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Lexikon Gendergap (Geschlechterkluft)
geschlechtsspezifsche Unterschiede in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft
 
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Hintergrund
Bezug zur
Agenda 21
Die Agenda 21 skizziert im Abschnitt III ("Stärkung der Rolle wichtiger Gruppen") im Kapitel 24 einen "globalen Aktionsplan für Frauen zur Erzielung einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung". Dieses Ziel wurde aufgegriffen im 3.Millenniumsziel ("Gleichstellung und größeren Einfluss der Frauen fördern") und als 5. Ziel ("Geschlechtergerechtigkeit") der "17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung" in der 2030-Agenda.
  
 

Obwohl die Gleichstellung von Frauen seit Jahrzehnten offizielle Politik der UN ist und auch tatsächlich in vielen Ländern mehr oder weniger nachhaltig verfolgt wird, zeigt sich in wesentlichen Bereichen von Teilhabe noch immer eine deutliche Kluft ("gap"), insbesondere bei den Themen:

  • Erwerbstägigkeit: Lohnlücke (Gender Pay Gap), Teilzeitquote, Lebensarbeitszeit
  • Bildungchancen
  • Karriere: Aufstieg in Leitungs- und Führungspositionen
  • Versorgung im Alter: Lücken bei der Rente (Gender Pension Gap) und der Pflege (Gender Care Gap)

Diese und weitere Themen werden demnächst näher ausgeführt.

   
Equal Pay Day


Der "Equal Pay Day" ist ein Aktionstag in vielen Ländern weltweit, der auf die weit verbreitete geringere Entlohnung von Frauen im Vergleich zu Männern aufmerksam machen soll.
Deutschland

offiziell:
18. März 2019

tatsächlich
7. April 2019
Im Jahr 2018 lag der durchschnittliche unbereinigte(1) Bruttoverdienst der Frauen|Männer bei 17,09|21,60 € [1], die Gehaltslücke betrug also 4,51 €, das sind 4,51/21,60 = 20,9 % vom Männerlohn, also rund p = 21 %. Diese Quote p wird als "Gender Pay Gap" (GPG) bezeichnet und dient zur Berechnung des jährlichen "Equal Pay Days":
Im Jahr 2018 verdienten Frauen p = 20,9% weniger als Männer, oder umgekehrt: Männer verdienten q = 4,51/17,09 = 26,4% mehr als Frauen.
Der "Equal Pay Day" wurde zunächst falsch mit der Quote p statt q berechnet, der tatsächliche "Tag gleicher Bezahlung" liegt daher deutlich später im Jahr als der offizielle "Equal Pay Day": Details in der Extraseite "Equal Pay Day".
 
(1) inkl. Teilzeit/geringfügiger Beschäftigung und Azubis/Praktikanten
   
  Gender Pay Gap in Deutschland
Gender Pay Gap
DE 2006-2018
 Globus Infografik 13082
22.03.19    (1323)
dpa-Globus 13082: Die Lücke beim Gehalt
Der durchschnittliche unbereinigte* Bruttostundenlohn der Frauen | Männer ist von 2006 13,91|17,90 € kontinuierlich gestiegen auf zuletzt 2018 17,09|21,60 €. Der gerundete "Gender Pay Gap" (GPG)* schwankte bis 2014 zwischen 22% und 23% und ist seitdem 21%.
* inkl.: Teilzeit, geringer entlohnte typische Frauenberufe, weniger Karriere und geringeres Dienstalter: sie verursachen 3/4 der Gehaltslücke. Das restliche Viertel resultiert aus geringerer Entlohnung trotz vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation. Wird nur der letzte Faktor berücksichtigt, spricht man vom "bereinigten" GPG. Er betrug 2014 (aktuellster Stand) rund 6%.

Quelle: destatis | Infografik  Tabelle/Infos  Serie 

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  Gender Pay Gap in der Europäischen Union
Gender Pay Gap
EU 2017
 Globus Infografik 13533
01.11.19    (1534)
dpa-Globus 13533: Verdienstgefälle zwischen Frauen und Männern
Im Jahr 2017 verdienten Frauen im EU-Durchschnitt 16,0 % weniger als Männer, d.h. umgerechnet: 100 € für Männer, 84 € für Frauen. Rangfolge der EU-Staaten (%):
EE 25,6  CZ 21,1  DE 21,0  UK 20,8  AT 19,9⟩ ... ⟨BE 6,0; IT 5,0; LU 5,0; RO 3,5⟩ Tabelle.
Dieser "unbereinigte Gender Pay Gap" ist ein erster Ansatz zur Berechnung geschlechtsspezifischer Verdienstunterschiede. Bei genauerer Analyse sind eine Vielzahl kultureller, sozialer, demografischer und ökonomischer Faktoren zu berücksichtigen, z.B. vermehrte Teilzeitarbeit bei Frauen, Karriereknick durch Kindererziehung, geringerer Verdienst in frauentypischen Berufen.

Quelle: Eurostat  | Infografik  Tabelle/Infos  Serie  Kontext 

| Gendergap | Equal Pay Day | Frauen | Indikatoren | 2030-Agenda |
   
  Global Gender Gap Index (GGGI)
Gleichstellung
Welt 2018
 Globus Infografik 12944
11.01.19    (1265)
dpa-Globus 12944: Gleichstellung weltweit
Das WEF publiziert jährlich den Global Gender Gap Report. Im Report 2018 werden 149 Länder im Hinblick auf den Gendergap bewertet anhand ihres GGGI (Global Gender Gap Index), der angibt, zu wieviel % die Lücke geschlossen wurde. Er wird aus vier Subindikatoren berechnet: (1) wirtschaftlicheTeilhabe (42%), (2) Zugang zu Bildung (4,4%), (3) Gesundheit (4,4%), (4) politischer Einfluss (Empowerment) (77%).
Ranking: ⟨IS 86, NO 84, SE 82, FI 82, NI 81⟩ ... ⟨TD 58, SY 57, IQ 55, PK 55, YE 50⟩.
Zum Vergleich: ⟨DE 78, US 72, CN 67⟩ Tabelle. DE rutschte von Rang 12 auf 14.
Im Durchschnitt der 149 Länder lag der GGGI 2018 bei 68,0 % (= Vorjahr). Nur der 1.Subindikator verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr.
In der Weltkarte ist für 8 Regionen notiert, wie viele Jahre es bei gleichbleibender Tendenz dauern würde, bis der Gendergap geschlossen würde: von Westeuropa (61) bis Ostasien (171).

Quelle: Global Gender Gap Report 2018 | Infografik  Tabelle/Infos  Serie  Kontext 

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Presse-/ Medien-
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Jahrgang:
15 16 17 18 19 

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Daten/Statistiken/ Infografiken: Aktuelles   (die jüngsten Datensätze)
Rentenlücke
OECD 2016
 Globus Infografik 13609
06.12.19    (1568)
dpa-Globus 13609: Die Rentenlücke
Im Jahr 2016 bezogen Frauen in allen 26 OECD-Staaten Europas weniger Rente als Männer (Altersgruppe: über 65-Jährige). Im OECD-Durchschnitt betrug die Rentenlücke* 25 %, unter den Mitgliedsstaaten in Europa variiert sie extrem stark (Faktor 23).
Rangliste Rentenlücke* (in %)
DE 46  LU 43  NL 42  AT 39  UK 35  FR 33  IT 32⟩ ... ⟨DK 8; SK 8; EE 2⟩ Tabelle.
Deutschland liegt beim geschlechtsspezifischen Rentengefälle an der Spitze. Als Hauptursache dafür hält die OECD den sehr hohen Anteil von Teilzeitarbeit bei Frauen. Ein weiteres Problem sieht die OECD in der Alterssicherung für Selbstständige: die berufsständischen Rentensysteme sowie die Alterssicherung insgesamt seien in dieser Gruppe lückenhaft, weil Deutschland das einzige Land in der OECD sei, das keine obligatorische Rentenversicherung für alle Selbstständigen habe.
* so viel % ist das Alterseinkommen der Frauen niedriger als das der Männer.

Quelle: OECD   | Infografik  Tabelle/Infos 

| Frauen | Gendergap | OECD |
Frauenanteil
Landesparlamente 2019
Frauenanteil in deutschen Landesparlamenten | Statista
28.11.19    (1560)
Statista: Frauenanteil in deutschen Landesparlamenten
Die Statista-Grafik listet den Frauenanteil in den Landesparlamenten Deutschlands*. Rangfolge (%):
HH 38,0  HB 36,9  HE 34,3⟩ ... ⟨NW 27,6  BY 27,3  BW 26,6  MV 23,9  ST 21,8⟩ Tabelle.
Zu den angestrebten 50% klafft also in allen Landesparlamenten noch eine deutliche Lücke.
* Stand: Nov. 2019, Quelle: LpB Baden-Württemberg

Statista: Infotext  Infografik  Tabelle/Infos 

| Frauen | Gendergap |
Gender Pay Gap
EU 2017
 Globus Infografik 13533
01.11.19    (1534)
dpa-Globus 13533: Verdienstgefälle zwischen Frauen und Männern
Im Jahr 2017 verdienten Frauen im EU-Durchschnitt 16,0 % weniger als Männer, d.h. umgerechnet: 100 € für Männer, 84 € für Frauen. Rangfolge der EU-Staaten (%):
EE 25,6  CZ 21,1  DE 21,0  UK 20,8  AT 19,9⟩ ... ⟨BE 6,0; IT 5,0; LU 5,0; RO 3,5⟩ Tabelle.
Dieser "unbereinigte Gender Pay Gap" ist ein erster Ansatz zur Berechnung geschlechtsspezifischer Verdienstunterschiede. Bei genauerer Analyse sind eine Vielzahl kultureller, sozialer, demografischer und ökonomischer Faktoren zu berücksichtigen, z.B. vermehrte Teilzeitarbeit bei Frauen, Karriereknick durch Kindererziehung, geringerer Verdienst in frauentypischen Berufen.

Quelle: Eurostat  | Infografik  Tabelle/Infos  Serie  Kontext 

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Daten/Statistiken/ Infografiken: Archiv   (jahrgangsweise chronologisch)
Jahrgang:  15  16  17  18  19 
  
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Wikipedia   Gendergap   Gender Pay Gap    Equal Pay Day
  
EU-Kommission  Gender equality
   
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[1] destatis: PressemitteilungenPD19_098_621  [14.03.2019]
 

Stand: 18.03.19/zgh
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