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Jahrgangs - Archiv:
 2003  2004  2005  2006 

Aus der Fülle der neu eingestellten Inhalte stellen wir hier eine Auswahl vor, die Hintergrund-Infos zu aktuellen Aspekten der Agenda 21 und/ oder interessante Materialien für den Unterricht bereitstellt.
Über Links gelangen sie zu kontextbezogenen Ober- und Spezialthemen der Agenda 21 und Lexikon-Einträgen.
Diese Inhalte bleiben hier einige Monate stehen und werden danach in das nach Jahrgängen organisierte Archiv übertragen.

Überblick

  CO2-Sequestrierung:  Abscheiden und Endlagern von CO2
  Darfur-Konflikt      IPCC-Klimabericht / Folgen des Klimawandels
  Druschba-PipelineEnergieabhängigkeit  
  Atomprogramm Iran        Atomprogramm Nordkoreas   


CO2-
Sequestrierung
 

Kraftwerk mit
CO2-Abscheidung

Braunkohlekraftwerk mit CO2-Abscheidung und Lagerung; Schwarze Pumpe (Lausitz) / Infografik Globus 0706 vom 09.06.2006
Das Abscheiden von CO2 in Kraftwerken und das anschließende dauerhafte Lagern z.B. in ausgebeuteten Erdöl-/ Erdgaslagerstätten oder auch in der Tiefsee wird zusammenfassend als "CO2-Sequestrierung" bezeichnet. Manche Experten sehen in der CO2-Sequestrierung eine Möglichkeit, die weltweit noch reichlich vorhandenen und breit gestreuten Kohlevorräte energetisch nutzen zu können, ohne den Treibhauseffekt durch zusätzliche CO2-Emissionen zu verstärken. Solche Konzepte werden aktuell beworben unter Bezeichnungen wie "CO2-freies Kraftwerk" oder "Clean Cole" -Technolgie. Der Energiekonzern Vattenfall z.B. baut in der Lausitz ein Pilot-Braunkohlekraftwerk mit CO2-Sequestrierung, weltweit wird an diversen Orten die CO2-Endlagerung in der Tiefsee oder in unterirdischen Lagerstätten erforscht. Ende Febr. 2007 z.B. begannen Bohrungen in Ketzin (Brandenburg) unter Leitung des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ).
Kritiker befürchten allerdings, dass das CO2 langsam aus den Lagerstätten ausgast und daher keine dauerhafte CO2-Reduktion erzielt wird. Außerdem sei die Sequestrierung selbst sehr energieintensiv und zudem teuer, so dass sie keinen sinnvollen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung leiste, so die ablehnende Einschätzung von Kritikern.
   
Darfur-Konflikt 

Infografik: Sudan, Darfur: Landkarte; Großansicht [FR]
Völkermord im West-Sudan ?
Über 2 Millionen Menschen wurden vertrieben, zwichen 300 bis 400 Tausend Menschen getötet. Die UNO spricht von der bisher größten humanitären Katastrophe im 21. Jahrhundert. Vielfache Bemühungen, UN-Blauhelm-Truppen zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Deeskalation des Konflikts in den Sudan zu entsenden, scheiterten bisher an der Weigerung der Regierung in Khartum, UN-Blauhelme ins Land zu lassen. Unterdessen setzen die von der Zentralregierung unterstützten arabischen Dschandschawid-Reitermilizen die ethnische Säuberungen in Darfur in einem Ausmaß fort, dass viele Beobachter von Völkermord sprechen und die UN zum entschlossenen Handeln gegen die Regierung im Sudan auffordern.
Der Chef-Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, hat am 27.02.07 Haftbefehle beantragt gegen Exstaatssekretär Ahmad Muhammad Harun und Dschandschawid-Führer Ali Kushayb. Ihnen werden in 51 Punkten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.
Vor diesem Hintergrund hat der Agenda 21 Treffpunkt begonnen, ein neues
Dossier zum Darfur-Konflikt zusammen zu stellen, das helfen kann, die Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen im Unterricht aufzugreifen unter der Fragestellung: Vollzieht sich in Darfur wieder - wie 1994 in Ruanda - ein Völkermord unter den Augen der Weltgemeinschaft? Was kann dagegen getan werden?
  
Globale Erwärmung
Globale Erwärmung: Daten zum IPCC-Bericht
6 Szenarien
6 Szenarien des IPCC-Berichts (AR4)
Vierter Bericht des IPCC zum Klimawandel vom 2.2.2007
Der neue Klimabericht des IPCC untermauert, was viele Klimaforscher seit Jahren angemahnt haben: Der Klimawandel ist bereits in vollem Gang und seine Hauptursache ist der menschgemachte Treibhauseffekt. Nur grundlegendes und schnelles globales Umsteuern kann die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch halbwegs in Grenzen halten.

Die Klimaerwärmung ist laut IPCC  "beispiellos": elf der letzten zwölf Jahre sind unter den 12 wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen 1850. In den nächsten zwei Dekaden wird die Temperatur jeweils um 0,2 °C steigen. Auch wenn die Konzentration der Treibhausgase im Jahr 2000 auf dem damaligen Stand eingefroren worden wäre, müsste dennoch wegen der Verzögerungen im Klimasystem mit einem Zuwachs von 0,1 °C pro Dekade gerechnet werden.
Für die weitere Entwicklung bis zum Jahr 2100 entwickelt der IPCC 6 Szenarien:
im günstigsten Szenario wird eine Erwärmung um weitere 1,1 bis 2,9 °C erfolgen, im schlimmsten Fall steigt die Temperatur um bis zu 6,4 °C an.
=> Dossier: IPCC-Klimabericht
  

Druschba-Pipeline

Infografik: Druschba-Pipeline, bei: SPIEGEL-ONLINE

Die Druschba-Pipeline wurde 1959 vom Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) initiiert, um die Mitgliedsstaaten des damaligen Warschauer Pakts mit Öl zu versorgen. Daher stammt auch der Name "Druschba" ("Freundschaft"). Inzwischen ist die Pipeline zur Hauptexportroute für Erdöl aus Sibirien nach Ost- und Mitteleuropa geworden. Schätzungen zufolge fließen täglich rund 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) Rohöl durch die Druschba-Pipeline, darunter etwa 20% des täglichen Erdölverbrauchs in Deutschland.
Die vertragswidrige zeitweilige Schließung der Druschba-Pipeline durch Russland im Januar 2007 infolge des Energiestreits zwischen Russland und Weißrussland löste in der EU eine intensive Diskussion über Energieabhängigkeit und Versorgungssicherheit aus. In Deutschland standen dabei die möglichst zügig umzusetzende Diversifizierung der Primärenergiequellen und Szenarien zum künftigen Energiemix sowie der Atomausstieg im Vordergrund. Diese für die künftige Entwicklung zentralen Themen können aktuell vor dem Hintergrund der Pipeline-Schließung im Unterricht aufgegriffen werden.  mehr...
  

Nordkorea-Konflikt

Atomtestgelände in Nordkorea

Der Konflikt um das Atomprogramm Nordkoreas eskaliert
Der seit langem schwelende Nordkorea-Konflikt ist eskaliert, seit Nordkorea entgegen internationalen Protesten am 9.10.06 eine Atombombe testete. Erstmals hat damit ein Staat, der früher den Atomwaffensperrvertrag (NPT) unterzeichnet hatte, diesen gekündigt und dann Atombomben gebaut. Viele Experten befürchten nun zunächst eine nukleare Aufrüstung in Ostasien (Südkorea, Japan, Australien) und darüber hinaus in Nahost (Iran, Saudi-Arabien, Türkei) und Nordafrika (Ägypten, Algerien). In Japan z.B. hat bereits eine Diskussion begonnen, ob nun eine eigene Atombewaffnung angebracht sei. Viele Experten befürchten daher das nahe Ende des Atomwaffensperrvertrags  und eine wachsende Verbreitung von Atomwaffen, was einer nachhaltigen Entwicklung und den Zielen der Agenda 21 konträr entgegenläuft.
  
=> Dossier: Nordkorea-Konflikt

  
Iran-Konflikt

Infografik:  Der Atomkomplex im Iran/ DIE ZEIT 42/ 7.10.04

=> Iran-Dossier
Der Konflikt um das Atomprogramm des Irans eskaliert
Der Iran-Konflikt eskaliert, da der am 25.06.05 gewählte neue
ultrakonservative Präsident Mahmud Achmadinedschad eine eher harte wenig kompromissbereite Linie im Streit um das Atomprogramm Irans verfolgt. Am 17.9.05 beschloss der Gouverneursrat der IAEO eine Resolution, der zu Folge ggf. der Sicherheitsrat eingeschaltet werden soll. Teheran lehnte die Resolution scharf als "inakzeptabel" und "ohne rechtliche Grundlage" ab. Iran beharrt auf seinem Recht, im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags die Atomenergie friedlich zu nutzen, wozu aus Sicht Irans auch die Urananreicherung gehört. Die Urananreicherung ist jedoch die entscheidene bisher noch fehlende Technologie, mittels der Iran Atombomben selbst bauen kann.
Inzwischen hat Iran entgegen internationaler Proteste die Siegel der IAEO an Anlagen zur Urananreicherung gebrochen, was von der EU und USA als Signal gewertet wird, dass Iran nun aktiv die Vorbereitung des Baus von Atombomben betreibt. Das vom UN-Sicherheitsrat beschlossene Ultimatum ließ Iran am 31.8.06 unbeachtet verstreichen. Seitdem bemühen sich die Mitglieder des Sicherheitrats um ein möglichst einheitliches Vorgehen gegen Iran.
Weitere Infos und Materialien für den Unterricht: => Iran-Dossier.
   


Stand:12.05.07/zgh

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