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Nachrichten: ARD/ZDF-Videotext:  02 -1999

28.02.99
S. 170

EXPERTEN FORDERN TABAKWERBEVERBOT

Bis zu 100 Millionen Raucher werden vermutlich in den kommenden 20 Jahren an den Folgen des Tabakkonsums sterben, wenn sie nicht ihre Sucht aufgeben.Darauf haben 2000 Experten aus Europa und Lateinamerika zum Abschluß eines Kongresses auf Gran Canaria am Wochenende hingewiesen.

In der "Erklärung für ein tabakfreies 21.Jahrhundert" forderten die Kongreßteilnehmer ein vollständiges Verbot jeglicher Tabakwerbung. Zudem verlangten sie, Tabakwaren mit Sonderabgaben zu belegen, so daß deren Preise rascher ansteigen als die Inflationsrate.

27.02.99
S. 124

STREIT UM ATOMMÜLL-TRANSPORTE

Bundesumweltminister Trittin rechnet für die Dauer der Energiekonsensgespräche nicht mit Castor-Transporten.

Sie würden die Konsensgespräche nur erschweren, sagte er der "Neuen Ruhr Zeitung". Zudem sei die Behältersicherheit ungeklärt. Dahingegen erklärte der Vorstandschef der Hamburgischen Electricitäts-Werke, Timm, dem "Spiegel", die Transporte müßten 1999 wiederaufgenommen werden. Dies sei der Stand der Arbeitsgruppe Entsorgung, die der Kanzler bei der Konsensrunde eingesetzt habe.Rund 2000 Atomkraftgegner haben beim niedersächischen AKW in Gorleben heute gegen Castor-Transporte protestiert.

27.02.99
S. 170

KATZEN KÖNNEN HAUTPILZE ÜBERTRAGEN

Das Schmusen mit der Katze kann gefährlich werden. Katzen können Hautpilze auf Menschen übertragen.

Die Gefahr lauert im Fell und dort vor allem im Nackenbereich. Neben Katzen und Hunden gelten auch Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster als Überträger Zeitschrift "Apotheken-Umschau".

Infektionen mit den Pilzerregern machen sich beim Menschen in Juckreiz und rötlichen Ausschlägen bemerkbar und sollten unbedingt von einem Hautarzt behandelt werden.

26.02.99
S. 130

NESTLE: VON EPRESSERN BEDROHTE PRODUKTE

Die Erpresser warnten vor vergifteten Alete-Produkten. Sie drohten weiter mit der Vergiftung folgender Produkte: Nestle: LC 1 Vanilla, LC 1 Go, Yes-Torties Schoko, After Eight, Mousse au chocolade, Zitronentee, Nesqick Nachfüllpackung.

Thomy: Sauce Geflügelsahne, Sauce a la Bernaise, Sauce Fischsahne, Gourmet-Delikatess-Mayonnaise,Weiss-Rot,Remoulade Maggi: Kaiserschmarrn, Buttersaucen (diverse), Tomatensuppe Provencale, Kartoffel-Gratin, Maultaschen Hausfrauenart, Asia-Nudel-Snack "Sesam-Rind", Heisse Tasse Nudeln in Gulasch.

25.02.99
S. 165

ERWÄRMUNG: BLÄTTER TREIBEN FRÜHER AUS

Wegen der Klimaerwärmung treiben die Blätter in Europa im Durchschnitt sechs Tage früher aus als noch vor 30 Jahren und verfärben sich im Herbst früher.Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Münchner Universität. Demnach hat sich die Vegetationszeit um durchschnittlich elf Tage verlängert. Das sei im wesentlichen auf eine Erhöhung der Wintertemperaturen um rund ein Grad Celsius zurückzuführen, so die Studienleiterin Annette Menzel.

Sie hatte Daten der vergangenen 30 Jahren über die Entwicklung von genetisch einheitlichen Pflanzen ausgewertet.

24.02.99
S. 116

WEITERE LAWINENABGÄNGE IM PAZNAUN-TAL

Im österreichischen Paznaun-Tal ist bei weiteren Lawinenabgängen am Mittwoch nachmittag mindestens eine Frau getötet worden.

Nach Angaben eines Sprechers des Bundesheeres konnten drei Personen gerettet werden. Fünf Menschen werden unter den Schneemassen noch vermißt. Im benachbarten Ischgl wurden nach Angaben der Bergwacht zwölf Personen verschüttet.

Rund 1000 Urlauber wurden bisher aus Galtür ausgeflogen. Am Nachmittag mußte die Luftbrücke in den Ort wegen dichten Schneetreibens allerdings wieder eingestellt werden.

24.02.99
S. 117

MINDESTENS 16 LAWINENTOTE IN GALTÜR

Die 16 bislang geborgenen Todesopfer der Lawinenkatastrophe von Galtür konnten inzwischen identifiziert werden.Unter ihnen befinden sich sechs Deutsche und vier Österreicher.

Unter den Todesopfern sind drei Kinder.Zwei von ihnen stammen aus Deutschland.Bis zu 30 Menschen, darunter vermutlich zehn Kinder, werden immer noch vermißt.17 Menschen konnten bisher gerettet werden. Die Suche werde auch in der Nacht fortgesetzt, erklärte der Tiroler Landeshauptmann Weingartner.

Für Angehörige von Urlaubern gibt es Informationen unter: 0043/512 5900 2500 oder Auswärtiges Amt/Bonn: 0228 / 170

24.02.99
S. 118

WALLIS: TÄLER WERDEN EVAKUIERT

Im Schweizer Kanton Wallis hat die Evakuierung von zwei lawinengefährdeten Tälern begonnen. Einwohner und Urlauber im Lötschental und der Region Obergams werden mit Hubschraubern ausgeflogen.Ein 42jähriger Bergbauer wurde im Kanton Uri tot aus einem Lawinenkegel geborgen. In den Skiorten Adelboden, Grindelwald, Zermatt und Klosters sind weiterhin Zehntausende eingeschlossen.Die seit acht Tagen in den französischen Alpen vermißten Bergwanderer haben erneut ein Lebenszeichen per Handy gegeben. Nach Angaben der französischen Bergwacht haben die drei Männer in einem Iglu in 3000 m Höhe überlebt.

24.02.99
S. 122

GRÜNES LICHT FÜR ÖKO-STEUER

Der Finanzausschuß des Bundestages hat gegen die Stimmen der Opposition zwei Änderungen an der Öko-Steuerreform gebilligt.

Demnach soll ab dem 1.April die Mineralölsteuer auf Kraftstoffe um sechs Pfennig, auf Heizöl um vier Pfennig je Liter und auf Gas um 0,32 Pfennig je Kilowattstunde steigen. Zudem wird eine Stromsteuererhöhung von zwei Pfennig je Kilowattstunde eingeführt.

Das produzierende Gewerbe, die Bahn und die Landwirtschaft werden nur mit reduzierten Sätzen besteuert. Das Gesetz soll am Freitag vom Plenum des Bundestages verabschiedet werden.

24.02.99
S. 135

FRANKFURT/M.: Die Hochwasserlage im Westen und Süden Deutschlands hat sich vorerst entspannt. Zwar stieg der Wasserstand des Rheins teilweise noch, mit kritischen Situationen rechnen die Meldezentralen aber nicht mehr.

24.02.99
S. 136

Atomkraftwerk Biblis B wieder am Netz BIBLIS: Das Atomkraftwerk Biblis B ist wieder am Netz. Wie die Betreiberfirma RWE berichtete, konnte der 1300 Megawatt-Reaktor nach einer mehrmonatigen Generalüberholung und umfangreichen Reparaturen am Dienstag wieder den Leistungsbetrieb aufnehmen.

24.02.99
S. 137

WIESBADEN: Die Zahl der Verkehrstoten ist auf einen neuen Rekord-Tiefstand gesunken: Im vergangenen Jahr kamen bei Unfällen auf deutschen Straßen 7772 Menschen um, das waren 9,1 Prozent weniger als 1997 und so wenig wie noch nie seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953. Allerdings nahm die Zahl der Unfälle insgesamt zu, nämlich um 0,9 Prozent auf 2,25 Millionen.

23.02.99
S. 116

GALTÜR: SIEBEN TOTE BEI LAWINENUNGLÜCK

Bei einem schweren Lawinenunglück im österreichischen Wintersportort Galtür sind mindestens sieben Menschen getötet worden.

37 Menschen seien zum Teil schwer verletzt aus den Trümmern geborgen worden, berichtete ein Sprecher der Tiroler sollen noch 25 bis 30 Menschen unter den Schneemassen verschüttet sein. Fünf Häuser wurden von den Schneemassen völlig zerstört.

Anhaltendes Schneetreiben und Dunkelheit erschwert die Suche nach den Vermißten. Für Angehörige gibt es ein Info-Telefon: 0043-512-59 00 2500

23.02.99
S. 117

WEITERE LAWINENUNGLÜCKE

Bei weiteren Lawinenunglücken in Italien, der Schweiz und in Österreich sind fünf Menschen ums Leben gekommen.Unter den Opfern ist eine 35jährige deutsche Urlauberin, deren Haus in Sportgastein von einer Lawine weggerissen wurde. Rund um den Arlberg sitzen fest.

In den Schweizer Kantonen Wallis und Uri wurden zwei Männer in ihren Häusern unter den Schneemassen begraben. In dem Bergdorf Evolene haben die Suchmannschaften vier weitere Menschen, die am Vortag von einer Lawine verschüttet worden waren, tot geborgen.

23.02.99
S. 170

ROBOTER-OPERATIONEN IN LEIPZIG

In Leipzig hat mit der Einweihung eines Roboter-Operationstraktes die Chirurgie der Zukunft begonnen.

Der Arzt arbeitet nicht mehr im Operationssaal, sondern bedient von einem anderen Raum aus ein Roboter-System.Die Arme des Roboters bewegen sich am Patienten präziser, als dies einem Menschen möglich ist. Mit der neuen Technik wird bei Operationen wesentlich weniger Gewebe zerstört, die feinen Roboterarme kommen auch an bisher unerreichbare Stellen im Körper.

Genutzt wird das neue System vor allem für Herzoperationen.

22.02.99
S. 119

PREISSENKUNGEN WERDEN BEIBEHALTEN

Trotz massiver Proteste der Bauern will die deutsche EU-Ratspräsidentschaft an den Preissenkungen für Rindfleisch und Milch festhalten.

Landwirtschaftsminister Funke legte am Abend in Brüssel diesen Entwurf für die EU-Agrarreform "Agenda 2000" vor.

Gegen die Agrarpolitik der EU hatten rund 50 000 Landwirte in Brüssel demonstriert. Dabei kam es im EU-Viertel zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.Bauern schleuderten Flaschen, Feuerwerkskörper und Steine auf die Polizisten. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas dagegen vor. Zwölf Demonstranten wurden festgenommen.

22.02.99
S. 131

JAHRHUNDERT-HOCHWASSER ABGEWENDET

Das drohende Jahrhunderthochwasser am Oberrhein ist offenbar vorerst abgewendet.

Am Montag wurde damit begonnen, das alte Rheinbett zu fluten. Damit wurde ein Überschreiten der kritischen Marke von verhindert. In Karlsruhe wird mit einem Höchststand von 8,50 Metern gerechnet.Bundesweit lassen Schneeschmelze und andauernder Regen die Flüsse ansteigen.In Crailsheim ertrank ein 27 Jahre alter Mann, ein 25jähriger konnte gerettet werden. Die beiden hatten die Jagst mit einem Schlauchboot befahren. Das Boot kenterte in der Stadtmitte.

21.02.99
S. 170

SCHILDDRÜSENKRANKHEITEN OFT UNENTDECKT

Millionen von Menschen leiden unter Schilddrüsenkrankheiten,ohne es zu wissen. Über- und Unterfunktionen könnten schwere Folgen haben, warnten Spezialisten auf einem Kongreß in Wiesbaden.Vielen Ärzten seien die Auswirkungen der Schilddrüse auf Körper und Psyche bis heute nicht hinreichend bekannt.Folgen einer Schilddrüsen-Fehlfunktion können Haarausfall, Zittern, Gewichtsveränderungen, Depressionen, Knochenschwund u.v.m. sein.

Die Furcht vor Nebenwirkungen einer Hormonbehandlung ist nach Angaben der Ärzte unbegründet.

20.02.99
S. 170

BITTER LEMON ÖKO-PRODUKT DES JAHRES

Ein Bitter-Lemon-Getränk ist am Samstag auf der Öko-Messe Bio Fach in Nürnberg als Produkt des Jahres ausgezeichnet worden.

Die Limonade aus kontrolliert biologischem Anbau sei eine echte Innovation auf dem Bio-Lebensmittelmarkt, begründete die Jury ihre Wahl. Das Getränk sei ein Spaßprodukt und spreche Neukunden an, die eigentlich keine Öko-Lebensmittel kauften, hieß es.

Platz zwei belegte ein vegetarischer Paprika-Brotaufstrich, der erstmals mit Bio-Hefe zubereitet wurde. Den dritten Preis erhielt ein Tiefkühl-Lauchkuchen.

20.02.99
S. 171

HERPES-IMPFSTOFF IN FÜNF JAHREN

In fünf Jahren soll es einen Impfstoff gegen Herpes geben. Das kündigte Prof.Weissenbacher vom Münchner Universitäts-Klinikum an.

Der Stoff werde derzeit erprobt, sagte der Mediziner auf einer Internationalen Gynäkologen-Tagung in München. Weitere Impfstoffe gegen hauptsächlich beim Sex übertragene Krankheiten könne es in fünf Jahren geben, unter anderem gegen Tripper und Chlamydien.

Therapeutische Medikamente zur Behandlung von Viren-Erkrankungen seien aber derzeit nicht in Sicht, so Weissenbacher. Das gelte auch für Grippe.

19.02.99
S. 165

MEHR ÖL AUF "PALLAS" ALS GEDACHT

Im Wrack des vor Amrum gestrandeten Frachters "Pallas" befindet sich deutlich mehr Öl als bisher angenommen.Entsprechende Angaben von Greenpeace bestätigte das schleswig-holsteinische Umweltministerium. Die Bergungsarbeiten stung intensiviert und von Greenpeace begleitet werden. Mitarbeiter der Umweltschutzorganisation hatten die "Pallas" vor einer Woche geentert und 1,2 Tonnen Öl mit Schaufeln abgeschöpft.Insgesamt sollen etwa 15 Tonnen Öl noch an Bord sein. Bisher kosteten Brandbekämpfung und Ölentsorgung 14 Mio. Mark.

19.02.99
S. 170

HERPES-IMPFSTOFF IN FÜNF JAHREN

In fünf Jahren soll es einen Impfstoff gegen Herpes geben. Das kündigte Prof.Weissenbacher vom Münchner Universitäts-Klinikum an.

Der Stoff werde derzeit erprobt, sagte der Mediziner auf einer Internationalen Impfstoffe gegen hauptsächlich beim Sex übertragene Krankheiten könne es in fünf Jahren geben, unter anderem gegen Tripper und Chlamydien.

Therapeutische Medikamente zur Behandlung von Viren-Erkrankungen seien aber derzeit nicht in Sicht, so Weissenbacher. Das gelte auch für Grippe.

18.02.99
S. 170

TOMATEN SENKEN KREBSRISIKO

Tomaten sind wirksame Krebsbekämpfer.Das bestätigt eine Auswertung von 72 Studien, die die Harvard University in Boston veröffentlicht hat.

Die Untersuchungen zeigten, daß Tomaten Magenkrebs drastisch senken. Außerdem schützen sie vor Tumoren.

Tomaten enthalten Lycopin, einen Stoff, der den schädlichen Oxidationsprozeß in Zellen bremsen kann und in hoher Konzentration offenbar die Entstehung von Krebs verhindert. Dieser Effekt der Tomaten wird den Studien zufolge nicht durch Kochen und Verarbeiten vermindert

17.02.99
S. 165

OPFER VON LUFTVERSCHMUTZUNG ENTSCHÄDIGT

In Japan werden Opfer von Luftverschmutzungen und ihre Familien mit rund 36 Millionen Mark entschädigt.

Dazu erklärten sich neun japanische Firmen in einer außergerichtlichen Einigung bereit.Damit ging ein zehnjährider Zeit der rasanten industriellen Entwicklung und damit einhergehenden Umweltverschmutzung in Japan stammte.In dem Fall ging es um Klagen von 472 Patienten mit Asthma und anderen Atemwegserkrankungen. Den Firmen wurde vorgeworfen, nicht genügend getan zu haben,um Schadstoffemissionen zu stoppen.

17.02.99
S. 170

STUDIE: PESTWURZ-MITTEL GEGEN MIGRÄNE

Der Pestwurz-Extrakt Petasin ist ein wirksames Mittel gegen Migräne. Am Münchner Krankenhaus Harlaching hat Prof.Großmann mit 60 Patienten eine entsprechende Studie durchgeführt.Kopfwehpatienten, die mit dem Pestwurzdeutliche Besserung der Beschwerden, wie die Apothekerzeitung "Gesundheit" in ihrer neuesten Ausgabe schreibt.Das Mittel sei Betablockern überlegen, da keinerlei Nebenwirkungen wie Impotenz oder depressive Verstimmungen entstünden. Für Großmann sei es daher für eine Langzeitbehandlung "erste Wahl".

15.02.99
S. 165

ÜBERFISCHUNG GEFÄHRDET WELTMEERE

Die Überfischung der Meere muß nach Ansicht der Verbraucherzentralen dringend gestoppt werden. Über die Hälfte der wirtschaftlich bedeutenden Fischarten seien bedroht, erklärten die Verbände.Von den Fischfängen landeten lediglich der Verbraucher. Ein Drittel werde zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet. Das übrige Drittel werde tot oder verletzt wieder ins Meer gekippt.

Um diese Entwicklung zu stoppen, arbeiten die Verbraucher-Zentralen an einer Kennzeichnung für Produkte aus bestandserhaltender Fischerei.

15.02.99
S. 170

TOLLWUTGEFAHR IN ASIEN UND OSTEUROPA

Das Robert-Koch-Institut hat Reisende vor tollwütigen Tieren im Ausland gewarnt. Die höchsten Erkrankungszahlen träten in Süd- und Südostasien auf.Allein in Indien würden jährlich 30 000 Menschen an Tollwut sterben. Der Erreger werde von Wildtieren auf in Städten sen werde, solle unverzüglich einen Arzt aufsuchen und sich impfen lassen.Eine generelle vorbeugende Impfung für alle Reisende sei aber nicht sinnvoll.Stark zugenommen habe das Virus in Osteuropa. In Moskau habe die Hundetollwut

14.02.99
S. 165

GENTECHNIK-KONFERENZ IN KOLUMBIEN

In der kolumbianischen Stadt Cartagena werden ab heute rund 170 Staaten über die biologische Sicherheit von Gentechnik debattieren.

Zum Abschluß der von den Vereinten Nationen organisierten Konferenz soll am 23.Februar ein "Protokoll über die schiedet werden. Darin sollen Mindestanforderungen für den Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen und Lebewesen festgelegt werden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert ein Verbot von gentechnisch veränderten Organismen.

13.02.99
S. 122

FAHRVERBOT AB 0,5 PROMILLE NOCH 1999 Noch in diesem Jahr müssen Autofahrer, die mit 0,5 Promille Alkohol im Blut erwischt werden, mit dem Entzug ihrer Fahrerlaubnis rechnen.

Bundesverkehrsminister Müntefering (SPD) erklärte gegenüber dem Kölner "Express", eine entsprechende Gesetzessolle noch 1999 in Kraft treten.

Bislang wird ab 0,8 Promille ein Fahrverbot verhängt. Seit Mitte 1998 müssen Alkoholsünder mit 0,5 bis 0,8 Promille Blutalkohol 200 Mark Bußgeld zahlen.Zusätzlich erhalten sie zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

13.02.99
S. 165

GIFTMÜLLSKANDAL IN SACHSEN-ANHALT

In Sachsen-Anhalt ist die Polizei einem Giftmüllskandal auf die Spur gekommen.Das Landeskriminalamt ermittelt gegen zehn Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. Sie sollen 2000 Tonnen Eisenbahnschwellen zerkleinert und auf Hausmüll-Deponien abgeladen oder als Humus deklariert haben.Insgesamt wird gegen 47 Beschuldigte ermittelt.

Alte Bahnschwellen gelten wegen des zur Konservierung verwendeten Teeröls als Sondermüll. Teeröl ist vor allem bei Hautkontakt krebserregend.

13.02.99
S. 171

VIRUSGRIPPE BREITET SICH AUS

Die Virusgrippe wird sich nach Ansicht von Experten in den nächsten Wochen im Norden und Osten Deutschlands stärker ausbreiten.

Das Berliner Robert-Koch-Institut warnte aber vor Dramatisierungen. Es handele sich um eine "vergleichweise mäßige Influenza-Welle". Bisher sind vor allem Süddeutschland und Sachsen betroffen.

Die Hemmschwelle vor einer Grippeimpfung soll im übernächsten Winter niedriger werden. Das Schweizer Impfinstitut hat eine Impfung entwickelt, die als Nasenspray angewendet wird.

12.02.99
S. 165

FRACHTSCHIFF AUSEINANDERGEBROCHEN

Der vor der Küste des US-Bundesstaates Oregon gestrandete Frachter "New Carissa" ist auseinandergebrochen.

Das Schiff stand zudem weiter in Flammen. Spezialisten hatten am Mittwoch den Treibstoff des Schiffes angezündet, um eine Ölpest zu verhindern. Wie die Schiff noch mehrere Tage brennen.

Der unter panamesischer Flagge laufenden Frachter war bei stürmischer See auf Grund gelaufen. Mehrere Versuche ihn freizuschleppen waren gescheitert.Die "New Carissa" hatte 1,5 Mio.Liter Schweröl und Kraftstoff in ihren Tanks.

11.02.99
S. 170

MILLIONEN-ENTSCHÄDIGUNG FÜR RAUCHERIN

Der Tabak-Konzern Philip Morris soll einer krebskranken Raucherin eine Rekordentschädigung von umgerechnet 88 Millionen Mark bezahlen. Das entschied nach Medienbrichten eine GeschworenenJury im kalifornischen San Francisco.Die 42jährige Raucherin, die an Lungenkrebs leidet, sagte in einem Fernsehinterview,sie werde das Geld für Programme zur Aufklärung von Kindern über die Gefahren des Rauchens verwenden.

Der Tabak-Konzern hat Berufung eingelegt. Es ist der vierte Prozeß dieser Art. Die Urteile der anderen waren in der Berufung wieder aufgehoben worden.

11.02.99
S. 171

GRIPPE BREITET SICH IM SÜDEN WEITER AUS

Die Grippewelle breitet sich im Süden Deutschlands und in anderen europäischen Ländern weiter aus.

Die Zahl der Erkrankungen sei in allen Altersgruppen gestiegen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza in Marburg mit. Besonders häufig erkrankten jedoch die 16- bis 34jährigen. Die Experten rechnen damit, daß das Faschingstreiben zu weitern Ansteckungen führen wird.Viele Arztpraxen berichten über Häufungen von Erkrankungen mit plötzlich auftretendem hohen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie einem schlechten Allgemeinzustand.

11.02.99
S. 172

KINDER ERNÄHREN SICH FALSCH

Deutsche Kinder trinken zu wenig.

Die Gmünder Ersatzkasse weist darauf hin, daß eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme zu Verstopfung, Austrockung des Körpers oder zu langfristigen Schädigungen der Nieren führen kann. Eltern sollten ihren Kindern regelmäßig Wasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees zu trinken geben.

Zunehmend leiden Kinder auch an Übergewicht. Nach Angaben einer Wissenschaftlerin der Uni Trier hat die Zahl der betroffenen Kinder zwischen 1985 und 1995 um 25% zugenommen. Schuld sei falsches Eßverhalten und zu wenig Bewegung

10.02.99
S. 119

KOALITION EINIGT SICH AUF ÖKOSTEUER

Die Koalitionsfraktionen von SPD und Grünen haben sich auf die endgültige Fassung des Gesetzes zur Ökosteuer-Reform geeinigt.

Das bestätigten Experten beider Fraktionen in Bonn. Danach soll die Mineralölsteuer auf Kraftstoffe zum 1. April um sechs Pfennig je Liter und auf Heizöl um vier Pfennig steigen. Gas soll um 0,32 Pfennig je Kubikmeter teurer werden. Außerdem wird eine Stromsteuer von zwei Pfennig je Kilowattstunde eingeführt.

Unternehmen des produzierenden Gewerbes werden einheitlich mit ermäßigten Steuersätzen belegt.

10.02.99
S. 127

G-15 SUCHEN WEG AUS FINANZKRISE

Die Staats- und Regierungschefs der in der Fünfzehnergruppe G-15 vertretenen Entwicklungsländer beraten ab heute auf Jamaika über einen gemeinsamen Weg aus der internationalen Finanzkrise.

Neben der drastischen Abwertung der Landeswährungen in der "Dritten Welt" Welthandels im Mittelpunkt des dreitägigen Treffens in Montego Bay. Die Chancen für ein gemeinsames Vorgehen werden von Beobachtern als eher gering eingestuft.

Die inzwischen auf 17 Staaten vergrößerte G-15 vertritt 30 Prozent der Weltbevölkerung.

10.02.99
S. 165

ELFENBEIN-HANDEL GELOCKERT

Nach einer Entscheidung der zuständigen UNO-Kommission dürfen afrikanische Länder zunächst versuchsweise wieder Elfenbein verkaufen.

Danach dürfen Botswana, Namibia und Simbabwe in eingeschränkten Mengen Stoßzähne nach Japan exportieren. Diese gen Wilderei verbessert, hieß es.

Von einigen Umweltschutz-Gruppen wurden die Ausfuhrgenehmigungen scharf kritisiert. Die Organisation World Wide Fund for Nature unterstützt den Schritt.Seit 1989 war es verboten, Elfenbein afrikanischer Elefanten zu verkaufen.

10.02.99
S. 166

KONTROLLIERTES FEUER GEGEN ÖLPEST

Mit einem kontrollierten Feuer soll der Treibstoff an Bord eines vor der USPazifikküste gestrandeten Frachtschiffes vernichtet werden. Damit soll eine große Ölpest an den Stränden in der Umgebung der Hafenstadt Coos Bay im USStaat Oregon verhindert werden.

fackeln der 1500 Tonnen Heizöl, weil mehrere Versuche scheiterten, den unter chilenischer Flagge fahrenden Frachter freizuschleppen.

Ausgelaufenes Schweröl hat bereits einige Küstenabschnitte verseucht.

10.02.99
S. 170

KENNZEICHNUNG UNGENÜGEND

Die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel ist offenbar noch immer ungenügend.

Nach Angaben der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Martini wurden bei einer Untersuchung von 39 Lebensmitteln, die Soja oder Mais enthalten, siebenmal eine gentechnischer Veränderung festgestellt. In allen sieben Fälle habe aber der vorgeschriebene Hinweis auf der Verpackung gefehlt.

Da es noch keine nationalen Sanktionsvorschriften gebe, könnten keine Bußgelder gegen die nachlässigen Hersteller verhängt werden.

09.02.99
S. 118

4,455 MILLIONEN ARBEITSLOSE IM JANUAR

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar wieder gestiegen. Bundesweit gab es 4,455 Mio.Arbeitslose. Das sind 257 900 mehr als vor einem Monat, aber 368 000 weniger als vor einem Jahr.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit kletterte die Arbeitslosenquote damit binnen Monatsfrist von 10,9 auf 11,5 Prozent. Im Januar des letzten Jahres hatte sie noch 12,6 Prozent betragen. In Westdeutschland lag die Quote bei 9,7 Prozent, im Osten bei 18,9.Nach Ansicht des Präsidenten der Nürnberger Anstalt, Jagoda, wird die saisonübliche Entwicklung begleitet von der aktuellen Konjunkturschwäche.

09.02.99
S. 165

INSTITUT FORDERT WELTWEITES UMDENKEN

Das World Watch Institute hat ein globales Umdenken in der Energiepolitik gefordert.

Die Lebensgrundlagen der Menschheit könnten auf Dauer nur durch nachhaltiges Wirtschaften gesichert werden, sagte der Vizepräsident der Organisation, Eines der drängendsten Zukunftsprobleme sei der steigende Energiebedarf bei knapper werdenden Ressourcen. Künftig müßten erneuerbare Energiequellen wie Wind- und Sonnenkraft stärker herangezogen und von den Regierungen gefördert werden, so Flavin.

09.02.99
S. 170

LASER GEGEN KREBS

Mit dem Einsatz von Lasertechnik gegen Leberkrebs haben Mediziner in Berlin und Frankfurt gute Behandlungsergebnisse erzielt.

Bei dem Verfahren werden Tumore in der Leber durch den Laser "verkocht" und zum Absterben gebracht, so Prof.Vogl von der Universität Frankfurt/Main.Behandelt wurden todkranke DarmkrebsPatienten, bei denen sich Metastasen in der Leber gebildet hatten. Die Überlebenszeit sei mit der neuen Methode genausohoch wie bei herkömmlichen Operationen, der Eingriff ist allerdings deutlich kleiner.

08.02.99
S. 165

KIRCHLICHE UMWELT-INITIATIVE

Die katholische Kirche will sich künftig intensiver mit Fragen des Umweltschutzes auseinandersetzen.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat zu diesem Zweck eine "Clearingstelle Kirche und Umwelt" gegründet, die kirchliche und außerkirchliche Umweltinitiativen vernetzen soll.

Die Sorge um den Erhalt von Natur und Umwelt fordere die Kirche zu gesellschaftlicher Mitverantwortung heraus, sagte der Leiter der Stelle, Vogt, bei der Vorstellung des Projektes im oberbayerischen Kloster Benediktbeuren.

08.02.99
S. 170

HALOETHER MÖGLICHE URSACHE FÜR LEUKÄMIE

Bei der Suche nach den Ursachen für die Häufung von Leukämiefällen in der Elbmarsch ist eine Arbeitsgruppe der Fraunhofer-Gesellschaft möglicherweise fündig geworden.

Bei Messungen des Elbwassers in Hamburg und Dresden sei eine hohe Konzentration gestellt worden, so Projektleiter Hockertz.

Bei dem Abfallprodukt der Industriechemikalienherstellung bestehe der Verdacht, das es krebserregend ist. Untersuchungen hätten eine erbgutschädigende Wirkung gezeigt.

06.02.99
S. 171

SCHWEINELEBER ALS LEBERERSATZ

Der Berliner Charite ist es nach eigenen Angaben gelungen, einem schwer leberkranken Mann mit einer Schweineleber das Leben zu retten.

Der 38jährige war mehr als 60 Stunden lang an der Tierleber angeschlossen, die die Entgiftung des Körpers übernahm. Der Lkw-Fahrer war mit akutem Leberversagen zusammengebrochen, eine sofortige Lebertransplantation hätte er vermutlich nicht überlebt.

Das Universitätsklinikum sprach von einem Durchbruch: Noch nie sei über einen so langen Zeitraum eine Schweineleber als Leberersatz eingesetzt worden.

05.02.99
S. 170

GRIPPE - KEIN GRUND ZUR PANIK

Die Zahl von Grippeerkrankungen ist in Deutschland in den letzten Tagen deutlich angestigen. Dennoch, so Experten, gibt es keinen Grund zur Panik.

In Baden-Württemberg,Hessen und Sachsen sei die Zahl von Atemwegserkrankungen überdurchschnittlich angestiegen, erenza in Marburg. Ein Großteil davon sei auf Grippefälle zurückzuführen.

Die Grippewelle werde auch weiter anschwellen, eine außergewöhnlich starke Epidemie erwarte man aber nicht. Zum Schutz vor einer Infektion wurde geraten, große Menschenmassen zu meiden.

05.02.99
S. 175

RUSSLANDS SONNENEXPERIMENT GESCHEITERT

Das russische Weltraum-Experiment zur Erhellung der Erde mit Hilfe eines Sonnenspiegels ist endgültig gescheitert.Die Besatzung der Raumstation Mir schickte den an eine Raumkapsel befestigten Spiegel in die Atmosphäre. Dort sei er größtenteils verglüht, teilte die Flugleitzentrale mit. Die Reste seien in den Pazifischen Ozean gefallen, ohne Schaden anzurichten.

Der Folienspiegel sollte ursprünglich kleine Regionen zwischen Mittelasien und Westeuropa kurz ausleuchten. Der Mir-Mannschaft war es aber nicht gelungen, ihn vollständig zu entfalten.

04.02.99
S. 165

BAUSTOPP FÜR EMS-SPERRWERK BESTÄTIGT

Das umstrittene Ems-Sperrwerk an der Flußmündung bei Emden kann vorerst nicht weitergebaut werden.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg teilte am Donnerstag mit, die Beschwerde der zuständigen Bezirksregierung in Oldenburg gegen den im November verUmweltverbände hatten vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg gegen den Bau des Sperrwerks wegen der Verletzung naturschutzrechtlicher Bestimmungen geklagt.Offiziell wird der Bau des Sperrwerks mit dem Schutz des Hinterlandes vor Sturmfluten begründet.

04.02.99
S. 175

EXPERIMENT VORERST GESCHEITERT

Das russische Weltraum-Experiment zur Erhellung der Erde mit Hilfe eines Sonnenspiegels ist vorerst gescheitert.Der Mannschaft der Raumstation "Mir" gelang es nicht, den aus einer Folie bestehenden Spiegel vollständig aufzuspannen. Der Schirm, der entfaltet eiauf einem unbemannten Raumtransporter montiert, der hinter der Mir herfliegt.Das Experiment soll am Freitag wiederholt werden, falls die Probleme bis dahin behoben werden können. Andernfalls wird der Transporter aufgegeben und soll in der Erdatmosphäre verglühen.

03.02.99
S. 117

DGB: PARAGRAPH 116 ZURÜCKNEHMEN

Der DGB hat die Bundesregierung aufgefordert, den von der Regierung Kohl geänderten Streikparagraphen 116 des Arbeitsförderungsgesetzes abzuschaffen.Die DGB-Vizevorsitzende Engelen-Kefer sagte der "Leipziger Volkszeitung", Arbeitnehmer, die wegen Produktionsausfällen indirekt von Streiks betroffen seien, müßten wieder Kurzarbeitergeld erhalten. Dabei gehe es um die Rückkehr zur "Waffengleichheit im Tarifkampf".Die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände nannte den Plan einen "massiven Griff der Gewerkschaften in die Kasse der Bundesanstalt für Arbeit zum Zwecke der Streikfinanzierung".

03.02.99
S. 118

TARIFVERHANDLUNGEN FÜR POST VERTAGT

Ohne Ergebnis ist die erste Tarifrunde für die 270 000 Arbeitnehmer der Post, Postbank und Telekom vertagt worden.Für die Beschäftigten der drei Unternehmen forderte die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) 5,5 Prozent mehr Lohn, eine Anhebung des Urlaubsgeldes auf 800 Mark sowie Übernahme der Auszubildenden. Post, Postbank und Telekom hatten zunächst kein Angebot vorgelegt.

Die DPG teilte mit, die Verhandlungen würden am 10.Februar mit Vertretern der Post wiederaufgenommen. Bei der Telekom ginge es am 12.Februar in die nächste Runde.

03.02.99
S. 119

SCHRÖDER: BALD KLARHEIT ÜBER STEUERN

Das Bundeskabinett wird nach Angaben von Bundeskanzler Schröder in der kommenden Woche Klarheit über die Finanzierung der Steuerreform schaffen.Dazu zähle auch das "Abdichten von Steuerschlupflöchern", sagte Schröder in der ARD. Er bekräftigte, daß die Unternehmenssteuer zum 1.Januar 2000 auf 35 % gesenkt werde.Bei der Finanzierung müsse man auf Sparsamkeit setzen.

Erneut lehnte Schröder Steuererhöhungen als Mittel ab, die Vorgaben des Verfassungsgerichts zur steuerlichen Besserstellung von Familien zu erfüllen. Er halte auch an dem Ziel fest, Arbeitslosigkeit "sichtbar zurückzudrängen".

03.02.99
S. 120

GRÜNE WOLLEN NEUES GRUNDSATZPROGRAMM

Bündnis 90/Die Grünen wollen bis 2001 ein neues Grundsatzprogramm verabschieden. Das kündigte Bundesvorstandssprecherin Röstel in Bonn an.

Das neue Programm werde die Entwicklung von der früheren "Protestpartei" zu einer modernen und an praktischer Politik orientierten Partei, die auch die gesellschaftlichen Veränderungen aufnimmt, widerspiegeln. Das alte GrünenProgramm stammt aus dem Jahr 1980.Zugleich kündigten die Grünen eine entschlossenere Gangart im Umgang mit dem Koalitionspartner SPD an. Man wolle nicht "in die linke Hosentasche von Kanzler Schröder gesteckt werden".

03.02.99
S. 121

RUGOVA NIMMT AN FRIEDENSKONFERENZ TEIL

Die Kosovo-Albaner haben eine 17köpfige Delegation für die Kosovo-Friedenskonferenz in Frankreich benannt.

An den Gesprächen nimmt im Namen der stärksten Kosovo-Partei LDK auch der politische Führer der Kosovo-Albaner, Rugova, teil. Das serbische Parlament will am Donnerstag über eine Teilnahme entscheiden. Die Kosovo-Untergrundarmee UCK will im Rahmen einer Friedenslösung nur die Unabhängigkeit von Serbien akzeptieren.

Die Bundeswehr stellt Kampfpanzer vom Typ "Leopard" für einen möglichen Kosovo-Einsatz bereit. Die USA wollen 2000 bis 4000 Soldaten schicken.

03.02.99
S. 122

MÜLLER RELATIVIERT ÄUSSERUNGEN

Bundeswirtschaftsminister Müller hat seine umstrittenen Äußerungen zum Ausstieg aus der Kernenergie entschärft.In einem "stern"-Interview erwähnte Müller ausdrücklich nicht mehr Kernkraft als Alternative zur Deckung des steigenden Energiebedarfs. In der ARD

sagte er, die Koalition habe den AtomAusstieg fest vereinbart, und dieser werde jetzt auch umgesetzt.

Der parteilose Müller war wegen seiner Äußerung, in Deutschland würde man in ein paar Jahrzehnten gegebenenfalls wieder zur Atomkraft zurückkehren müssen, von den Grünen wie auch von Bundeskanzler Schröder kritisiert worden.

03.02.99
S. 123

HERZOG IST EHRENBÜRGER VON BERLIN

Bundespräsident Herzog ist zum Ehrenbürger Berlins ernannt worden. Er ist die 107.Persönlichkeit, die mit dieser Auszeichnung gewürdigt wird.

In seiner Dankesrede sagte Herzog, der Umzug der Bundesorgane nach Berlin sei ein Ortswechsel, kein Richtungswechsel.Er appellierte an Berlin, auch künftig müßten von hier aus die Weichen auf Modernisierung gestellt werden.

Die Ehrenbürgerwürde wird an Menschen verliehen, die sich in besonderer Weise um Berlin verdient gemacht haben. Frühere Ehrenbürger sind Richard von Weizsäcker und Michail Gorbatschow.

03.02.99
S. 124

POLNISCHE BAUERN WEITEN BLOCKADEN AUS

Zehn Tage nach Beginn der militanten Bauernproteste in Polen haben sich die Fronten weiter verhärtet.

Die über Billigimporte aufgebrachten Landwirte weiteten ihre Straßenblockaden aus und riegelten 66 Fernstraßen und 400 kleinere Straßen ab. Nach Vorwürfen der Regierung, er habe neue Bedingungen gestellt, erklärte Bauernführer Lepper, er werde nicht mehr mit Arbeitsminister Komolowski verhandeln.Die Regierung forderte als Voraussetzung für Verhandlungen die Aufhebung der Blockaden. Vertreter der katholischen Kirche haben sich als Vermittler in den Konflikt eingeschaltet.

03.02.99
S. 125

GEDENKEN IN CAVALESE

Im italienischen Skigebiet Cavalese ist der 20 Toten des Seilbahnunglücks vor einem Jahr gedacht worden.

Bei einer Trauerfeier erhob der italienische Verteidigungsminister Scognamiglio schwere Vorwürfe gegen die amerikanische Besatzung des Unglücksflugzeugs. Der 31jährige Pilot muß sich ab Donnerstag vor einem US-Militärgericht verantworten. In Cavalese blieben Schulen und Geschäfte geschlossen.

Auf dem Friedhof der Dolomitengemeinde wurde ein Gedenkstein für die Opfer enthüllt. Ursache des Unfalls war, daß ein US-Militärjet im Tiefflug das Stahlseil der Gondel durchtrennte.

03.02.99
S. 126

FUCHS ERNEUT AUSGESCHLOSSEN

Der mutmaßliche Briefbombenbauer Franz Fuchs hat auch am zweiten Prozeßtag in Graz mit Schimpf- und Haßtiraden seinen Ausschluß aus der Verhandlung provoziert.

Am Mittwoch wurden Angehörige der Opfer des folgenschwersten Anschlags, der Fuchs zur Last gelegt wird, als Zeugen vernommen. Bei der Explosion einer Rohrbombe in Oberwart (Burgenland) waren vor vier Jahren vier Roma ums Leben gekommen.

Ob Fuchs in den kommenden Prozeßtagen erneut in den Gerichtssaal gebracht wird, war weiter unklar. Ein Gerichtspsychiater nannte Fuchs schwer gestört.

03.02.99
S. 127

HOHE STRAFE FÜR ABTREIBUNGSGEGNER

Militante Abtreibungsgegner, die im Internet eine Art Fahndungsplakat von Abtreibungsärzten veröffentlicht haben, müssen 107 Mio.Dollar Strafe zahlen.Dieses Urteil fällte ein Bundesgericht in Portland/Oregon. Die Internetseiten stellten eine Bedrohung für die Betroffenen dar. Die radikalen Abtreibungsgegner veröffentlichten im Internet Photos, Anschriften und Auto-Kennzeichen der Ärzte. Sie werden als "BabySchlächter" bezeichnet und mit den Euthanasie-Ärzten der Nazis gleichgesetzt Weil es sich um einen Zivilprozeß handelt, konnte das Gericht die Schließung der Seiten nicht anordnen.

03.02.99
S. 143

BAUERN DROHEN GEWINNEINBUSSEN

Die Landwirte müssen sich nach mehreren guten Jahren auf niedrigere Erträge einstellen.Im laufenden Wirtschaftsjahr (30.6.) werde der Rückgang 2% bis 6% betragen, sagte Landwirtschaftsminister Funke bei der Vorlage des vom Kabinett verabschiedeten Agrarberichts 1999.allem durch den Einbruch der Schweinefleischpreise verursacht. Die EU-Agrarreform Agenda 2000 werde den Wettbewerbsdruck noch verstärken.

Im Wirtschaftsjahr 97/98 hatten die Haupterwerbsbetriebe den Gewinn um 3,3% auf 57 668 DM je Unternehmen gesteigert

03.02.99
S. 170

VITAMINSÄFTE VORSICHTIG DOSIEREN

Multivitaminsäfte sind nach Angaben des "Öko-Test"-Magazins meist mit künstlichen Vitaminen angereichert und sollten deshalb nur sparsam getrunken werden.

Ein Glas am Tag schade nicht, aber in großen Mengen könnten Vitaminzusätze Von 21 Säften, die "Öko-Test" untersuchen ließ, seien lediglich zwei empfehlenswert. Beide stammten aus dem Bioladen und enthielten ausschließlich Vitamine aus natürlichen Zutaten. Allen anderen Säften seien künstliche Vitamine zugesetzt worden.

03.02.99
S. 175

ANTIBIOTIKA GEGEN HERZINFARKT

Bakterien können der Auslöser von Herzinfarkten sein. Zu diesem Schluß kamen US-Forscher in einer Groß-Studie mit fast 16 500 Personen.

Das Team der Universität in Lexington fand heraus, daß bestimmte Antibiotika das Risiko eines Herzinfarkts bis auf gelang mit Medikamenten der Wirkstoffgruppe der Chinolone, Tetrazykline verringerten die Risiken um 30 %.

Diese Mittel werden etwa bei Infektionen der Atemwege mit Chlamydia-Bakterien oder des Magens mit Helicobacter pylori verschrieben.

03.02.99
S. 176

RUSSLAND TESTEN KÜNSTLICHE SONNE

Rußland will an diesem Donnerstag mit einem Weltraumspiegel von der "Mir" aus die Sonne länger scheinen lassen.

Der Spiegel hat einen Durchmesser von 25 Metern. Das Experiment soll klären helfen,ob ein System von Sonnenspiegeln als zusätzliche Lichtquellen für ganze Der Versuch beginnt in Kasachstan. Dann wird sich der Spiegel von der Erde aus gesehen in Richtung Westen bewegen. In Frankfurt/Main soll der Spiegel zwischen 18.50 und 18.57 Uhr zu sehen sein. Der Lichtschein soll etwas heller sein als der Vollmond.

02.02.99
S. 124

ETWAS MEHR MENSCHEN ERWERBSTÄTIG

Erstmals seit 1990 ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland wieder angestiegen. Mit 34 Millionen im Jahresdurchschnitt gab es 1998 11 000 Erwerbstätige mehr als im Vorjahr.Allerdings ist diese leicht positive Entwicklung auf die alten Bundesländer Beschäftigten um 36 000 oder 0,1 Prozent. In Ostdeutschland ging die Zahl um 25 000 (-0,4 Prozent) zurück.

Den stärksten Zuwachs der Erwerbstätigkeit verbuchte im letzten Jahr das Saarland mit plus 0,9 %, den stärksten Rückgang gab es in Berlin mit minus 1,8 %.

02.02.99
S. 171

WARNUNG VOR LAKRITZE

Vor dem Genuß größerer Mengen Lakritze hat das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz gewarnt.

Beim Verzehr von täglich über 50 Gramm drohten Gefahren vor allem für Menschen mit Bluthochdruck, HerzkreislauferkranProblematisch könnte nach Angaben des Berliner Instituts der Inhaltsstoff Glycyrrhizin werden,der zum charakteristischen Geschmack beiträgt. Vor allem importierte Lakritzwaren könnten über 200 Milligramm pro 100 Gramm enthalten, hieß es. Eine Tagesdosis von über 100 Milligramm gilt als bedenklich.

02.02.99
S. 175

AIDS-IMPFSTOFF INFIZIERTE AFFEN

Ein Impfstoff gegen AIDS hat im Versuch an Makaken-Affen die Mehrheit der Versuchstiere infiziert. Ein Tier starb an den Folgen von AIDS. Das berichten USamerikanische Forscher in dem Fachmagagazin "Nature Medicine".

Das Team vom Dana-Farber-Krebsinstitut geschwächten Version von lebenden Viren des unter Affen verbreiteten AIDS-Erregers SIV geimpft. Den Viren waren drei wichtige Gene entnommen worden.

Doch selbst in abgeschwächter Form gelang es dem Virus, sechs von acht Affen mit dem Erreger anzustecken.

01.02.99
S. 141

DAVOS:Kontrolle globaler Kapitalflüsse Bundeskanzler Schröder beharrt in der Debatte um eine neue internationale Finanzordnung auf bindenden Übereinkünften zur Kontrolle globaler Kapitalflüsse.Wenn man mehr Ordnung und Gerechtigkeit wolle, dann sei es höchste Zeit für verbindliche Absprachen über eine internationale Finanzarchitektur, sagte Schröder beim Weltwirtschaftsforum in Davos.Vor führenden Wirtschaftsvertretern forderte er erneut, riskante Finanzgeschäfte zum Zweck der Krisenverhütung zu beschränken.

01.02.99
S. 170

NEUER HÖCHSTSTAND BEI HIV-INFIZIERTEN

Die Zahl der in Deutschland lebenden HIV-Infizierten hat Ende 1998 mit 37 000 einen neuen Höchststand erreicht. Weltweit sind nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts über 33 Millionen Menschen infiziert.

In Deutschland sei zwar durch Kombinakrankungen und -Todesfälle mit jeweils etwa 800 auf den niedrigsten Stand seit über zehn Jahren zurückgegangen.

Anhaltspunkte für einen gleichzeitigen Rückgang der Infektionen gebe es jedoch nicht: Jedes Jahr infizierten sich etwa 2000 Menschen neu.

01.02.99
S. 171

DIPHTHERIE IN GUS-STAATEN RÜCKLÄUFIG

Die Diphtherie ist in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion wieder stark zurückgegangen.

Die Zahl der Erkrankten sank nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin in diesem Jahr auf 1928. Nach der Auflösung der UdSSR war die Zahl der 50 000 hochgeschnellt.

Das Institut wertete den Rückgang als Erfolg von Impfprogrammen der Weltgesundheitsorganisation WHO in den Nachfolgestaaten der UdSSR. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr nur einen einzigen Diphtherie-Fall.

01.02.99
S. 172

WARNUNG VOR LAKRITZE

Vor dem Genuß größerer Mengen Lakritze hat das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz gewarnt.

Beim Verzehr von täglich über 50 Gramm drohten Gfahren vor allem für Menschen mit Bluthochdruck, HerzkreislauferkranProblematisch könnte nach Angaben des Berliner Instituts der Inhaltsstoff Glycyrrhizin werden,der zum charakteristischen Geschmack beiträgt. Vor allem importierte Lakritzwaren könnten über 200 Milligramm pro 100 Gramm enthalten, hieß es. Eine Tagesdosis von über 100 Milligramm gilt als bedenklich.


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