km, was im deutschen Strommix einen CO2-Ausstoß von rund 120 g/km verursacht. Hinzu kommen die Treibhausgase, die durch den Akku-Verschleiß entstehen: Laut Ökobilanz von Rolf Frischknecht 48 g/km. Wird das Elektroauto also mit dem normalen Strommix betankt, entstehen insgesamt 168 g CO2/km, also in etwa genau so viel Treibhausgas wie beim Verbrennungsmotor. Eine andere Treibhausgas-Bilanz auf Basis des aktuellen EU-15-Strommixes berechnet einen Treibhausgas-Ausstoß von 87g/km, wobei allerdings der Akku-Verschleiß nicht eingerechnet ist.. |
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Eine Vielzahl von Akkus in Elektroautos könnte in ihrer Gesamtheit wie ein flexibles Speicherkraftwerk wirken und künftig dazu beitragen, das stark schwankende Windstrom- und Solarstrom-Angebot auszugleichen:
In Phasen von hohem Stromaufkommen, etwa bei kräftigem Wind, werden die Akkus aufgeladen, bei Windflaute wird der in den Akkus gespeicherte Strom wieder ins Netz eingespeist. Die in der Praxis realisierbare Pufferkapazität wird allerdings im Vergleich zum Bedarf durch das volatile Wind- und Solarstromangebot gering sein, wie folgende überschlägige Rechnungen zeigen.
1 kWh Regelenergie kostet 0,5 bis 0,7 €. Der Hauptgrund für diesen hohen Preis sind die Kosten durch den Akku-Verschleiß, wie folgende Rechnungen zeigen. |
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Zurzeit schaffen Akkus etwa 1000 Ladezyklen. Ein Akku mit einer Ladekapazität von 20 kWh kostet aktuell bis zu 20000 €. Gehen wir sehr optimistisch davon aus, dass diese Kosten von bis zu 20 € pro Akkuladung in den nächsten Jahren um den Faktor 4 (z.B. Verdopplung der Ladezyklen durch technischen Fortschritt; Halbierung des Preises durch Massenproduktion) verringert werden können. Dann verursacht jede Akku-Ladung aber immer noch hohe 5 € Verschleißkosten. |
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Wie im Abschnitt "Stromspeicherung" berechnet, beträgt die Pufferkapaziät einer Flotte von 1 Million Elektroautos rund 10 GWh, pro Elektroauto also 10 kWh. Die Bereitstellung dieser 10 kWh als Regelenergie verursacht folgende Kosten: |
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Der Akku-Verschleiß ist auch der Grund für die vergleichsweise hohen Fahrtkosten. |
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Sollen Elektroautos einen nennenswerten Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leisten, müssen sie massenhaft zum Einsatz kommen. Bisher (Stand: 1.9.09) gibt es jedoch nur ein Elektroauto, das in größerer Serie gebaut und verkauft werden soll: der japanische Konzern Mitsubishi will seinen iMiev ab 2010 für rund 34000 € verkaufen. Die Regierung Japans will den iMiev mit umgerechnet 11000 € bezuschussen, in Tokio will die Regionalverwaltung noch weitere 4000 € drauflegen, so dass der Preis in etwa dem eines gut ausgestatteten Kompaktwagens entspricht. In Deutschland soll über die Subventionierung von Elektroautos erst nach der Bundestagswahl (27.09.09) entschieden werden. |
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zur Geschichte des |
Das Elektroauto war gegen Ende des 19.Jahrhunderts einige Jahrzehnte weit stärker verbreitet und angesehen als das Benzinauto. In der USA um 1900 z.B. betrug ihr Anteil 38 %, fast gleichauf mit den Dampfwagen (40 %) und sehr viel mehr als die Benziner mit nur 22 %. In den Städten waren Elektrotaxis beliebt, Benziner wurden als stinkend und unkomfortabel von vielen abgelehnt. Erst durch den Ausbau der Überlandstraßen geriet das Elektroauto wegen seiner geringen Reichweite immer mehr ins Hintertreffen und das Benzinauto setzte sich auf den längeren Strecken auch wegen seiner leichten und schnellen Betankbarkeit nach und nach durch. |
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| Presse-/ Online-Medien Datenbank |
Der Presse-/Medienspiegel (Tages-, Wochenzeitungen, Monatszeitschriften und Online-Medien sowie Infos aus Newslettern von Umweltverbänden und NGOs) bieten vielfältige aktuelle und Hintergrund-Informationen. Alle Datenbank-Einträge zum Thema "Elektroauto": Jahrgang: 2007 2008 2009 2010 Beliebige Suchbegriffe können recherchiert werden durch direkte Eingabe in die Maske oben auf der Startseite zum Presse-Archiv. |
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PKW-Antriebe-THG-Bilanz ![]() Großansicht [faz.net] 03.02.09 (123) |
FAZ-Grafik: Treibhausgas-Emissionen durch Verbrennungs- und Elektro-PKW Die Grafik bilanziert für 8 verschiedene Antriebe (Diesel, Benzin, Elektro mit Strom aus unterschiedlichen Kraftwerkstypen) die Treibhausgasemissionen in Gramm (g) CO2-Äquivalent pro kWh Vortriebsenergie unter Einbeziehung der Vorkette für den Treibstoff bzw. für den Strom (Well-To-Wheel). Elektroautos mit Kohlestrom haben Emissionen im Umfang von 1200 bis 1650 g, im Schnitt deutlich mehr als Benzin-, Diesel- oder Erdgas-PKW. Den niedrigsten Treibhausgas-Ausstoß (600 g) hat ein Elektroauto mit Strom aus einem Gas-Dampf-Kraftwerk. Noch günstigere Emissionswerte ergeben sich bei Ökostrom, der allerdings in der Grafik nicht bilanziert wird. Die Grafik ist eingebettet im Artikel "Der Traum von der elektrischen Mobilität" [faz.net 03.02.09]
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PKW-Antriebe-Wirkungsgrad ![]() Großansicht [faz.net] 03.02.09 (122) |
FAZ-Grafik: Wirkungsgrade von PKW-Antrieben Die Grafik bilanziert für 6 verschiedene Antriebe (Diesel, Benzin, Elektro mit Strom aus unterschiedlichen Kraftwerkstypen) den Wirkungsgrad in % von der Lagerstätte der Primärenergie bis zum mechanischen Antrieb (Well-To-Wheel). Die fossil angetriebenen Motoren haben geringere Wirkungsgrade (Erdgas 18 %, Benzin 20 %, Diesel 23 %) als Elektroautos mit Strom aus künftigen Hightech-Kraftwerken (KW) (Braunkohle-KW: 29 %, Steinkohle-KW 30 %; Gas-Dampf-KW 37 %). Elektroautos nutzen die fossilen Primärenergien also nur dann deutlich besser aus als herkömmliche Motoren, falls der Strom mit künftigen hocheffizienten Hightech-Kraftwerken erzeugt wird. Die verschiedenen Ökostrom-Arten werden nicht bilanziert. Die Grafik ist eingebettet im Artikel "Der Traum von der elektrischen Mobilität" [faz.net 03.02.09]
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| Jahrgang: | 2008 2009 2010 | |
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NEP-ELMO 14.05.09 (48) |
Bundesregierung: Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität Die Elektromobilität soll laut "Nationaler Strategiekonferenz Elektromobilität" vom 25./26.11.08 einen hohen Stellenwert im Rahmen des "Integrierten Energie- und Klimaprogramms" (IEKP, Kap.26) der Bundesregierung erlangen. Ziel ist, bis 2020 bzw. 2030 1 bzw. 5 Millionen Elektrofahrzeuge in den Verkehr zu bringen. Der Strom soll möglichst aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden. Durch Ausbau des Stromnetzes zu einem sog. "Intelligenten Stromnetz" (smart grid) soll die Vielzahl von Autobatterien auch als Pufferspeicher für das wetterbedingt stark schwankende Angebot von Wind- und Solarstrom dienen. Um die Aktivitäten in Politik und Wirtschaft zur Elektromobilität zu bündeln, sollen die schon vorhandenen Elemente weiterentwickelt werden zu einer Gesamtstrategie, die dann als "Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität" formuliert wird. Ein entsprechender Antrag von CDU/CSU und SPD wurde vom Bundestag am 14.5.09 beschlossen. Bundestagsbeschluss (14.5.09) Hintergrundbericht (Das Parlament 18.5.09) Konferenz (25-26.11.08) Presseerklärung (25.11.08) Sachstand und Eckpunkte zum Nationalen Entwickungsplan Elektromobilität (19.11.08)
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| Jahrgang: | 2008 2009 2010 | |
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| Wikipedia | Elektroauto |
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| Stand: 06.06.09/zgh | Mobilität Energie & Ressourcen Klima |
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