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Hintergrund
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Parabolrinnenkraftwerk

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DESERTEC-Konzept:
Die Bezeichnung "DESERTEC" setzt sich zusammen aus Teilen der Wörter "desert" (Wüste) und "technic" ("Technik") und bezeichnet ein Konzept, das reiche Angebot an Solarenergie aus den Wüsten der MENA-Region (Middle East / North Africa) zu nutzen. Mit Solarthermiekraftwerken, vor allem Parabolrinnenkraftwerken, soll soviel Ökostrom erzeugt werden, dass diese Region komplett mit Strom versorgt und außerdem die Meerwasserentsalzung mittels Strom beträchtlich ausgeweitet werden kann. Überschüssiger Strom soll mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) nach Europa exportiert werden.
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Desertec Industrial Initiative (DII):
Am 13.07.09 haben 12 Konzerne
aus der Energie- und Finanzbranche
[1]
unter Führung des Rückversicherers Münchener Rück die "Desertec Industrial Initiative" (DII) gegründet mit dem Ziel, das Desertec-Konzept in die Praxis umzusetzen. Aus Deuschland beteiligen sich 9 Konzerne, darunter Siemens, RWE, E.ON, Schott Solar und Deutsche Bank.
Ab 2020 soll der Solarstrom aus den Wüsten ("Wüstenstrom") ins Netz eingespeist werden, bis 2050 soll das HGÜ-Stromnetz soweit ausgebaut werden, dass etwa 15 % des EU-Stromverbrauchs durch Stromimport aus der MENA-Region abgedeckt werden kann. Der
Investitionsbedarf in den nächsten 40 Jahren wird auf insgesamt 400 Mrd. Euro geschätzt, darunter 50 Mrd. für den Ausbau des Stromnetzes.
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TREC-Initiative:
Das DESERTEC-Konzept basiert auf der umfassenderen TREC-Initiative (TREC = Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation): TREC zielt auf eine integrierte Vollversorgung der EU-MENA-Region
[2] mit Strom aus einer Vielzahl von Ökostromquellen in dieser Region, die über ein Hochleistungsnetz (Supergrid) verbunden werden, z.B. Windkraft aus Nord-/Ostsee und von der Atlantikküste, Solarstrom aus den Wüsten Nordafrikas und Saudi-Arabiens, Geothermie aus Island, Biomasse aus Europa, Wasserkraft aus Skandinavien. Die weite geografische Streuung und die Unterschiedlichkeit der Stromquellen sorgen für Ausgleich des regional teils stark
schwankenden Ökostrom-Aufkommens. Zusammen mit den immensen Stromspeicherkapazitäten der Wasserkraft in Skandinavien bietet das TREC-Konzept Versorgungssicherheit, d.h. das ganze Lastspektrum von der Grundlast über Mittellast bis zur Spitzenlast wird vollständig nur mit Ökostrom abgedeckt. Die dazu erforderlichen Technologien, z.B. Solarrinnen-Kraftwerke und HGÜ-Stromtrassen, haben sich bereits seit Jahren in der Praxis bewährt. Auch die technische und wirtschaftliche Machbarkeit im großen Maßstab wurde u.a. durch zwei DLR-Studien aus den Jahren 2004-2006 belegt: „MED-CSP“ und „TRANS-CSP".
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Großansicht [Czisch]
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ISET / Gregor Czisch:
Parallel zum DLR haben Forscher am ISET (Uni Kassel), vor allem Gregor Czisch, ein Konzept entwickelt, das zusätzlich zur EU-MENA-Region noch das Gebiet Nordwest-Sibirien mit seinem reichen Windenergie-Potenzial einbezieht. Czisch unterteilte den Großraum von Island im Nordwesten, Senegal im Südwesten, Saudi-Arabien im Südosten und Nordwest-Sibirien im Nordosten in 19 Teilregionen, die über HGÜ-Stromtrassen vernetzt werden (Supergrid). Mit einem
Optimierungsprogramm, das umfangreiche und vielfältige Daten (u.a. Potenzial und Marktpreise der verschiedenen Ökostromarten, Eigen-Stromverbrauch, Stromnetzkosten) aus jeder Teilregion bewertet und zu einem optimalen Mix kombiniert, zeigt Czisch aktuell, dass eine sichere Versorgung im gesamten Großraum allein mit Ökostrom zu ca. 4,65 Ct/kWh machbar ist. Laut Czisch setzt sich der optimale Energiemix wie folgt zusammen: 2/3 Windenergie (zu großen Teilen aus Afrika), 17 % Biomasse, 15 % Wasserkraft und nur 2 % Solarthermie. Ein Hauptgrund für den geringen Solarthermie-Anteil in dem optimierten Energiemix ist, dass die Solarthermie-Technologien (z.B. Parabolrinnen-Kraftwerke) im Vergleich zu den anderen Ökostromarten bis auf Weiteres noch zu teuer sind
[3].
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