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04.11.03
Sunshine Project Deutschland
Jan van Aken/
Sabine Schupp
Groß Flottbeker Straße 44
22607 Hamburg
Tel: 040/431 88 001
Mobil: 0163/431 88 00
Fax: 01805 060 334 230 75
schupp@sunshine-project.de
www.sunshine-project.de
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Anbei finden Sie eine aktuellen
Hintergrundbericht [pdf, 267KB, 21S, engl.) des Sunshine Project,
in dem ein breites Spektrum möglicher militärischer Anwendungen von
Biotechnologie, Gentechnik und Genomik vorgestellt wird.
Auf verschiedenen Ebenen können die neuen
biomedizinischen Technologien missbräuchlich eingesetzt und so zur
Bedrohung für Frieden und internationale Sicherheit werden. So können
klassische Biowaffen-Agenzien wie Milzbrand oder Pestbakterien durch
einfache genetische Veränderungen noch effektiver gemacht werden. Mit
Hilfe genetischer bzw. genomischer Techniken lassen sich schon bald gefährliche
Viren wie die Erreger von Pocken, Ebola oder der Spanischen Grippe im
Labor erzeugen und damit bisherige Zugangsbeschränkungen umgehen. Und es
werden vollkommen neue Waffenarten denkbar, die so bislang nicht möglich
waren, darunter z.B. die Verwendung von entsprechend genveränderten
Nahrungspflanzen als Waffe oder ethnisch spezifische Waffen, die auf der
Basis der Humangenom-Daten heute möglich erscheinen.
In dem Hintergrundbericht des Sunshine
Project werden verschiedene Vorschläge für eine politische Prävention
unterbreitet, um einen drohenden militärischen Missbrauch von Gen- und
Biotechnologie perspektivisch verhindern zu können. Von zentraler
Wichtigkeit ist nach wie vor die Stärkung des Biowaffen-Übereinkommens
durch ein multilaterales und rechtsverbindliches Abkommen. Zudem sind drei
Punkte von besonderer Wichtigkeit:
- Alle Projekte, die gegen die C- und
B-Waffen-Übereinkommen verstoßen, müssen unverzüglich eingestellt
werden. Dies gilt insbesondere für die so genannten ‚nicht-tödlichen’
Chemiewaffen und Material zerstörende Biowaffen.
- Der biologischen Verteidigungsforschung
sollten enge Grenzen gesetzt werden, um die Entwicklung offensiver
Technologien unter dem Deckmantel der Defensivforschung zu verhindern.
- Im Einzelfall sollte auch eine Einschränkung
bestimmter Forschungsrichtungen erwogen werden, wenn a) ein militärischer
Missbrauch sehr wahrscheinlich erscheint, b) keinerlei effektive Rüstungskontrollmaßnahme
zur Verfügung steht, um einen solchen Missbrauch zu verhindern bzw.
aufzudecken und wenn c) alternative Verfahren zur Verfügung stehen, um
das jeweilige wissenschaftliche Ziel anderweitig zu erreichen. Gegenwärtig
wird, vor allem in den USA, mit Blick auf mögliche bioterroristische
Aktivitäten eine (Selbst-) Beschränkung der wissenschaftlichen
Publikationsfreiheit diskutiert. Damit ist jedoch die Gefahr verbunden,
dass gerade sensible Forschungsbereiche sich zunehmend einer öffentlichen
Kontrolle entziehen. Umfassende Transparenz ist eine Grundbedingung
biologischer Rüstungskontrolle. Deshalb erscheint es sinnvoller,
bestimmte sensible Informationen bzw. Technologien durch eine
entsprechende Kontrolle der Forschung von vornherein gar nicht erst zu
erzeugen.
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