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Dossier Migration: Flüchtlingskrise  
 
Hintergrund

Flüchtlinge / Globus Infografik 10380 vom 09.07.2015
Daten/ Infografik

Weltweit waren 2014 rund 60 Millionen (M) Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten, Gewalt, Verfolgung, Unterdrückung und Not, darunter knapp 40 M Binnenflüchtlinge [1] . Die Zahl der Migranten ist ab 2014 stark gestiegen, vor allem als Folge anhaltender Konflikte u.a. in Syrien, Irak, Afghanistan, Sudan, Südsudan, Somalia, Dem.Rep.Kongo und Nigeria. Da diese Konflikte teils sogar noch eskalieren, ist mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen zu rechnen.
  
Binnen-Flüchtlinge / Globus Infografik 10368 vom 02.07.2015
Daten/ Infografik
Am stärksten betroffen von der Flüchtlings-Migration sind die Herkunftsländer und ihre Nachbarländer, z.B. im Falle von Syrien (21 M Einwohner): 7,6 M Binnenflüchtlinge plus 4,6 M Flüchtlinge ins Ausland, darunter die Nachbarländer Türkei 1,6 M, Libanon 1,2 M und Jordanien 0,7 M  [2] (Stand: Ende 2014), also gravierend hohe Anteile an der Einwohnerzahl. Migration in einem solchen Ausmaß überfordert diese Länder völlig, zumal die internationale Hilfe bei weitem nicht ausreicht, den Flüchtlingen eine menschenwürdige Existenz zu sichern [17] .
  
Flüchtlingsrouten / Globus Infografik 10251 vom 30.04.2015
Daten/ Infografik

Aufgrund der anhaltend desolaten Lage in ihren Heimat- und Nachbarländern machen sich immer mehr Menschen auf den weiten Weg in die EU. Da es kaum legale Möglichkeiten der Einwanderung in die EU gibt, wagen immer mehr Menschen den lebensgefährlichen Weg über Ost-/ Südosteuropa, das Mittelmeer und die Kanaren, um in den Schengen-Raum zu gelangen und dort Asyl zu beantragen [3] . Im Jahr 2014 wurden insgesamt rund 283.000 illegale Grenzübertritte registriert. Im Zeitraum 2008 bis 2014 stieg die Anzahl der Asylanträge in der EU von 225.150 auf 626.065 [4] . Weltweit schätzt das UNHCR die Zahl der Asylanträge im Jahr 2014 auf rund 866.000, der vierte Anstieg in Folge und fast der bisherige Spitzenwert von 900.000 im Jahr 1992 [5] .
Schengen-Abkommen / Globus Infografik 10267 vom 15.05.2015
Daten/ Infografik
Gemäß Dublin-Abkommen sollen Asylsuchende in dem Schengen-Land Asyl beantragen, in das sie zuerst einreisen. Diese Regelung führte im Verlaufe 2015 infolge stark steigender Flüchtlingszahlen immer mehr zur Überforderung der Ersteinreise-Staaten, vor allem von Griechenland, Italien, Malta (Mittelmeer-Route) und Ungarn (Balkan-Route). Da viele Flüchtlinge eher in Nordeuropa (insbesondere Deutschland, Österreich, Schweden [6] ) wegen der dort besseren Perspektiven Asyl beantragen wollen und nicht in den Ersteinreise-Ländern, verweigern sie dort die Registrierung, weil sie andernfalls gemäß Dublin-Abkommen befürchten, später dorthin abgeschoben zu werden. Deutschland hat diese Regelung für Flüchtlinge aus einem Bürgerkriegsland (Syrien) 2015 zeitweise außer Kraft gesetzt [7] .
  
Ablauf eines Asylverfahrens / Globus Infografik 10463 vom 21.08.2015
Daten/ Infografik
Unter den EU-Staaten ist Deutschland - gemessen an absoluten Zahlen - das mit Abstand größte Aufnahmeland für Asylsuchende [8] . Aufgrund der anhaltenden Konflikte in den Herkunfsländern rechnen Experten mit 900.000 bis 1.200.000 Asylsuchenden für das Gesamtjahr 2015. Diese sehr hohen Zahlen führen zu immer längeren Bearbeitungszeiten der Anträge (mehrere Monate bis weit über 1 Jahr, teils über 2 Jahre), da die Kapazitäten des zuständigen BAMF bisher nicht schnell genug erhöht wurden und das Asylverfahren gemäß Artikel 16a  GG zeit- und personalaufwändig ist [9] . Hinzu kommen Mängel im Verwaltungsablauf, u.a. bei der Registrierung der Asylbewerber und der Verarbeitung ihrer Daten bei verschiedenen Ämtern (Easy-System) [10] .
  
Der Asylantrag wird vom BAMF gemäß Asylverfahrensgesetz bearbeitet. Als Ergebnis ergeht ein Bescheid an den Asylbewerber, in dem eine der Varianten a) bis e) festgestellt wird [11] .
 
2013
2014
2015
  Registrierte Flüchtlinge (Easy-System)
1.100.000*
  Asylanträge insgesamt
127.023
202.834
476.649
  entschiedene Anträge (100 %), davon in %
80.978
128.911
282.726
a) Anerkennung der Asylberechtigung
1,1 %
1,8 %
0,72 %
b) Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft
12,2%
24,0 %
47,79 %
c) Gewährung von subsidiärem Schutz
8,7 %
4,0 %
0,60 %
d) Ablehnung mit Abschiebeverbot
2,7 %
1,6 %
0,73 %
  Gesamtschutzquote = Summe a) - d)
24,7 %
31,4 %
49,84 %
e) Ablehnung (mit ggf. Abschiebung)
38,5 %
33,4 %
32,37 %
  Rest zu 100 % (sonstige Erledigung)
36,8 %
35,2 %
17,79 %
* ungenau wegen möglicher Mehrfachzählung, teils Schätzung [12]
Quelle: BAMF
- Asylgeschäftsstatistik  (Stand: 07.01.16)


Asyl im engen Sinn (Artikel 16a  GG) erhalten also nur sehr wenige Asylbewerber (2014: 1,8 %, 2015: 0,7 %), denn es erfordert, dass der Betroffene im Herkunftsland durch den dortigen Staat (oder in dessem Auftrag) persönlich "politisch verfolgt" wird. Die Verfolgung durch nicht-staatliche Akteure sowie z.B. Bürgerkriege, Naturkatastrophen, Armut oder mangelnde Perspektiven werden nicht als Asylgrund anerkannt. In solchen Fällen kann allenfalls Schutz als Flüchtling oder subsidiäre Unterstützung gewährt werden.
  
  Die Verteilung der Asylsuchenden auf die Länder und Kommunen (gemäß dem Königsteiner Schlüssel: 2/3 Steueraufkommen, 1/3 Bevölkerungszahl) sowie ihre dortige Unterbringung und Versorgung bereiten aktuell immer mehr Probleme. Mittel- und längerfristig stellt die Integration der Schutzsuchenden enorme seit Gründung der BRD 1949 nicht gekannte Anforderungen an das Bildungssystem, den Wohnungs- und Arbeitsmarkt, an die Sozialsysteme sowie die Gesellschaft insgesamt.
zum Seitenanfang Daten und Fakten zur Flüchtlingskrise
Fast täglich ändert sich die Faktenlage, z.B. die Anzahl der Flüchtlinge, die in Deutschland eintreffen und Asyl suchen. Im Folgenden einige Zahlen und Fakten:
  
Asylanträge:
Bearbeitungs-
Kapazitäten
Die Anzahl von Asylentscheiden konnte von früher 1000 auf aktuell 1600 pro Tag gesteigert werden. Zurzeit gibt es einen Rückstau von 300.000 Anträgen.
Frühestens Ende April 2016 werden so viele Entscheider ausgebildet sein, dass alle Neuanträge zeitnah bearbeitetet werden können. Es sollen dann 80.000 Asylanträge pro Monat entschieden werden. [DLF-Nachrichten, 4.12.15, 14:30]
  
Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Das BAMF bietet in seiner Infothek u.a. folgende Infos / Daten/ Dokumente:
- aktuelle Meldungen - Statistiken - Asylzahlen - Ausländerzahlen
- Asylgeschäftsstatistik 2015: Monat: 07, 08, 09, 10,
11, 12,
   
statistisches
Bundesamt
Daten/ Statistiken unter "Bevölkerung" / "Migration,Integration" mit u.a. folgenden Themen: Wanderungsstatistik - Ausländer - Einbürgerung  
   
Spiegel-Online Die laufend aktualiserte Sammlung von 20 Fragen mit Antworten umfasst u.a. folgende Aspekte: Bleiberecht in DE; Herkunftsländer der Flüchtlinge, Fluchtursachen und Fluchtwege; Asylrecht, Asylverfahren, Asylantrag; Integration in Schule, Ausbildung und Arbeitsmarkt; Hilfen für Flüchtlinge/ Asylbewerber; Reaktion der Bevölkerung und Maßnahmen der Behördern zur Bewältigung der Flüchtlingskrise; Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und der EU.   
  
Ursachen der steigenden Flüchtlingszahlen

Folgen des
Kolonialismus

Die Ursachen für die aktuelle Flüchtlingskrise reichen historisch weit zurück bis in die Kolonialzeit, als deren Folge eine Vielzahl von problematischen Staaten vor allem in Afrika, Nahost, Asien und Lateinamerika entstanden sind, in denen bis heute keine Politik zum Wohl breiter Bevölkerungsschichten realisiert wird. Das liegt einerseits an den dort herrschenden Eliten, deren Hauptziel meist Selbstbereicherung und dazu Machterhalt ist, andererseits aber auch an den ehemaligen Kolonialmächten (u.a. ESPTGBFRNL) und weiteren reichen Ländern (u.a. USDE), die solche Verhältnisse direkt (Militärhilfe, Rüstungsexport) oder indirekt (u.a. Rohstoff-Import, Tourismus) unterstützen und dadurch aufrecht erhalten.
Reichtum für wenige,
Armut für viele
Der oft vorhandene enorme Reichtum an Bodenschätzen (u.a. Öl, Gas, Kohle, Erze, Selten-Erd-Metalle) und natürlichen Ressourcen (u.a. fruchtbare Böden, Biomasse, Wasserkraft, Solarenergie) kommt meist nur einer sehr kleinen Elite zugute, während die breite Masse unter Armut, oft sogar Hunger leidet. So haben sich vielerorts Kleptokratien herausgebildet, bei denen sich heimische und ausländische Eliten durch Plünderung der Ressourcen auf Kosten der Allgemeinheit bereichern. [13]
Hinzu kommt, dass stark subventionierte Lebensmittel aus den reichen Ländern einheimische Produkte verdrängen und in der Folge lokale Märkte und Arbeitsplätze zerstört werden.
[18]
Folgen der
Klimaerwärmung
Als Folge der Klimaerwärmung leiden immer mehr Regionen unter Wassermangel [14] und sinkenden Ernteerträgen. Extremwetterereignisse (u.a. Hitzeperioden, Dürren, Starkregen, Überschwemmungen) treten häufiger und stärker auf; Klimazonen und großräumige Elemente im Klimasystem (Strömungen in der Atmosphäre und in den Meeren, Monsun, El Nino) verändern sich; der Meeresspiegel steigt. All diese Faktoren schwächen vielerorts die elementaren Existenzgrundlagen (erträgliches Klima, Wasser, Nahrungsmittel, Lebensraum) und verstärken so die Motivation zur Migration.
Bevölkerungswachstum
Perspektivlosigkeit
Da die betroffenen Regionen meist auch hohe Geburtenraten haben, wächst der Anteil der jungen Menschen (vor allem Männer) stark an, die in ihren Ländern nur mangelhafte Perspektiven sehen und sich deshalb aufmachen in reichere Länder in der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Kriege und Konflikte Diese Motivation zur Auswanderung kann extrem verstärkt oder auch neu entfacht werden durch Konflikte wie Kriege/ Bürgerkriege (z.B. Afghanistan, Irak, Syrien), revolutionäre Wirren ("Arabischer Frühling") und Terrorismus (u.a. Al Shabaab, Boko Haram, Al Qaida, IS), die unmittelbaren Hauptursachen für das starke Ansteigen der Flüchtlingszahlen weltweit seit 2015.   
Perspektiven
  Die oben analysierten tieferen Ursachen für die verstärkte Migration weltweit werden mit hoher Wahrscheinlichkeit mittel- bis längerfristig mindestens anhalten, sich vermutlich sogar verstärken als Folge der Klimaerwärmung und der wachsenden Konkurrenz um schwindende Ressourcen (Wasser, Nahrungsmittel, Ackerfläche, Bodenschätze, Lebensraum). Es ist also auf Dauer mit einer wachsenden Migration aus Ländern des armen Südens in Länder des reichen Nordens zu rechnen.
Dass diese ihre Grenzen schließen (Festung Europa, Grenzzaun u.a. in Ungarn, Melilla und Ceuta, Grenze zwischen Mexiko und USA
, Israelische Sperranlagen im Westjordanland [15] ) und eher wenig behelligt vom Klimawandel und von der Armut im Rest der Welt ihren Wohlstand für sich behalten wollen, wird ihrer historischen Schuld nicht gerecht und ist das Gegenteil von nachhaltiger Politik. Es wird bestehende Konflikte verschärfen, neue entfachen und Terrorismus verstärken.
Stattdessen muss eine global und regional nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden, wie sie in der Agenda 21, den Millenniumszielen und zuletzt in der 2030-Agenda skizziert ist, d.h. im Kern, der Reichtum muss geteilt werden.
  Längerfristig ausschlaggebend wird sein, die Klimaerwärmung auf unter 2° C, möglichst sogar 1,5° C einzubremsen, wie es auf dem Klimagipfel in Paris 2015 beschlossen wurde. Andernfalls sind Hunderte Millionen Umwelt- und Klimaflüchtlinge wahrscheinlich [16] , mit kaum abschätzbaren Negativfolgen: Das Ende der Welt, wie wir sie kannten.

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Daten/Statistiken/ Infografiken: Aktuelles   (die jüngsten Datensätze)
Asylablehnung
DE-2016
Asylablehnung-DE-2016: Globus Infografik 11581/ 24.02.2017
24.02.17   (874)
dpa-Globus 11581: Asyl abgelehnt
Die Infografik zeigt die Entwicklung von 3 Kenngrößen von abgelehnten Asylanträgen im Zeitraum 2007 bis 2016. Angegeben wird hier jeweils der Anfangswert sowie der T(iefpunkt und H(ochpunkt.
A: Anzahl (in k, gerundet): 2007|12,8; T 2008|6,8; H 2016|173,8
B: Anteil an allen Asylanträgen (%): 2007|44,6; T 2016|25,0; H 2010|56,6
C: abgeschobene Asylbewerber (in k, gerundet): 2007|9,6; T 2010|7,6; H2016|25,4
Die meisten Ausländer, die 2016 ohne Duldung ausreisepflichtig waren, kamen aus den Westbalkanstaaten, u.a. Albanien 5,7 k, Serbien 3,9, Rumänien 3,0, Kosovo 2,9. Tabellenansicht

Quelle: BAMF     Infografik-Bezug      Tabelle/ Infos    

| Migration |
Fragile-Staaten-Index
Welt-2016
Fragile_Staaten-2016: Globus Infografik 11533/ 03.02.2017
03.02.17   (867)
dpa-Globus 11533: Fragile Staaten 2016
In der Weltkarte sind die Staaten im Hinblick auf ihren "Fragile States Index" von dunkelgrün (sehr stabil) bis dunkelrot (sehr fragil) eingefärbt. Der Index bewertet die Gefahr eines Landes zu kollabieren ("gescheiterter Staat") anhand von 12 Bereichen (u.a.: Flüchtlinge; Menschenrechte; innere Konflikte; Diskriminierung; ethnische Gewalt; öffentliche Dienste; Gesundheitssystem; Armut; Abwanderung von Fachkräften (Braindrain)).
Die 5 stabilsten bzw. fragilsten von insgesamt 178 Ländern: [NO 177; FI 178; DK 175; CH 174; DE 165] bzw. [SO 1; SS 2; CF 3; SD 4; YE 4]. Tabellenansicht
Deutschland bleibt auf dem guten Rang 165. Sechs Kategorien, darunter Menschenrechte und öffentliche Dienste, werden mit "exzellent" bewertet, nur durchschnittlich waren "gruppenbezogene Missstände"(u.a.. Diskriminierung, ethnische Gewalt) und "Flüchtlinge".

Quelle: The Fund for Peace     Infografik-Großansicht      Tabelle/ Infos 

| Eine-Welt | Migration | Konflikte | Globale Agenda 21 | 2030-Agenda | Indikatoren |
Asyl-Erstanträge
DE-1995-2016
Asylanträge-DE-1995-2016: Globus Infografik 11507/ 20.01.2017
20.01.17   (860)
dpa-Globus 11507: Schutzsuchende in Deutschland
Die Zahl der Asyl-Erstanträge (in k) fiel von 1995|128 auf das Allzeittief 2007|19. Danach stieg die Zahl zunächst langsam, ab 2012 immer steiler: 65, 110, 173, 442, 722.
Die Hauptherkunftsländer 2016 waren (in k, gerundet): SY 266; AF 127; IQ 96; IR 26; ER 19; PK 14; NG 13; RU 11. Auf die Top3-Länder entfielen bereits 68 %. Tabellenansicht
Zusammen mit den Folgeanträgen gingen 2016 745.545 Asylanträge beim BAMF ein. Aufgrund der in 2015 stark angestiegenen Asylbewerberzahlen konnte das BAMF wegen Überforderung zunächst nur einen Teil der Asylanträge bearbeiten. Durch mehr Personal und bessere Organisation konnten inzwischen 695000 Anträge erledigt werden.
 
Quelle: BAMF     Infografik-Bezug      Tabelle/ Infos 


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Daten/Statistiken/ Infografiken: Archiv   (jahrgangsweise chronologisch)
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Unterrichtsmaterialien: Aktuelles   (die jüngsten Datensätze)
Kolonialismus
Kolonialismus:  Dossier
Dossier
16.11.16   (74)
bpb: (Post)kolonialismus und Globalgeschichte
Das Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zeigt Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte auf und untersucht, wie das koloniale Zeitalter in ehemaligen Kolonialstaaten und anderen Gesellschaften nachwirkt. Es umfasst u.a. folgende Artikel:
Kolonialismus und Postkolonialismus: Schlüsselbegriffe der aktuellen Debatte
Herrschaft und Verwaltung
Geschlecht und Sexualität
Koloniale Gewalt und Kolonialkrieg
Sklaverei und Sklavenhandel
Wissenschaft und Kolonialismus
Antikolonialismus und kulturelle Selbstbehauptung
Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland zwischen 1884 und 1945

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Zuflucht-DE
Zuflucht Deutschland:  Grafik Großansicht
Arbeitsblätter
01.10.16   (75)
bpb: Zuflucht Deutschland
Wie neu ist eigentlich das Phänomen "Flucht"? Was meinen genau Begriffe wie "Asylgesuch" und "Sichere Herkunftsstaaten"? Wie funktioniert das Asylverfahren? Und was bedeutet es im Alltag, "geduldet" zu sein? Der neue Falter nähert sich diesen und weiteren Fragen in fünf Arbeitsblättern/ Kopiervorlagen.
  
Falter Nr.7:  Zuflucht Deutschland  (Infos, Download als pdf, Bestellung)

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Flüchtlingsintegration
Fluechtlingsintegration
Studie
29.06.16   (73)
Irina Bohn, Tina Alicke: Wie kann Integration von Flüchtlingen gelingen, damit die Stimmung nicht kippt?
978-3-7344-0335-4, 96 S., 9,80 €
Die Studie bietet praxisnahe Maßnahmen zur nachhaltigen Integration von Flüchtlingen, u.a. folgende Aspekte: Aufrechterhaltung und Vertiefung von zivilgesellschaftlichem Engagement und ehrenamtlicher Arbeit; Einbindung von Flüchtlingen in das Geschehen vor Ort; Stärkung demokratischer Kräfte auf kommunaler Ebene; wirksame Maßnahmen gegen rechtsextreme Aktivitäten und für Opferschutz.

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Zuwanderung: Abschottung oder gesteuerte Migration
In der Materialienserie "Politik: betrifft uns" bietet der Verlag Bergmoser+Höller aktuelle Unterrichtsmaterialien an.
Alle Hefte dieser Reihe enthalten einen strukturierten detaillierten Unterrichtsverlauf samt Materialien in kopierfähigem DIN-A4-Format nebst Folien für den Tageslichtprojektor.
Themen von Heft Nr.4/2002 (vom 14.9.02)
Meinungen zur Zuwanderung; Geschichte der Zuwanderung seit 1949;
Ausländer: Aufenthaltsrecht, Flüchtlinge, Asylbewerber, Asylberechtigte
gescheiterte Integration; Parallelwelten; Asylmissbrauch
Demographische Entwicklung: schrumpfende überalternde Bevölkerung
Zuwanderung erforderlich: Positionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
Zuwanderungsgesetz: Änderungen; inszenierter Streit im Bundesrat
Ausführliches Inhaltsverzeichnis / Folienvorschau/ Bezug


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Bundesamt für Migration
und Flüchtlinge (BAMF)
  Migration nach DE (u.a. Einreisebestimmungen, Nachzug d. Familie)
  Asylverfahren   Einbürgerung  
    
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Bei sich möglicherweise verändernden Quellen (Websites) wird das Datum des Zugriffs (Z TT.MM.JJ) notiert, ansonsten das interne Datum [TT.MM.JJ] der jeweiligen Quelle, sofern vorhanden.
  
[1] Flüchtlinge in der Welt [Globus-Infografik 10380, 09.07.15]
[2] Flüchtlinge im eigenen Land  [Globus-Infografik 10368, 02.07.15]
[3] Flüchtlingsrouten in die EU [Globus-Infografik 10251, 30.04.15]
[4] Auf der Suche nach Asyl [Globus-Infografik 10188, 02.04.15]
[5] Schutzsuchende in der Welt [Globus-Infografik 10214, 16.04.15]
[6] a) Die Versorgung von Asylbewerben ist in diesen Ländern vergleichsweise gut. In Deutschland orientieren sich die Leistungen gemäß Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) am Regelbedarf (RBEG), der auch für Arbeitslosengeld II (ALG II) und Sozialhilfe gilt, in|nach den ersten 15 Monaten z.B: Alleinstehende 354|404 €, 1 Paar 636|728 €, 2 Eltern mit 2 Kindern (6-13 J.) 1120|1268 € für Ernährung, Kleidung, Gesundheitspflege sowie Gebrauchs- und Verbrauchsgütern des Haushalts. Hinzu kommen regelmäßige Kosten für Unterkunft und Heizung sowie Einmalleistungen (u.a. Ausstattung der Wohnung). Da diese Beträge ein Vielfaches des mittleren Einkommens in den meisten Herkunftsländern ausmachen, entfalten sie eine Sogwirkung zusätzlich zu den eigentlichen Fluchtursachen.
b) Matthias Thibaut et al.: Wie viel Geld bekommt ein Flüchtling in Europa? [Handelsblatt, 18.08.15]
c) Die Integrationsfähigkeit und -bereitschaft sind in diesen Ländern bisher vglw. groß, weil ihre wirtschaftliche und soziale Lage sowie die demografische Entwicklung - tendenziell sinkende Einwohnerzahlen, verbunden mit Fachkräftemangel) günstig waren für Einwanderung, stoßen aber auch hier bei schnell ansteigenden Immigrantenzahlen inzwischen vielerorts immer mehr an Kapaziätsgrenzen.
[7] Dublin-Verfahren ausgesetzt: Syrien-Flüchtlinge dürfen in Deutschland bleiben [Spiegel-Online, 25.08.15]
[8] Auf der Suche nach Asyl: [Globus-Infografik 10188, 02.04.15]
[9] Ablauf eines Asylverfahrens [Globus-Infografik 10463, 21.08.15]
[10] a) Rainer Burger, Rüdiger Soldt: Behörden im Handbetrieb [FAZ, 10.10.15]
b) Jan Bielicki: Wie zählen die Behörden Flüchtlinge? [SZ, 27.11.15]
[11] BAMF: Aktuelle Zahlen zu Asyl, Ausgabe Sep. 2015 [BAMF (pdf), Z 10.10.15]
[12] siehe [10 b]
[13] a) Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums. Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas [perlentaucher], Westend-Verlag 2016. Rezension: Marc Engelhardt: Tom Burgis analysiert die Komplizenschaft des Westens [DLF 9.2.17]
b) Acemoğlu/Robinson vertreten in "Warum Nationen scheitern" die These, dass Staaten dann erfolgreich sind, wenn sie durch "inklusive" (einbeziehende) Institutionen geprägt werden, die Grundlage für funktionierende demokratische Rechtsstaaten, die vor allem dadurch auch wirtschaftlich gedeien. "Extraktive" (ausschließende, ausbeuterische, auslaugende, herausziehende) Institutionen - oft entstanden aus einer Verlängerung kolonialer Verhältnisse - dagegen begünstigen Autokratien und damit einhergehend sozialen und wirtschaftlichen Niedergang.
[14] a) Fabian Kretschmer: Inder streiten um Flusswasser [taz, 21.09.16]
b) Planet Wissen: Konfliktstoff Wasser (Jordan, Nil, Euphrat und Tigris) [WDR-Fernsehen, 16.08.16]
c) Hanna Gersmann: Globaler Kampf um die Ressource Wasser könnte für milliardenschwere Verluste von Firmen auf dem deutschen Markt sorgen [taz, 28.08.14]
d) Marc Engelhardt: Die Angst vor Wasser-Kriegen [FR, 13.03.12]
e) Dominic Johnson: Afrikas Wasserkrieg. Streit um die Nutzung des Nils [taz, 15.05.10]
[15] Martin Klingst: Zäune: An den Grenzen der Humanität [DIE ZEIT 12.11.15]
[16] a) Fred Schmidt: Klimaflüchtlinge werden zum Haupttreiber künftiger Migration [ISW 23.11.15]
b) Reinhard Merkel: Die reichen Staaten sollten sich auf eine andere, gewaltige Flüchtlingsbewegung gefasst machen: die Klimaflüchtlinge.[FAZ 22.9.15]
c) Claudia Ehrenstein, Günther Lachmann: Regierung erwartet 200 Millionen Klimaflüchtlinge [welt.de, 22.09.15]
d) "Wollen Sie, dass wir zu Ihnen kommen?". Der Inselstaat Kiribati droht durch den Klimawandel im Meer unterzugehen. Präsident Anote Tong ruft im ZEIT-Interview um Hilfe [DIE ZEIT 22.10.15]
e) Greenpeace-Studie: Klimaflüchtlinge - die verleugnete Katastrophe [19.6.07]
[17] a) Auf der Geberkonferenz am 04.02.16 in London wurden 11 Milliarden US-$ für syrische Flüchtlinge zugesagt. Bisher wurden weniger als die Hälfte der damals zugesagten Gelder von den Regierungen an das UNHCR überwiesen. [taz 22.09.16]
b) Marc Engelhardt: Wie Geberländer ihre Versprechen brechen [dlf, 14.12.15]
c) Thomas Gutschker: Wie der Hunger die Syrer in die Flucht trieb [FAZ, 08.11.15]
d) Ruth Eisenreich: Was Merkel übersehen hat. Eine Chronologie in Zitaten [SZ, 24.09.15]
[18] Isabell Paff, Tobias Zick: EU-Importe torpedieren Afrikas Wirtschaft [SZ, 29.12.17]
 

Stand: 21.09.16/zgh
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