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Dossier
Rohstofffluch
Konflikte um Rohstoffe
       
TV-Tipp
Di., 20.6.06, 20:40, phoenix,
Wdh.: 21.6., 14:40.
arte-Themenabend: Erdöl
20:40: Ein Barrel auf Reisen
Die Dokumentation verfolgt den Weg des Erdöls von seiner Quelle in Kuwait bis an eine Tankstelle im deutschen Ruhrgebiet und erklärt dabei die vielen Verwendungsformen dieses auf der ganzen Welt so begehrten Rohstoffes.
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21:30 Reiches Land, armes Volk

Angola im Südwesten Afrikas ist nach Nigeria der zweitgrößte Öl-Produzent des Schwarzen Kontinents. Die Dokumentation zeigt ein Land des Kontrastes, in dem es neben ultramodernen Ölförderanlagen bittere Armut und vom Bürgerkrieg zerstörte Städte gibt.
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21:55: Zeitbombe Öl
Am 26. Februar 1998 brach die Öl-Pipeline am Stadtrand der ecuadorianischen Stadt Esmeraldas. Rohöl ergoss sich in den gleichnamigen Fluss, an dessen Mündung die Stadt liegt, und entzündete sich. Unaufhaltsam kroch das flammende Inferno auf die Stadt zu.
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Hintergrund

Rohstoffreiche Länder sollten sich eigentlich in der Vergangenheit aufgrund der oft immensen Einnahmen aus dem Rohstoffexport besonders gut entwickelt haben. Das Gegenteil ist jedoch bei vielen Entwicklungsländern der Fall, ein Phänomen, das auch als "Rohstofffluch" bezeichnet wird.
Nur wenige Länder (z.B. Brasilien, Botswana, besonders Norwegen) konnten den Rohstoffreichtum nutzen für eine nachhaltige Entwicklung.
In vielen anderen Ländern verursacht der Rohstoffreichtum Korruption und Misswirtschaft. Einflussreiche Eliten - oft in Zusammenarbeit mit ausländischen Rohstoffkonzernen - bereichern sich auf Kosten der Bevölkerung, die meist leer ausgeht und zudem die ökologischen und sozialen und Folgen der Rohstoffförderung zu erleiden hat. Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur unterbleiben, weil für die Rohstoffausbeute nur wenige Arbeitskräfte für einfache Arbeiten aus der lokalen Bevölkerung benötigt werden. Die höherwertigen Tätigkeiten werden meist durch ausländisches Personal der Rohstoffkonzerne erledigt. Aufrecht erhalten werden diese Verhältnisse durch Machhaber und Kriegsherren auf allen Ebenen, von der Staatsspitze über Provinzfürsten bis hin zu
lokalen Präfekten und Warloards, die Einnahmen aus dem Rohstoffhandel nutzen, um Waffenkäufe und Söldnertruppen zu finanzieren, mit denen sie ihren Einfluss und die weitere Ausbeutung der Rohstoffe absichern. Statt normaler lokaler Märkte mit Produkten etwa aus Landwirtschaft und Handwerk entwickeln sich Varianten von Kriegsökonomien, geprägt durch Waffenhandel, Schmuggel, Korruption und Söldnertruppen, in die sogar Kindersoldaten zwangsrekrutiert werden. Nicht selten sind lang andauernde kriegerische Konflikte mit einer Vielzahl von Flüchtlingen, Toten, Verstümmelten vor allem unter der Zivilbevölkerung die Folge.
  
Nicht nur in armen Ländern kann sich Rohstoffreichtum verhängnisvoll auswirken,  sondern auch in bereits entwickelten demokratisch gefestigten Staaten, wie das Beispiel der sogenannten "Holländischen Krankheit" zeigt:
In den 60er Jahren erzielten die Niederländer durch Verkauf von Erdgas aus den reichen Erdgasfeldern in der Nordsee hohe Einnahmen. Da Bodenschätze üblicherweise in US-Dollar verrechnet werden, entsprach dem Export von Erdgas auf der Ebene der Devisenmärkte ein Tausch von US-Dollar in Gulden, wodurch dieser immer stärker aufgewertet wurde. Auf Auslandsmärkten verteuerten sich dadurch die Produkte der übrigen Exportindustrie, die in der Folge bei nachlassendem Absatz einen Niedergang erlitt. Die großen Einnahmen aus dem Erdgasverkauf trieben Löhne und Preise in die Höhe und damit die Inflation. Anders als Norwegen, wo der Staat die Überschüsse langfristig zum Wohl künftiger Generationen in Bildung, Gesundheit sowie Infrastruktur investiert und parallel dazu einen Fonds anspart, konsumierten die Niederlande die Einnahmen im Rahmen einer Politik der sozialen Umverteilung. Stark schwankende Rohstoffpreise verursachten dann sogar über die Jahre wachsende Haushaltsdefizite.
Ähnliche ökonomische Fehlentwicklungen zeichnen sich derzeit in Kanada ab, wo die heimische Währung in den letzten 3 Jahren bereits um 1/3 gegenüber dem US-Dollar aufwertete, worunter die normale Exportindustrie stark leidet.
Kanada  (auch Chile, Botswana und Dubai) versucht nun allmählich - ähnlich wie Norwegen - gegenzusteuern und die reichen Einnahmen aus dem Rohstoffverkauf abzuschöpfen, um sie für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen.
 
Zu diesem Themenspektrum im folgenden einige Informationen:
  

 Der Fluch der Rohstoffe,  Teil 3 der SPIEGEL-Serie:
vergrößerte Ansicht

SPIEGEL, 15/06, S.124/125

Der Fluch der Ressourcen
Einen auch für den Unterricht gut geeigneten Überblick zu den Staaten und Regionen mit Rohstoff-Konflikten bietet der 3.Teil der SPIEGEL-Serie: "Der Kampf um die Rohstoffe" [DER SPIEGEL, 15/10.4.2006, S.124-134 *]
Dargestellt werden u.a. die Negativ-Beispiele Nigeria, Kongo, Angola, Russland, Venezuela und Bolivien, aber auch Positiv-Beispiele wie Norwegen und Botswana, wo es durch "good governance" gelang, die Einnahmen aus den Bodenschätzen zum Wohl der Bevölkerung und für eine zukunfstfähige Entwicklung einzusetzen.

* Der Artikel ist nicht direkt online abrufbar. Er kann im Archiv mit den Suchbegriffen "Serie, Rohstoffe" recherchiert und für 0,50 € bezogen werden.
     
Erdöl: Fluch oder Segen? / Dossier: Brot für die Welt Brot für die WeltErdöl: Fluch oder Segen?
Erdöl ist der Energielieferant Nummer 1 in der Welt. Ohne Erdöl läuft in den Industrieländern nichts. Dennoch profitieren die Menschen in den Erdölregionen Afrikas und Lateinamerikas nicht von der hohen Nachfrage nach dem schwarzen Gold. Im Gegenteil. Sie leben in Armut und ständiger Unsicherheit. Sie werden eingeschüchtert, umgesiedelt und im besten Falle mit Almosen abgespeist.   [Brot für die Welt: Newsletter, 8.3.06]
Weitere Infos [brot-fuer-die-welt]
=> Daten/ Statistiken/ Infografiken: Erdöl   
=> Energe/ Rohstoffe   fossile Energien  Konflikte, Krieg und Frieden

  

Konflikte im Kongo
Infografik: Konfliktzonen und Bodenschätze im Kongo/ Großansicht in: DIE ZEIT 12/17.3.05
Großansicht [ZEIT 12/05]

=> Konflikte, Krieg & Frieden  > Daten

Infografik: Konfliktzonen und Bodenschätze im Kongo
Die Landkarte zeigt die Region der Demokratischen Republik Kongo samt Nachbarländern. Schraffiert sind die von Rebellen kontrollierten Gebiete im Ostkongo. Außerdem sind die Lagerstätten der Bodenschätze Gold, Diamanten und Coltan (Mineral, das u.a. bei der Herstellung von Handys verwendet wird) über Symbole in der Landkarte markiert.
Die Grafik ist eingebettet in den Artikel "Die Hölle im Paradies. Vier Millionen Tote hat der Kongo im Bürgerkrieg zu beklagen." [DIE ZEIT, 12/17.3.05]. In dem Hintergrundartikel analysiert Bartholomäus Grill (langjähriger Afrika-Korrespondent der ZEIT) die unübersichtliche Lage im Kongo: zahlreiche Kriegsakteure versuchen sich an den Bodenschätzen des Landes zu bereichern. Das Leid der Zivilbevölkerung ist unermesslich.
Die folgende Artikelsammlung bietet weitere Hintergrund-Infos:
Kongo: Krieg um Rohstoffe. Z.B.: Tantal und der weltweite Handy-Boom.
[AG-Friedensforschung, Uni.Kassel]
  


Infografik: Die wichtigsten Rohstoffexporte Lateinamerikas / Großansicht als pdf-Datei, DIE ZEIT 11/ 10.3.2005, S.28
Großansicht
pdf, 337 KB, 1 S.
ZEIT 11/05

=> Datentabelle

Infografik: Die wichtigsten Rohstoffexporte Lateinamerikas.
In die stilisierte Karte Lateinamerikas sind zu den 5 größten rohstoffexportierenden Ländern Brasilien, Mexiko, Venezuela, Chile und Argentinien Infoschilder montiert, die über die wichtigsten Export-Rohstoffe informieren: jeweils Umfang der Exporte, bewertet in US-Dollar und ihr Anteil am Gesamtexport.
Unten links wird die Entwicklung des Rohstoff-Preisindex (CRB-Index) seit 1970 dargestellt. Er befindet sich am 10.3.05 auf einem 24-Jahres-Hoch.

Die Grafik ist eingebettet in den Artikel "Verdammtes Öl. Rohstoffe sind für viele Länder Lateinamerikas ein »Fluch«, weil sie die Entwicklung hemmen. Für Brasilien gilt das nicht. Es hat sich befreit" [DIE ZEIT 11/10.3.05, Printausgabe].
Online steht die Infografik als pdf-Datei [pdf, 337 KB] bei der ZEIT zum Download bereit. Die Daten stellen wir gesondert als  =>Tabelle  zur Verfügung.
 
Zum "Rohstoff-Fluch" hat die US-amerikanische Journalistin Amity Shlaes interessante Zusammenhänge recherchiert, die sie u.a.in einem ZEIT-Artikel vorstellt.
Fluch der Rohstoffe. Bodenschätze korrumpieren die Staaten und verhindern den Wohlstand ihrer Bürger [DIE ZEIT,13.2.03]
"Wegen Öl werden Kriege geführt, es führt zu politischer Instabilität. Das liegt aber nicht daran, dass die USA oder die Länder Europas diesen Rohstoff begehren. Öl verdirbt die politische Kultur der Länder, die es besitzen"

    
Weitere Beiträge
zum
"Fluch der Rohstoffe":
"Resource Curse"

"Wachstum ohne Entwicklung. Lateinamerikas Wirtschaft boomt dank gestiegener Rohstoffpreise. Doch von dem Segen kommt bei einem Großteil der Bevölkerung nichts an. In Peru nimmt Armut zu." [taz, 20.5.05]

Rohstoffe: Reich und doch arm. Für viele ölexportierende Länder hat sich das schwarze Gold eher als Fluch denn als Segen erwiesen.
[iwd – Informationsdienst, Nr. 10/ 10. 03.05]

Nachhaltige Entwicklung in Nigeria: Der "Fluch der Ressourcen"
[ Forum internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung (f.ize) ]

Vom Fluch und Segen des kolumbianischen Rohstoffreichtums
[Kolumbien-Monatsbericht, Juli/August 2003]
  
  

Presseartikel

Presse-/Online-Medien


Datenbank

Der Presse-/Medienspiegel (Tages-, Wochenzeitungen, Monatszeitschriften und Online-Medien sowie Infos aus Newslettern) bieten vielfältige aktuelle und Hintergrund-Informationen.
Alle Datenbank-Einträge zum Suchbegriff  "Rohstofffluch":
  => Jahrgang:    2005   2006  
  

Stand: 16.06.06/zgh   Energie/ Ressourcen > Daten      Konflikte, Krieg und Frieden
  Lexikon:
 fossile Energien
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